Endlich mal wieder ein Punkt

  • „Blickpunkt Sport“ hatte nach der Niederlage gegen Mainz Ex-Torwart Raphael Schäfer aus der Versenkung geholt. Der erzählte dort, es gäbe noch eine 10-Prozent-Chance für den Club. Dazu müsste aber ein Trainerwechsel her. Apropos Schäfer: Da erinnern wir uns an eine entscheidende Szene beim letzten Bundesligaabstieg. Damals ging es nicht nur um eine Fußspitze, die im Abseits stand. Der Abseits-Spieler trug jedoch auch nicht das Trikot des FCN.
  • Das ehemalige Club-Talent Patrick Kammerbauer konnte sich beim SC Freiburg nicht durchsetzen und wechselt nach Kiel . Was sagt uns das? Vielleicht, dass es selbst bei hoffnungsvollen Talenten mangelnde Erstligatauglichkeiten gibt.
  • In der Nürnberger Talentschmiede setzt man auf Kontinuität. Der Vertrag mit dem Phantom wurde um drei Jahre verlängert. Welche Altersgruppe Marek Mintal dort betreut, ist noch nicht ganz raus.
  • Witze über Eigennamen sind billig und deshalb abzulehnen. Beim Club und dessen (Noch-)Trainer erreichen sie jedoch neue Sphären. Erst bescherten dem aus dem oberpfälzischen Fuchsmühl Stammenden ausgerechnet die Spieler Fuchs und Mühl die letzte größere Torausbeute. Jetzt sorgte der Kölner Keller dafür, dass der im Keller steckende Köllner aus diesem nicht rauskommt. Gut, wenn man dort wenigstens noch lachen kann.
  • War der Club in Tagen wie diesen bisher immer „ein Depp“, tendiert er jetzt eher in Richtung Witzfigur. Selbst der „Postillon“ erkannte das Unterhaltungspotenzial, das die Unaufgeregtheit bietet, mit der der Club die rote Laterne trägt. Vor allem außerhalb Nürnbergs dürfte diese Meldung dann doch den einen oder anderen Lacher erzeugt haben.
  • Beim FCN muss bekanntlich gespart werden. Deswegen hat der Trainer noch einen Zweitjob. Bei Rossow, Bornemann, aber auch beim offiziellen Pressesprecher ist man ebenfalls nicht so sicher, ob die nicht noch anderweitig unterwegs sind. So muss dann sogar Georg Margreitter nicht bloß hinten die Löcher stopfen, sondern auch gegenüber Journalisten die Verpflichtung von Ivo Ilicevic verkünden.
  • Ilicevic bleibt allerdings der einzige Neue beim Club. Inzwischen wird er gar als Hoffnungsträger verkauft. Dabei hatte sich der Transfer verzögert, weil Bornemann erst abwarten wollte, ob sich nicht noch bessere Alternativen auf dem Markt ergeben. Ganz überzeugt war er da wohl selber nicht.
  • Auch wenn der Club-Vorstand gerne behauptet, sich nicht mit sozialen Medien zu beschäftigen, scheint der dort geäußerte Unmut über das aktuelle Nichthandeln angekommen zu sein. Sowohl den Fans als auch der Presse erklärten sich die FCN-Verantwortlichen dann doch noch. Fazit des Ganzen: Die Kohle fehlt, aber es gibt ein Konzept.

Das Spiel:

Vor dem Spiel witzelten manche, Michael Köllner werde beim Club gefeuert und bei den Fürthern anheuern, die sich in Paderborn eine 6:0-Klatsche eingefangen hatten. Aber mit derartigen Witzen war es dann bald vorbei. Der Club zeigte sich gegen Bremen nämlich deutlich verbessert. Zumindest was die Abwehrleistung anging. Da ließen nicht nur die nominellen Abwehrspieler kaum etwas anbrennen. Bezeichnend für die Lernfähigkeit unserer Mannschaft war eine Szene in der 26. Minute. Da startete Werder nach einer Club-Ecke zum Konter. Eine Situation, in der wir in letzter Zeit häufig Tore kassiert haben. Doch Misidjan unterband die Aktion auf Kosten einer gelben Karte.

Dass er langsam wieder zu alter Stärke zurückfindet, bewies Ewerton dann auch noch durch eine spektakuläre Rettungstat in der 39. Minute. Allerdings: Nach vorne lief eben auch nicht viel, so dass es torlos in die Pause ging.

Trotzdem: Auch eine verbesserte Abwehr macht immer noch Fehler. Beim Club war es in der 63. Minute soweit. Palacios verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball. Dann spielt Augustinsson per Fallrückzieger auch noch den eingewechselten Johannes Eggestein spektakuär frei, der schließlich keine Probleme hat, Mathenia zu überwinden. Wieder lag der Club hinten und nachdem ihm nach vorne nicht viel gelang (Kapitän Behrens vergab dabei eine Hundertprozentige), schaute es wieder nach Business as usual aus. Doch da war ja noch der Joker. In der 82. Minute brachte Köllner endlich Mikael Ishak und der war nicht mal fünf Minuten im Spiel, da zeigte er es – nach schönem Zuspiel von Matheus Pereira – den Kollegen und versenkte die Kugel im Werdertor.

Immerhin gabs auch auf dem Platz wieder ein Lebenszeichen. Das Unentschieden geht zudem, was die Leistungten angeht, in Ordnung. Wobei heute sicher mehr drin gewesen wäre. Wenn Köllner zum Beispiel Ishak gleich gebracht hätte… Aber dann hätte er vielleicht nicht die nötige Angefressenheit besessen, um da Tor zu machen. Nun, vielleicht geht ja nächstes Mal jemand gleich von Beginn an angefressen ins Spiel, zum Beispiel weil man bislang so viel liegen gelassen hat.

Ein Letztes:

Bild will ab sofort nur noch Fakten twittern:

Kritik ist völlig berechtigt – wir dürfen einfach unsere Infos, die wir tatsächlich hatten – online nicht mehr weiter geben – sondern nur noch Fakten weiter geben …— BILD 1. FC Nuernberg (@BILD_FCN) 31. Januar 2019

Wenn höhere Mächte mitspielen

  • Der Kicker hatte anhand diverser Vergleichszahlen (angekommene Flanken, Weitschussgegentore, Konteranfälligkeit…) dargelegt, dass der Club zurecht mit der roten Laterne herumläuft. Unser Noch-Trainer hatte diese Statistiken angezweifelt. Für ihn zähle nur eine Statistik, das sei die Tabelle. Die sagt aber eben auch nichts anderes aus.
  • Auch anderweitig erzählt Michael Köllner derzeit viel. Hier beruhigt er uns zum Beispiel mit der alten oberpfälzer Bauernregel: „Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“
  • Trotzdem wollte man beim Club das öffentliche Begleitkonzert möglichst leise drehen. Deswegen wurde ein Geheimtrainig angekündigt. Bild war trotzdem dabei (und begegnete dabei auch noch zufällig der angekündigten Verstärkung) . Wenn du unten stehst, klappt halt vieles nicht. Vielleicht war der Schiedsrichter schuld.
  • Günstig Erfahrung einkaufen, das war die Vorgabe für etwaige Wintertransfers. Jetzt gilt es Vollzug zu melden. Der früher für die Fürther Kräuter und dann für den HSV spielende Ivo Ilicevic soll es richten. Die Familie des 32-Jährigen, der derzeit vereinslos ist, wohnt ohnehin schon hier. Sieht so aus, als wären sich da zwei Billigheimer in die Arme gestolpert.
  • Auch auf anderen Ebenen sind Highlights offenbar rar gesät: „Spannender Tag für Niels #Rossow. Der Club-Vorstand war heute auf dem Unternehmerkongress, referierte und führte viele interessante Gespräche. #fcn pic.twitter.com/lMXvXzkhj3 “ — 1. FC Nürnberg (@1_fc_nuernberg) 21. Januar 2019

Das Spiel:

Für das Spiel in Mainz holte Trainer Köllner mal wieder zwei Rettungskräfte von der Tribüne: Palacios und Zrelak. Dazu wechselte er vom 4-1-4-1 auf 4-4-2. Aber egal, welches System der Club praktiziert: In der Abwehr ist er immer für irgendwelche Klöpse gut. Diesmal stellten sich Valentini und Behrens naiv an. Eigentlich war die Chance schon vorbei, da versuchte Aaron noch in den Strafraum zu kommen, düpierte erst Valentini und fiel dann über das Bein unseres Kapitäns. Den Elfer versenkte Brosinski. Wieder mal lag der Club hinten und brauchte eine Weile, sich zu sortieren.

Erest gegen Ende der ersten Hälfte erhöhte der Club, der diesmal auf lange Pässe in die Spitze setzte, den Druck. In der 43. Minute wurde er dann – wie auch sonst – nach einer Ecke belohnt. Georg Margreitter stieg am höchsten und köpfte zum Ausgleich ein.

Nun ja, 1:1 hieß es auch gegen die Hertha zur Pause. Gegen die Mainzer ließ der Club aber erst einmal nichts anbrennen. Allerdings kam auch nach vorne wenig. Aufregung gab es lediglich am Spielfeldrand. Wegen eines nicht gegebenen Einwurfs bekam sogar Ersatzkeeper Fabian Bredlow die gelbe Karte.

Danach waren wieder die Hausherren am Drücker und erspielten sich durch Mateta mehrfach Chancen. Mathenia und viel Glück verhinderten die erneute Mainzer Führung. Die erzielte dann in der 62. Minute der Club. Zrelak verwertete eine Flanke von Leibold. Riesenjubel! Sollte das die Wende sein und der Club endlich mal wieder Punkte einfahren?

Nein! Diesmal hatte der Videoassistent etwas dagegen. Angeblich war Zrelaks Fußspitze im Abseits. Keine Führung! Aber ein Moment, in dem es wohl nicht nur um die Anerkennung eines Tores, sondern um weit mehr ging.: Um Trainerschicksale, um Abstiege, aber auch um das ungute Gefühl, das dann offenbar auch die Spieler beschlichen hat: Der DFB hat offensichtlich entschieden, dass wir absteigen sollen.

Der Club agierte wieder verunsichert. Zehn Minuten später verlor Leibold bei einem Vorstoß den Ball. Die Mainzer konnten kontern und unbeanstandet von Videoschiedsrichtern das 2:1 markieren. Der Club erholte sich von dem erneuten Nackenschlag nicht mehr. So blieb es bei der Niederlage und der Erkenntnis, dass es nicht langt, aber offenbar auch nicht langen soll.

Ob ein Trainerwechsel daran etwas ändert? Nun: Zum Anforderungsprofil dürfte für einen Köllnernachfolger jetzt neben Erstligaerfahrung auch ein gutes Standing beim DFB kommen.

Ein Letztes:

Erst der lachende Köllner, jetzt der fröhliche Edgar Salli: Beim Club scheint trotz allem gute Laune zu herrschen. Kann aber auch sein, dass unser Fußballfachblattt dieses Bild nur deshalb für seine Transfergalerie ausgewählt hat, um die beim FCN ausgemachte Realitätsverweigerung zu symbolisieren.

Der Berg kreißte und gebar eine Raute

1. Der Club erinnert ein bisschen an Angela Merkel:
Außer der Raute und ein paar leeren Worten passiert nichts. Das vorhandene Personal bekommt ein paar neue Dienstanweisungen. Das muss reichen. Von den angekündigten personellen Verstärkungen ist jedenfalls weit und breit nichts zu sehen.

2. Lediglich zu zwei Testspielen hat es im spanischen Trainingslager Benahavis gereicht. Wohl damit das nicht so dürftig rüberkommt hat der FCN gegen Excel Mouscron, das in der belgischen Liga ähnlich schlecht dasteht, drei „Halbzeiten“ gespielt. Am Ende stand es 1:2. Dazu kam die – weiß Gott nicht neue – Erkenntnis, dass schon eine Halbzeit für einen Torwatfehler reicht, die Torausbeute aber durch die Länge der Spielzeit nicht zunimmt. Lediglich der eingewechselte Yuya Kubo traf, übrigens nach schönem Zuspiel des wieder einsatzbereiten Eduard Löwen.

3. Während die einen von einem „Trainingslager aus der Hölle“ sprachen, formuliert die FCN-PR-Maschine: „Nicht alles lief perfekt.“ Der Glaube sei noch da. Nun ja, was sollen sie auch schreiben?

Ein Letztes:

Wenn sonst nichts Hoffnung macht, dann muss halt ein Vogelschiss auf Eduard Löwens Stirm herhalten.

Wir melden uns vom Abgrund

1. Ich hoffe, ihr würdigt das, dass wir euch über die Feiertage mit Blicken in den „Abgrund“ (Günther Koch, 1999) verschont und mit dem Weekly ausgesetzt haben. Sowas dient auch dem eigenen Wohlbefinden. Jetzt wird es dennoch wieder langsam Zeit, den Realitäten ins Auge zu schauen. Macht ja sonst (fast) keiner.

2. Eine dieser Realitäten ist die hier schon erwähnte und nicht bloß den Spielern fehlende Erstligaerfahrung. Gut, ein bisschen Kenntnis im Abstiegskampf ist vorhanden. Eventuell soll da vielleicht noch weitere dazu gekauft werden. Wobei es sich in beiden Fällen eher um Erfahrung im Absteigen handelt und absteigen können die Zweitligacracks auch alleine.

3. Apropos zweite Liga. Da gehört der Club was seine finanziellen Möglichkeiten angeht eigentlich hin. Dass es letzte Saison zum Aufstieg gereicht hat, war ja eher ein „Unfall“. Ein ziemlich glücklicher noch dazu. In diesem Jahr sind nämlich in der 2.Liga derartige „Unfälle“ nicht zu erwarten. Da sind die Aufstiegsplätze an Köln und Hamburg vergeben und wie die Relegation für den Zweitklassigen ausgeht, wissen wir inzwischen ja. Insofern war es schon mal clever, diese Saison in der ersten Liga zu „überbrücken“ und sich so die Langeweile eine Klasse tiefer zu ersparen.

4. Langeweile macht sich jedoch auch dort schnell breit, wo die seriöse Finanzpolitik regiert. Dass beim Club auf Konsolidierung gesetzt wird, ist trotzdem richtig. Jetzt noch schnell irgendwelche teuren „Heilsbringer“ zu verpflichten, die wahrscheinlich nicht ohne Grund auf dem Markt sind, bringt – da sei etwa an Koller, Charisteas oder Hoeneß erinnert – allenfalls neue Schulden. In der Trainerfrage verhält es sich ähnlich. Klar hat Köllner Fehler gemacht, klar geht ihm Erstligaerfahrung ab. Aber was sind denn die Alternativen? Gisdol, Neururer, Matthäus? Zudem ist Köllner Teil des Konsolidierungskonzepts. Er erledigt mehrere Jobs gleichzeitig und ist somit eine kostengünstige Lösung. Ein Trainerwechsel wäre die Abkehr vom Sparkurs und der ist beim Club mittlerweile eben wichtiger als das Sportliche. Natürlich könnte man dem Oberpfälzer auch einen Berater mit Erfahrung zur Seite stellen. Aber der kostet halt auch und außerdem ist Köllner für sowas wohl eher nicht zugänglich.

5. Zumindest verbal sind die „Führungsspieler“ des FCN immer gut dabei. Jetzt hat Georg Margreitter die Hinrunde analysiert und festgestellt, man sei gegen die Großen zu ehrfürchig gewesen und habe gegen die Kleineren dem Druck nicht standgehalten, im Endeffekt also: hier wie da Scheiße gespielt. Offenbar meint er aber, das Problem im mentalen Bereich verorten zu können.

6. 1:1 endete das erste Testspiel gegen den PEC Zwolle. Knöll traf für einen ansonsten wenig überzeugenden FCN. Aber es ging – wieder mal- um den Lerneffekt. Diesmal stand „Raute“ auf dem Programm.

Weit entfernte Galaxien

Die Woche:

1. Der FC Bayern schwebe in einer anderen Galaxie, hatte Clubtrainer Michael Köllner vor dem Spiel konstatiert. Das gilt auch für den Rasen. Der ist nämlich auch anders als üblich. Geholfen haben die schlechten Platzverhältnisse diesmal nicht. Auch nicht die in der fernen Galaxie kurzfristig aufgetauchte Phobie vor Wollmützen . Die aber noch im Vorfeld durch gutes Zureden kuriert werden konnte.

2. Gegen Bayer Leverkusen präsentierte sich der Club im Max-Morlock-Schwimmbecken einigermaßen erfolgreich. Das brachte ihm jetzt eine Einladung der Barracudas Nürnberg ein. Die freuten sich sichtlich, dass es noch eine zweite Wasserballmannschaft in Nürnberg gibt. Das Match soll irgendwann im nächsten Jahr stattfinden.

3. Noch kein Weihnachtsgeschenk? Dann kann ich euch die aktuelle Club-Chronik ans Herz legen. Grandiose Erfolge, peinliche Niederlagen, Skandale, Intrigen, menschliche Verwerfungen… Alles drin!

4. Das publizistische Interesse am Clubtrainer ist ungebrochen. Das liegt wohl weniger an den Erfolgen als am Dialekt. Damit kann Michael Köllner immer noch als der große Unbekannte verkauft werden, obwohl bereits im eigenen Blatt mehrfach Portraits abgedruckt waren und regelmäßige Leser eigentlich wissen müssten, dass er aus Fuchsmühl stammt und gelernter Zahnarzthelfer ist. Im neuerlichen SZ-Portrait findet sich immerhin eine Zusatzinformation: Es gebe auch Leute, die Köllner nicht leiden können, heißt es da. Wer hätte das gedacht? Für die FAZ musste gar der NN-Sportchef zur Feder greifen. Wahrscheinlich waren die Sprachbarrieren für die Frankfurter doch zu hoch.

Das Spiel:

In der Allianz-Arena spiegelten die 80 Prozent Ballbesitz der Bayern auch das Kräfteverhältnis wider. Anders als die Mitabstiegsbewerber aus Düsseldorf konnte der Club auch nicht durch schnelle Nadelstiche diese Unterlegenheit wett machen. Die Torgefahr ging gegen Null. Freilich war auch den Bayern anzumerken, dass sie einen neuerlichen Punktverlust gegen einen Underdog tunlichst vermeiden wollten. Vielleicht war das auch der Grund, warum es nicht wie gegen Dortmund oder Leipzig eine Klatsche für den Club gab.

Gefühlt war das aber trotzdem eine Demütigung. Da wurde genau jener galaktische Unterschied, den Köllner schon im Vorfeld erwähnt hatte, deutlich. Zumal nichts von den gleichzeitig geforderten Qualitäten zu sehen war, die nötig gewesen wären, in München irgendwas zu reißen.

Nach vorne ging praktisch gar nichts, so dass der FCB seit langem mal wieder gegentorlos blieb, und hinten ist der Club halt immer für den einen oder anderen Klops gut. Mit dem 3:0 waren wir letztlich noch gut bedient.

Andererseits: Realistisch gesehen müssen die Punkte eh gegen andere Gegner eingefahren werden. Trotzdem ist es halt mit den Bayern wie mit den Fürthern: Gegen Unsympathen würden wir gerne überdurchschnittliches Engagement sehen.

Ein Letztes:

Der zweiterfolgreichste Hashtag zum Münchenspiel lautete übrigens #FreeWollmütze

Ein Punkt beim Montags-Wasserball

Die Woche:

1. Was Gehälter angeht, ist der Club der Billigheimer der Liga. Sogar der SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf zahlen besser. Unter den untersuchten Proficlubs liegt der Bundesligaaufsteiger mit seinem durchschnittlichen Jahresgehalt von 360.00 Euro international auf Rang 263 bei 349 gelisteten Vereinen. Das belegt vielleicht, warum alles andere als der Abstieg schon ein großer Erfolg wäre. Andererseits sind 360.000 Euro Jahresgehalt jetzt nicht gerade ein Hungerlohn.

2. Der Club plant bereits für den Abstiegsfall. Mit Michael Köllner.

3. Obwohl sich Christian Mathenia gegen Schalke verletzt hat, ist die Torwartposition offenbar die einzige, auf der der Club keine Probleme hat. Meint zumindest der Kicker, der seine Clubbilanz mit der Überschrift versieht: „FCN offenbart Defizite in Defensive und Offensive„. Also eigentlich fast überall.

4. Unser alter „Spezi“ Martin Bader hat mal wieder einen Trainer entlassen. Bei Michael Frontzeck zelebriert er das bereits zum zweiten Mal. Gut, dass wir das als unbeteiligte Zuschauer beobachten dürfen.

5. Einer, an den wir uns ungleich lieber erinnern, ist unser langjähriger Linksverteidiger Javier Pinola. Mit seinem derzeitigen Verein River Plate hat er es ins Finale der Copa Libertadores geschafft. Wegen Fanausschreitungen konnte das Endspiel nicht in Buenos Aires stattfinden. „Eine Schande“, meint der Kicker. Ob „Ersatzstandort“ Madrid zum Zuge kommt, ist auch zweifelhaft. Wie so vieles bei diesem Theater.

Das Spiel:

Erstes Montagspiel in der Bundesliga: Zunächst ging es ruhig los. Das lag auch am angekündigten Stimmungsboykott, wobei ohnehin nur 32.000 Zuschauer da waren (womit bewiesen wäre, dass solche Montagsspiele auch finanzielle Nachteile bringen). Dazu kam, dass kaum ein geordnetes Spiel möglich war. Die heftigen Regenfälle hatten den Rasen in eine Wasserlandschaft verwandelt. Flache Bälle blieben sofort liegen. Sicheren Stand hatten die Spieler selten. Aber dennoch: Der Club blieb sich auch unter diesen widrigen Umständen treu. Zwischen der 20. und 30.Minute lässt jedesmal die Konzentration nach und dann klappert´s. Da können die Leverkusener nach einer halben Stunde einen Pass des ansonsten durchaus überzeugenden Startelfneulings Kevin Goden abfangen. Den von Brandt in den Strafraum geschlagenen Ball kann Bredlow nur zur Mitte abwehren, wo ihn Havertz ganz cool ins rechte Toreck lupft. Solche Aktionen funktionieren eben auch, wenn der Platz unter Wasser steht. Leider ging dem Club diese witterungsangepasste Spielweise ab. Zunächst.

In der Kabine muss dann wohl der eine oder andere Tipp vermittelt worden sein. Beim Club wurde jedenfalls plötzlich schnörkellos das Mittelfeld überbrückt und der Gegner besser vom eigenen Sechzehner ferngehalten. In der 56. Minute war es dann soweit. Der Club machte Druck, kam zu seinen ersten Ecken. Die zweite konnten diesmal die Leverkusener nur zur Mitte klären, wo Georg Margreitter aus dem Rückraum den Ball halbhoch ins Tor zimmerte. Danach verstärkten beide Trainer die Offensive. Mit dem Punkt wollten sie sich nicht zufrieden geben. Letztlich nutzte das jedoch nichts. Wobei dabei wohl auch die immer ungünstiger werdenden Platzverhältnisse eine Rolle und – ehrlicherweise muss das gesagt werden – mehr dem Club in die Karten spielten.

Alles in allem geht das Unentschieden aber in Ordnung. Der Club hat sich den Punkt durch eine engagierte Leistung in der zweitem Hälfte verdient, während er in der ersten wieder mal viel zu harmlos agierte.

Ein Letztes:

Absurditäten gibt es im modernen Profifußball reichlich. Jetzt kommt eine neue hinzu. Die wird wohl dazu führen, dass viele Bundesligavereine am Ende lieber auf Platz 15 landen als auf Platz 7.

Club baut auch die Schalker auf

1. „Irgendwie drinbleiben“ lautet die – wieder aufgewärmte – Devise beim Club. Um dieses Ziel zu erreichen soll der Markt nochmal nach etwaigen Verstärkungen gescannt werden. Im Gespräch ist der, derzeit bei Holstein Kiel (dort heute Matchwinner gegen Sandhausen) spielende Rechtsaußen Kingsley Schindler.

2. Ein Chopin spielender Bundesligatrainer, das kam seinerzeit nicht nur bei Nürnberger Frauen gut an. Auch wir erinnern uns – teilweise – gerne an den Aufstiegstrainer. Zumal er seine Derbys nie verloren hat. Nun ist Michael Oenning wieder zurück im Bundesligageschehen. Er heuerte beim FC Magdeburg an, kam am Freitag nach Fürth, wo er diesmal Neuland betrat und ohne Punkte blieb.

3. Die Club-Nachwuchsarbeit läuft, um es vorsichtig auszudrücken, suboptimal. Sportvorstand Andreas Bornemann versucht zwar wacker, in der Öffentlichkeit den Deckel drauf zu halten. Aber sowohl die Ergebnisse als auch die Personalfluktuation sprechen eine andere Sprache. Schnell einen neuen Partner gefunden hat ein Leidtragender der Malaise, der ASV Neumarkt. Der Club hatte dem Verein den Trainer für die Nachwuchsarbeit abgeworben. Die Neumarkter waren sauer und fanden jetzt einen neuen Kooperationspartner: Jahn Regensburg.

4. Michael Köllner scheint die Macht der Presse etwas zu überschätzen. Der Club, so schimpfte er, sei längst schon abgestiegen, wenn es nach dem Geschreibsel mancher Journalisten ginge. Natürlich ist das bei 22 noch ausstehenden Spieltagen Quatsch. Trotzdem belegt es, dass beim FCN nicht nur die Rentner am Spielfeldrand schlechte Laune verbreiten.

5. Der tabellarisch beste Verein in Bayern ist der FCN schon länger nicht mehr. Aber der beliebteste. Geahnt hatten wir das schon immer. Trotzdem ist es schön, das auch mal grafisch belegt zu sehen. Ob die Zahlen statistisch korrekt erhoben wurden, lassen wir da mal außer acht.

6. Der Club will sich in Andalusien auf die Rückrunde vorbereiten. Im gleichen Hotel wie vor zwölf Jahren. Damals lag man auf Platz 15, kletterte unter Trainer Hans Meyer danach noch auf Platz 6 und gewann sogar den DFB-Pokal. Vielleicht sind die Club-Reiseplaner der Meinung, Geschichte wiederholt sich.

7. Am nächsten Spieltag bestreitet der Club gegen Leverkusen das erste Montagsspiel der ersten Bundesliga. Von Fanseite wurde bereits 45 Minuten Stimmungsboykott angekündigt. Immerhin hat das Einlenken der DFL gezeigt, dass solcher Protest durchaus Erfolg haben kann. Vielleicht hilft also das gute Zureden des Trainer was und es gibt doch Unterstützung von den Rängen.

8. Ach so, ein Testspiel gab es während der Länderspielpause auch. In Schwaig schlug der FCN den tschechischen Zweitligisten FK Usti nad Labem mit 4:2. Wie üblich bei solchen Spielen, schlüpfte Edgar Salli wieder in die Rolle des Goalgetters.

Das Spiel:

Nach der Pleite gegen den VfB Stuttgart stellte Trainer Köllner gleich vier Mal um. Neben dem wiedergenesenen Mikael Ishak ließ er Petrak, Placios und Kubo von Beginn an auflaufen. Ein bisschen überraschend saß Misidjan, der als einziger gegen den VfB etwas Betrieb gemacht hatte, nur auf der Bank. Taktisch stellte Köllner zudem auf Raute um, was Kubo die Möglichkeit eröffnete, auf der von ihm bevorzugten Zehnerposition zu spielen. Der Club brauchte daher eine Weile um seine Linie zu finden. Die Gastgeber kamen zu mehreren Großchancen, konnten die aber nicht verwerten, wobei Christian Mathenia, von dem noch die Rede sein wird, wiederholt Klasse parierte.

Wie bereits bei früheren Niederlagen war nach knapp eine halben Stunde wieder ein Nackenschlag zu verzeichnen. Erst hatte Hanno Behrens das 1:0 auf dem Fuß, zog aber freistehend rechts am Pfosten vorbei. Dann säbelte der erwähnte Clubkeeper praktisch im Gegenzug beim Herauslaufen über den Ball, Skrzybski sagte Danke und erzielte den Führungstreffer. Nicht nur das: Mathenia verletzte sich bei der Aktion auch noch, spielte aber zunächst weiter. Dafür durfte er dann fünf Minuten später erneut den Ball aus dem Netz holen. Wieder kamen die Schalke über die linke Clubabwehr-Seite. Diesmal säbelt Margreitter über den Ball, so dass die Flanke den völlig freistehenden Harit erreicht, der nur noch einzuschieben braucht. Zwei echte Geschenke und erneut die Angst, die Mannschaft könnte wieder einbrechen. Doch genauso wie Schalke aus dem Nichts seine Tore erzielte, kam auch der Club zum Anschlusstreffer. In der 38. Minute konnte Schalkes Torwart Fährmann einen Ishak-Schuss zwar noch klären. Palacios stand aber richtig und markierte das 2:1. Wenig später musste Mathenia dann doch ausgewechselt werden. Der Meniskus! So kam Fabian Bredlow wieder zu seiner Chance.

In der zweiten Hälfte wurde zunächst deutlich, warum die Königsblauen vor dem Spiel punktgleich mit dem Club unten drin hängen. Jetzt hätte ein Kick von Außen (Zrelek, Misidjan rein!) vielleicht was gebracht. Aber Köllner wechselt bekanntlich immer erst spät. Als es dann soweit war, war die Sache eigentlich schon gelaufen. In der 67. Minute holte sich der bereits zu Spielbeginn verwarnte Bauer die zweite gelbe Karte ab und musste runter. Prompt brachte Ex-Cluberer Guido Burgstaller die Schalker mit 3:1 in Front. Kurzzeitig kam zwar abermals Hoffnung auf. In der 78. Minute nahm der inzwischen doch eingewechselte Zrelak den zunächst zwischen den beiden Pfosten hin und her springenden Ball auf und erzielte den erneuten Anschluss. Doch dann machten erneut Skrzybski und Oczipka den Sack zu. Dabei muss leider konstatiert werden, dass Schalke keineswegs wirklich gut war. Vielmehr offenbarte der Club in der Abwehr mangelnde Erstligatauglichkeit. Besonders Bauer und Leibold sind da zu nennen. Kann sein, dass da immer noch Lehrgeld bezahlt wird. Irgendwann könnte sich das aber auch als Leergeld entpuppen.

Ein Letztes:

Unser Galgenhumor färbt ab:

Hoppla, der Club kann es auch auswärts!

Die Woche:

1. Man muss wohl alles einmal mitnehmen in seinem Fußballerleben. Und nachdem die jungen und meist noch erstliogaunerfahrenen Clubspieler noch nie bis zu einem Elfmeterschießen vorgedrungen waren, schienen sie es in Rostock auf diese Erfahrung abgesehen zu haben. Zumindest liegt diese Interpretation angesichts des Spielverlaufs nahe. Da reihten sich Fehler an Fehler und eine vo den Zuschauern zwar frenetisch angetriebene, aber dann doch oft nicht konsequente und spielerisch limitierte Heimmannschaft wurde geradezu eingeladen, einem doch, bitteschön, in den Kasten zu ballern. Fast schon Slapstickmomente offenbarte diese Einladung in der 35. Minute. Ausgerechnet Robert Bauer, der Spieler mit der größten Bundesligaerfahrung verstolperte da zwei Mal den Ball. Dieser rollte dann irgendwie in den Strafraum, wo Simon Rhein (von der Bildzeitung nach einem guten Spiel bereits als „Jungstar“ bezeichnet) so um ihn herumtänzelte, dass er zum hinter ihm stehenden Rostocker durchflutschte, der dann praktisch gar nicht anders konnte als das 1:0 zu erzielen. Ähnliche Übungen vollführte übrigens auch Törles Knöll auf der anderen Seite. In aussichtsreicher Position schaffte er es mehrfach, seine Beine so zu verknoten, dass sie nicht durch voreilige Treffer das Elfmeterschießen in Gefahr bringen konnten. Der große Lehrmeister aus der Oberpfalz hatte mit Adam Zrelak ohnehin noch einen Trumpf im Köcher, so dass das Unterrichtsziel doch noch erreicht werden konnte. In der dafür notwendigen Verlängerung bedurfte es schließlich noch eines zweiten Jokers: Federico Palacios. Durch einen Sonntagsschuß war Hansa Rostock nämlich abermals in Führung geraten und besagter Palacios musste daher seine Dribbelkenntnisse im Strafraum auspacken um erneute Torgleichheit herzustellen.

Kann natürlich sein, dass alles ganz anders war. Beispielsweise, dass der auswärts ohnehin nicht souveräne FCN auch noch die falschen Schuhe für den nassen Ostseerasen und den ungewohnten Ball gewählt hatte. Anyway: Der Club ist eine Runde weiter und hat die Kassenlage um 600.000 Euro verbessert.

2. Vor dem Rostockspiel kam es zu auch medial ausgeschlachteten Ausschreitungen. Schließlich musste auch erklärt werden, warum im, übrigens ungeschickt platzierten, Gästeblock deutliche Lücken zu erkennen waren. Ein großer Teil der Ultras saß nämlich in Polizeigewahrsam und konnte nicht ins Stadion. Rostock-Fans hatten zudem den Club-Bus beschädigt und ein Warnschuss seitens der Polizei wurde auch abgegeben. Als „total krank“ bezeichnete Clubtrainer Köllner diese Begleitumstände.

3. Woanders bessere Chancen erblickte wohl FCN-U21-Trainer Reiner Geyer. Obwohl schon seit seiner Jugend dem Club eng verbunden, zog es ihn jetzt nach Österreich, wo er Trainer des FC Admira Wacker wird. Vorerst betreut Co-Trainer Fabian Adelmann die U21 und führte sich bereits gut mit einem 1:0-Sieg gegen die Zweite des FCA ein.

Das Spiel:

In Augsburg durften wieder Mühl, Petrak und Fuchs ran. Auch Joker Adam Zrelak tauchte in der Anfangself auf. Gegenüber dem FCA hatte der Club einen Tag weniger Pause und dazu noch eine längere Reise hinter sich. Das erklärte aber kaum, warum die Augsburger zunächst bissiger spielten, näher am Gegner waren und robuster in die Zweikämpfe gingen. Offenbar waren sie auch in der Einschätzung der Gegenspieler überlegen. Während auf der einen Seite der gefährlichste Nürnberger Angreifer Misidjan permanant auf die Socken bekam (Koo wäre dafür von den meisten anderen Schiedsrichtern längst vom Platz geflogen), hatte sich bei den Nürnbergern augenscheinlich nicht herumgesprochen, dass Finnbogason nicht viele Chancen braucht, um Tore zu machen. Wenn man ihn dann auch noch – wie in der 11. Minute – mutterseelenallein in Tornähe zum Schuss kommen lässt, ist das halt eine sichere Kiste. Der Club lag also wieder mal hinten und angesichts der Verunsicherung in der Abwehr, durften wir froh sein, dass die Augsburger nicht nachlegen konnten.

Nach der Pause kam der Club aber plötzlich wesentlich aggressiver zurück. Auf einmal ergaben sich Chancen. Auch das Glück stellte sich ein. Während Finnbogason in der 54. Minute nur das Lattenkreuz traf, machte Alexander Fuchs im Gegenzug den Ausgleich. Misidjan hatte ihn zuvor schön in Szene gesetzt. Allerdings lag der Club dann auch prompt wieder hinten. Wie schon in Rostock wieder durch einen Sonntagsfreistoß. Schmid konnte diesen genau in den rechten Torwi9nkel zirkeln. Der Club gab aber nie auf und wer dachte, den Spieler stecke noch das Pokalmatch in den Knochen, der sah sich getäuscht. Belohnt wurde die Mannschaft allerdings erst in der 88. Minute, als Lukas Mühl nach einem Eckball den verdienten Ausgleich erzielen konnte. Immerhin bewies die zweite Halbzeit: Der Club kann´s auch auswärts, wenn er beherzt nach vorne spielt.

Ein Letztes:

Reisende soll man nicht aufhalten:

http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-bayern-muenchen-pruefte-ausstieg-aus-bundesliga-und-champions-league-a-1236452.html

Notelf mausert sich und holt einen Punkt

Die Woche:

1. Unser Fanfreund Schalke 04 steckt in der Krise. Dass für die Einordnung der Lage aber das Argument „sogar schlechter als der 1. FC Nürnberg“ verwendet wird, sollte zu denken geben.

2. Manchmal lohnt ein Blick in andere Vereins-Interna. Nach Mainz zum Beispiel. Das dortige Amtsgericht hat jetzt damit gedroht, Mainz 05 aus dem Vereinsregister zu streichen, wenn die Profiabteilung nicht ausgegliedert wird. Die Vereinsführung der Mainzer verweist nun darauf, dass dies auch Konsequenzen für andere Vereine habe. Zum Beispiel den 1. FC Nürnberg.

3. Da haben wir den Salat, genauer gesagt, diejenigen, die dachten für ihre Sky-Euros den Club live verfolgen zu können. Das heutige Mittags-Spiel war nur über Eurosport zu empfangen. Das kostet bekanntlich extra. Allerdings: Bei Eurosport bekommt der Clubfan erheblich mehr geboten als bei Sky.

Das Spiel:

Trainer Michael Köllner musste sich einiges einfallen lassen. Neben Ishak verletzten sich kurzfristig auch noch Löwen, Petrak und Valentini. Dafür konnte der wiedergenesene Sebastian Kerk von Anfang an auflaufen. Daneben zauberte Köllner den U21-Spieler Sinon Rhein aus dem Hut, von dem nicht mal die Webseite des FCN alle Daten parat hat. Demgegenüber kam der Gegner, die Frankfurter Eintracht, auf einer Erfolgswelle nach Nürnberg geschwebt. Die Erwartungshaltung war also eher gedämpft. Vielleicht dachte auch bei der Eintracht der eine oder andere, da müsse er nicht die vollen 100 Prozent abrufen.

Wie auch immer, der Club begann überraschend couragiert und erarbeitete sich mehrfach gute Chancen. Bereits in der 4. Minute ging Kapitän Hanno Behrens mit (fast) gutem Beispiel voran: Sein Weitschuss strich leider knapp am Tor vorbei. In der 18. Minute traf dann Ishak-Ersatz Törles Knöll nur den Pfosten. Bis zur Pause war der Club die bessere Mannschaft. Aber das war im letzten Heimspiel gegen Hoffenheim auch so und dann ging es in der zweiten Hälfte dahin.

Diesmal war das anders. Der Club spielte weiter forsch nach vorne und ließ die Frankfurter kaum einmal gefährlich vors eigene Tor kommen. Die Abwehr stand stabil und eng beim Gegner. Vor allem Mühl und Newcomer Rhein machten einen guten Eindruck. Eintrachttrainer Hütter sah sich demzufolge gezwungen, frischen Wind von der Bank zu bringen und wechselte Allan und Haller ein. Beim Club kamen kurz danach Palacios und Zrelak für Kerk und Knöll. Nicht einmal zwei Minuten nach seiner Einwechslung markierte Adam Zrelak das 1:0 nach schöner Hereingabe von Misidjan. Der Joker stach. Leider dann auch der auf der anderen Seite. Als wir uns alle schon über den Dreier freuten, bugsierte Haller in der 92. Minute eine Flanke von Da Costa doch noch ins Clubgehäuse. Schade! Und eigentlich nicht ganz verdient. Das Unentschieden hätten wir aber vor Spielbeginn angesichts der unterschiedlichen Ausgangslage sofort unterschrieben.

Ein Letztes:

Man kann auch bei Niederlagen Fans gewinnen. Das postete der elfjährige Junge, der das Max-Morlock-Stadion mit Legosteinen nachgebildet hat, nach der Hoffenheim-Pleite:

Club bricht auch zu Hause ein

Die Woche:

1. Die Länderspielpause wurde diesmal mit einem Testspiel bei der DJK Vilzing überbrückt. Der Bayernligist aus der Oberpfalz wurde mit 5:0 geschlagen. Zwei Mal traf dabei der in Pflichtspielen leider noch nicht so zielsichere Edgar Salli.

2. In der Bundesliga brauchten sie immerhin 18 Jahre um uns als Rekordmeister abzulösen. In punkto Peinlichkeit reichten dem FC Bayern wenige Tage, um unseren durch die beiden Auswärtspleiten beschädigten Club in den Schatten zu stellen. Und von hinten drängt auch noch die Fortuna.

3. Was die Bayern-Bosse angeht, die hätten da eventuell eine weitere Pressekonferenz gegen die Springerpresse veranstaltet. Wahrscheinlich war es aber nur der überschrifttaugliche Begriff „Abfangjäger“, der die Bildzeitung dazu veranlasste, Lukas Jäger (übrigens vergeblich) in die erste Mannschaft zu schreiben.

4. Als Meerrettich-Fabrikant muss man wohl auch in anderen Funktionen ein bisschen Schärfe reinbringen. Schon als es um die Ablösung Martin Baders ging, scherte Aufsichtsrat Hanns-Thomas Schamel aus und sagte damals „in Ausnahmesituationen“ müsse man nicht mit einer Stimme sprechen. Bei der Jahreshauptversammlung konnten die meisten allerdings eine solche Ausnahmesituation eher nicht erkennen. Schamel wurde daher nicht mehr in den Aufsichtsrat gewählt. Für ihn sitzt jetzt Peter Meier von der Nürnberger Versicherung in dem Gremium. Bestätigt wurden hingegen die Aufsichtsratsmitglieder Ulrich Maly und Christian Ehrenberg. Wobei, das sei schon noch angemerkt, der gute Grethlein natürlich andererseits diejenigen, in deren Namen er spricht, vorher darüber informieren sollte.

5. Vom Nürnberger Stadion war auch wieder mal die Rede. Auf der JHV ging es wieder mal um einen Neubau. Beim Trainer wiederum soll der Altbau „Kraft“ entwickeln.

Das Spiel:

Es hatte sich angedeutet, dass diesmal Christian Mathenia im Kasten stehen würde. Wohl um hinten nicht allzuviel umzukrempeln – schließlich fehlte auch der gesperrte Tim Leibold – musste der wieder fitte Ewerton dafür auf der Bank Platz nehmen. Der Torwartwechsel zahlte sich dann zunächst auch aus. Mehrfach konnte sich der Neuzugang vom HSV auszeichnen und brachte die Hoffenheimer Stürmer (vor allem Kramaric) ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Zudem strahlte er die notwendige Ruhe aus, die bei den Klatschen in Dortmund und Leipzig schmerzlich vermisst wurde. Neben Mathenia stand Mikael Ishak in der ersten Halbzeit im Mittelpunkt. Bereits in der 2. Minute kommt er allein vor dem TSG-Tor zum Schuss zielt aber links vorbei. Beim Sprint verletzte er sich allerdings – konnte zunächst noch weitermachen, musst später aber doch raus. Dafür war dann Mathenia der Ausgangspunkt für den Führungstreffer. Seinen Abschlag nahm Virgil Misidjan auf, wurde im Strafraum von Adams geschubst und holte so den Elfer raus. Hanno Behrens verlud TSG-Keeper Baumann und ließ sich die Chance nicht entgehen. Kurz darauf ging der schnelle Misidjan erneut im Strafraum zu Boden. Diesmal fehlte aber die Einwirkung des Gegners. Den nächsten Aufreger setzte dann Schiedsrichter Zwayer. Sieben Minuten ließ er nachspielen. Gab´s wohl zur Halbzeit auch noch nicht oft.

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann nutzte die Pause, ein bisschen umzustellen. Mit Szalai für Grillitsch brachte er einen weiteren Stürmer, was sich prompt bemerkbar machte. Es ist halt offensichtlich nicht die „Kraft des Stadions“, die den Club zu Hause beflügelt, sondern die Taktik des Gegners. Wenn da Stürmer, die auf europäischem Niveau spielen, den Druck erhöhen, ist unsere Abwehr komplett überfordert. So stand in der 50. Minute auf einmal Kaderabek auf der linken Abwehrseite völlig frei, konnte zu Nelson passen, der volley den Ball unhaltbar für Mathenia in den Clubkasten drosch. Sieben Minuten später ist es erneut Nelson. Mit einem Schuss ins kurze Eck bringt er die Hoffenheimer auf die Siegerstraße. Als zehn Minuten später Szalai sogar auf 3:1 erhöht, war das Ding durch. Auch die Freude über die Einwechslung des langzeitverletzten Sebastian Kerk verpuffte. Dass es bei diesem Ergebnis blieb, war einerseits Mathenia zu verdanken und andererseits dem Umstand, dass die TSG es wieder etwas lockerer angehen ließ. Nach vorne ging beim Club jedenfalls kaum moch etwas. Hier zeigte sich erneut, wie wichtig Ishak für das Sturmspiel ist.

Bleibt die Erkenntnis, dass wir gegen die Top-Mannschaften der ersten Liga nicht mithalten können und das unabhängig vom Stadion und vom Zuschauersupport. Die Hoffnung ruht jetzt wohl darauf, dass es bei mindestens zwei anderen Mannschaften noch weniger reicht.

Ein Letztes:

„Der Club ist mehr als die 90 Minuten auf dem Platz“ konstatierte der neue Finanzvorstand Niels Rossow bei seiner Antrittsrede. Richtig. deswegen gibt es im Clubfreundeblog auch schon länger mehr als bloß einen Nachbericht zum Spiel.