Jetzt hadern mal die anderen

Uff, puh! Das war ein Ding am Schluss in Berlin. Diesmal hatte der Club das Glück und die Schiedsrichterunterstützung, die in der Hinrunde oft fehlte. Da wäre der Ausgleich fünf Minuten vor Schluss bestimmt gegeben worden. Da wäre dann auch noch Petrak vom Platz geflogen. Da hätte wäre auch nicht noch ein Elfer für den Club gepfiffen worden. Da wäre beim Führungstor durch Drmic nach dem vorherigen Pfostentreffer Verzweiflung und Schockstarre eingetreten, anstatt dass – wie diesmal – der zurückspringende Ball eingetütet worden wäre. Wahrscheinlich wäre Gleiches schon nach dem schnellen Führungstreffer der Hertha in der 4. Minute eingetreten…

Es ist also vieles anders in der Rückrunde. Wobei zum Glück bei den zahlreichen Herthaangriffen, die dann irgendwie noch abgeblockt wurden, bei denen uns Fans jedesmal das Herz stehen geblieben ist, auch schon noch so was wie Gerechtigkeit dazu kam. Die Entscheidungen von Schiedsrichter Weiner und seiner Linienrichter waren letztlich vertretbar und für uns nur deswegen ungewohnt, weil wir von Weiner und aus der Hinrunde anderes gewohnt waren.

So, und jetzt sind wir plötzlich auf Platz 15, auf einem Nichtabstiegsplatz. Wer hätte das in der Winterpause noch gedacht, dass das so schnell geht. Dankenswerterweise haben da die Abstiegskonkurrenten ein bisschen mitgespielt.

Wenn die Berliner jetzt hadern, können wir das durchaus verstehen. Kennen wir nur allzu gut. Aber, bitteschön: Wir brauchen die Punkte nötiger und in die Europaleague wollt ihr doch nicht ernsthaft?

Wenigstens hat sich niemand weh getan

Wenn du gegen Dortmund in der derzeitigen Form gewinnen willst, dann muss schon vieles zusammenpassen. Dann muss du dich noch das Quäntchen mehr reinhängen, bissig sein und den anderen ein bisschen Angst einjagen und sei es nur, dass sie sich eventuell eine Verletzung zuzuziehen könnten.

Wir hatten da schon mal auf Raphael Schäfer gezählt, der sich tags zuvor wegen seiner Nasenblessur mit einer Ledermaske ziemlich furchteinflößend präsentiert hatte. Aber was kam: Er lief mit einem dezenten Pflaster auf, das auch noch fleischfarben war. Nach dem Motto: Nur nicht unangenehm auffallen! Die anderen Spieler hielten sich ebenfalls an diese Rücksichts-Vorgabe. Keine einzige gelbe Karte gab es. Und wenn mal einer mit Körpereinsatz zur Sache ging, dann so ungeschickt wie Timo Gebhart beim Elfmeter zum 1:0.

Wobei das aber nur in Relation zum körperlosen Fußballballett des FCN ein harter Einsatz war. Vielleicht lag auch der Grund für diese zurückhaltende Spielweise in der Person des Schiedsrichters begründet. Mit Michael Weiner haben wir leider schon sattsam schlechte Erfahrungen. Prompt nutzte der dann auch die erste Gelegenheit zum Clubverpfeifen und gab einen unberechtigten Elfer. Der machte dann dem Club die ohnehin geringe Chance, in Dortmund was zu reißen, gänzlich zunichte.

Wenn man davon ausgeht, dass Weiner in Franken eh nur Weinen hervorruft, war es also richtig, auf alles, was irgendwie nach Foul aussehen könnte, zu verzichten. Dann hätte das Michael Wiesinger allerdings auch Timo Gebhart sagen sollen.

So war das dann halt wie immer. Der Club verliert in Dortmund (diesmal 3:0). Der Club verliert, wenn Weiner pfeift.

Hoffen wir mal, dass wir unser Weinerpensum hinter uns haben und in den wichtigen Spielen einen Schiri bekommen, der sich etwas weniger deutlich auf die Gegenseite schlägt.

Die wichtigen Spiele? Das sind die gegen die Abstiegskonkurrenz. Denn auf dem Niveau eines BVB sind wir, das hat man unabhängig vom Schiedsrichter gesehen, leider nicht.

Das Problem hieß Weiner, nicht Stephan

Vor dem Spiel in Köln drehte sich alles nur um das Nürnberger Torwartproblem. Würde der 3.Torwart Alexander Stephan dem Druck standhalten? Muss der Club nochmal auf dem Transfermarkt aktiv werden?

Doch im Spiel drehte sich alles um ganz andere Aklteure. Zunächst um den Kölner Pedro Geromel, der dem Club zwei berechtigte und durch Timmy Simons verwandelte Elfmeter bescherte und dann um Schiedsrichter Michael Weiner. Erstmals erzielte der Club in einer ersten Häfte wieder ein Tor. Diesmal sogar zwei. Doch dann gab es ein unglückliches Anschlusstor, bei dem Stephan nicht den allerbesten Eindruck machte, das man ihm aber nicht ankreiden kann. Dennoch: Der Club spielte so überlegen und souverän, dass man eigentlich nicht dachte, das Spiel könnte noch kippen.

Das war erst der Fall als Schiedsrichter Weiner eingriff. Der hatte wohl ein schlechtes Gewissen, dass er gegen die Heimmannschaft zwei Elfer gepfiffen hatte und dachte dann: Tue ich denen halt auch mal was Gutes! So schickte er Tomas Pekhart mit Gelb-Rot vom Platz. Für was? Für nichts! Schon die erste gelbe Karte war eigentlich ein Witz. Pekhart versuchte einen Ball per Fallrückzieher ins Tor zu bringen und sah nicht, dass hinter ihm einer stand. Die zweite Gelbe war dann nur noch absurd.

In der zweiten Halbzeit kämpfte der Club hinten aufopferungsvoll. Mit den trotz Unterzahl erarbeiteten Chancen gingen die Clubspieler leider zu lässig und unkonzentriert um. Dass die Kölner sich darauf verlegten, Elfmeter zu schinden, bewies dagegen zum einen, welch beschränkte Mittel diese Mannschaft besitzt und zum anderen, welche Meinung sie vom Durchblick des Schiedsrichters hatte.

Der kippte dann immerhin nicht um, weshalb wir ihn nicht ganz so hart anfassen sollten. Stattdessen plagte ihn noch einmal des Gewissen und er schickte noch den Kölner Brecko aus recht zweifelhaften Gründen vom Platz. Der Druck auf den Club wurde dadurch allerdings nicht kleiner. Wir Fans hatten also wieder einmal verstärkten Bedarf an Beruhigungsmitteln. Doch was solls: drei Punkte, Auswärtssieg! Wer sagt´s denn?

Ach so: das Torwartproblem. Die Diskussion wird uns wohl noch weiter begleiten, denn Stephan war in Köln einfach zu wenig gefordert. Gegen Bremen haben wir zudem noch ein Stürmerproblem, denn da wird Pekhart fehlen.

Weiner – zum weinä!

Auch die schönste Serie geht mal zu Ende. Nach dem achten Spiel ohne Niederlage verlor der Club im Frankenstadion gegen Werder Bremen und wieder einmal spielte ein Schiedsrichter eine entscheidende Rolle.

Was Michael Weiner zusammenpfiff, schubste den – heute allerdings auch nicht besonders gut spielenden – Club voll von der Rolle. Will sagen: Die Mannschaft spielte diesmal nicht so gut, aber der Schiri zog sie noch vollends runter.

Trainer Dieter Hecking hatte vor dem Spiel richtig analysiert, dass der Druck bei den Bremern liegt. Wenn die zurück liegen, dürften sie das Muffensausen bekommen und eventuell einbrechen. Aber so kam es nicht. Weiner unterstützte die allerdings bissig aufspielenden Bremer mit einem doch etwas zweifelhaften (wie man in der TV-Zeitlupe später sah) doch wohl berechtigten Elfmeter. Der Club reagierte richtig, lamentierte nicht, sondern kam zurück – durch ein kurioses Tor, ein Schuss von Gündogan, der von Mertesacker abgefälscht wurde.

Doch Weiner nervte weiter durch seltsame Entscheidungen. Die mangelnde Standfestigkeit eines Marko Marin deutete er beispielsweise jedesmal als Foulspiel des Gegners. Die Clubmannschaft spielte leider genauso unsouverän. Agierte mehr gegen den Schiedsrichter als gegen die Bremer. Wahrscheinlich dachte man, irgendwann muss der Weiner doch mal Gerechtigkeit walten lassen. Das tat er aber nicht. Er stellte Timothy Chandler wegen zweier völlig unbedeutender Fouls mit Gelb-Rot runter. Dann gab er einen zweiten Elfer, der nun eher keiner war…

Die Schieber-Rufe waren schließlich berechtigt. Gleich doppelt. Denn ein Stürmer wie Julian Schieber, der fehlte dem Club heute.

Andererseits: Das bringt uns nicht um. Wenn man 42 Punkte hat, dann steckt man auch einen Michael Weiner weg.