Intelligent mit dem Stadionnamen werben

Ich glaube, kreative Werbung macht allen mehr Freude. Denen, die sie entwickeln. Denen, die sie sehen. Und denen, die sie bezahlen. Markus Ruf

urn:newsml:dpa.com:20090101:101012-99-00078Das Thema Stadionnamen haben wir bislang gerne den Denglisch-Gegnern, anderen Blogs oder den Zeitungskollegen überlassen. Nicht weil uns der Name easyCredit-Stadion besonders gut gefällt, sondern weil uns ja keiner daran hindert, weiterhin Frankenstadion zu sagen. Im Gegensatz zu Rundfunk- und Fernsehanstalten bekommen wir kein Geld und keine Senderechte dafür, dass wir derartige Werbebotschaften transportieren.

Trotzdem wollen wir jetzt in die Diskussion eingreifen, denn die Geschichte ist derzeit so verfahren, dass Club-Geschäftsführer Ralf Woy laut Bildzeitung sogar einen Stadion-Neubau vorschlägt, der dann (es geht immer noch schlimmer) vielleicht Areva-Atompark heißt, oder OB Ulrich Maly versucht, schlechte Namen schön zu reden. Die Einnahmen durch den Stadionnamen, da sind sich Woy, Maly und Stadionbetreibergesellschaft einig, seien nämlich unverzichtbar. Die Teambank wiederum will aber nicht weiter für einen Namen bezahlen, der bei den Fans eher schlecht ankommt und der damit eher nervend als werbend wirkt.

Ganz offensichtlich traut sich aber niemand den (rar gesäten) Sponsoren mal die Meinung zu sagen und ihnen die Botschaft zu übermitteln: Zahlt euer Geld doch lieber für Werbung, die ankommt. Solche Werbung nennt nicht plump nur einen Produktnamen, den niemand hören mag. Solche Werbung geht notfalls auch Umwege und lässt Platz für die Interpretation des Publikums. Außer natürlich, man hält sein Publikum für Volltrottel, dann funktioniert das nicht.

Wir setzen aber einmal voraus, dass der von der Teambank offerierte Leichtkredit auch für intelligentere Zeitgenossen eine Option sein kann. Dann könnte man denen doch schon mit der Stadion-Namensgebung zeigen: Wenn ihr was Gutes habt, könnt ihr bei uns eventuell mal wegen eines Kredits nachfragen. Wenn ihr also einen derart guten Namen wie Frankenstadion habt, dann unterstützen wir den mit einem Kredit. Konkret hieße das: In den Logos stünde dann unter „Frankenstadion“ jeweils „unterstützt durch easyCredit“ oder „TeamBank“.

Das wäre dezente Werbung, die Sympathie generiert. Das würde die Teambank, die früher Norisbank hieß und jetzt eh ein lokales Bezugsdefizit hat, nicht nur mit dem 1.FCN sondern auch mit Franken in Zusammenhang bringen. Beides ist nichts, wofür man sich als Bank schämen muss.

Und wenn die Teambank lieber den Maxl Morlock sponsern will, dann soll sie das unseretwegen machen. Gegen Max-Morlock-Stadion (Fußnote: „unterstützt durch easyCredit“) hätten wir auch nichts einzuwenden.