Auf dem Weg zum Remisrekord

Das Warten auf den Dreier geht weiter. Inzwischen heißt der Club schon 1. FC Sieglos. Dabei müssen wir auch nach dem Wolfsburgspiel froh sein, dass es wenigstens zu einem abermaligen Unentschieden reichte. Eine schöne Einzelaktion von Ginczek und ein Wolfsburgsturm,. der mit seinen Gelegenheiten nicht gerade pfleglich umging, bescherten uns wenigstens ein Pünktchen. Der Titel Remiskönig ist also durchaus drin in der Saison.

Leider war es wieder das alte Lied. Der Club scheint nicht das Glück, sondern das Pech erzwingen zu wollen. Irgendeiner spielt dann in der Kombinationskette immer falsch. Irgendeiner visiert immer erfolgreich das Aluminium an. Irgendeiner macht in der Abwehr immer einen blöden Fehler. Diesmal war es Raphael Schäfer, der aber ansonsten einige Male super hielt. Andererseits war es auch ein vertrackter Schuss von Arnold, bei dem jeder Torwart schlecht aussieht. Doch um das von Trainer Verbeek im Vorfeld angestimmte Gejammer von den Sonntagsschüssen gleich zu kontern. Die Wölfe hatten genug Chancen und waren spätestens nach einer Viertelstunde überlegen, so dass die Führung auf alle Fälle verdient war.

Über das Remis müssen wir uns also nicht beklagen. Mehr wäre nicht verdient gewesen. Im Übrigen hilft es auch nicht, immer wieder anzuführen, der Club könne auch mit Spitzenmannschaften mithalten. Es war auch in der Vergangenheit nicht so, dass alle Absteiger wie Absteiger gespielt haben. Das war eher die Ausnahme als die Regel. Insofern hat das neuerliche Unentschieden nicht unbedingt die Hoffnung auf den Klassenerhalt vergrößert.

In your face, Dieter!

Ok, ein Punkt in Wolfsburg, das hört sich jetzt nicht sooo toll an. Wie der Club den allerdings erkämpft und -das muss man wirklich ausdrücklich hervorheben – erspielt hat, das war Klasse.

Die erste Halbzeit fing nämlich denkbar unglücklich an. Da bekamen die Wolfsburger bereits in der zweiten Minute einen Freistoß und der sonst nur als Mime hervorgetretene Diego hämmert den auch noch rein. Da war es natürlich ungünstig, dass der Club wieder ohne echten Stürmer angetreten war. Zwar hatte der falsche Stürmer, Alexander Esswein, kurz darauf die Chance den Ausgleich zu machen. Aber der Ball zischte knapp am Pfosten vorbei. Trotzdem: Der Club erarbeitete sich weitere Chancen,. Doch dann kam es knüppeldick. Mit einem Sonntagsschuss markierte Olic das 2:0 und dann haute Helmes auch noch den Ball an den Pfosten. Es sah also richtig mies und nach einer sicheren Auswärtsniederlage aus.

In der Pause muss Michael Wiesinger dann seinen Leuten wohl gesagt haben, dass Ostern ist und dass man unter noch ungünstigeren Umständen auferstehen kann. Der Club kam also agilier und zielstrebiger und vor allem mit einem Stürmer (Pekhart) zurück auf den Platz und setzte die Wolfsburger immer mehr unter Druck. War dann der Treffer von Olic schon schön, setzte der 30-Meter-Hammer von Simons noch eins drauf. Der Club ließ freilich nicht locker und als Nilsson den Ausgleich machte und wir dann das Gesicht unseres Ex-Trainers sehen durften, war klar: Wir sind auf dem richtigen Weg, der Dieter auf dem falschen.

Der Club spielt inzwischen schönen engagierten Fußball. Da kämpft die ganze Mannschaft. Da steckt keiner auf. Bei der Plastiktruppe geht es nur um die Kröten und das eigene Ego. Wenn die jetzt noch Troubles mit ihrem Sponsorenverhalten bekommen, ist das nur folgerichtig. Geld schießt zwar Tore. Aber nicht genug. Insofern hätten wir halt gern noch den dritten Clubtreffer gesehen. Aber wir wollen nicht übermütig werden. Bassd scho!

…und hier, weils so schön war:
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Good bye, Dieter!

Da dachten wir schon, beim Club kehrt langsam sowas wie Ruhe ein, aber nichts da! Jetzt verlässt Trainer Hecking den FCN völlig überraschend zum Liga-Konkurrenten VfL Wolfsburg. Will heißen: Der Club braucht einen neuen Trainer. Vorbei ist es mit der Weihnachtsgemütlichkeit.

Die Umstände sind mehr als merkwürdig. Da verhandelt Wolfsburg erst mit Bernd Schuster, der sich schon seit Wochen bei Kabel1 und dann bei der ARD als Bundesligatrainer andient. Der aber – mich zumindest – dort auch extrem genervt hat mit seinen Binsenweisheiten, seinem bräsigen Schwabenslang und seinem beschränkten Wortschatz. Dass so jemand auch noch überzogene Gehaltsvorstellungen anmeldet und Wolfsburg damit vor den Kopf stößt, ist das eine. Das andere ist, dass die daraufhin bei einem Mitkonkurrenten um den Abstieg den Trainer weglocken (kann natürlich auch sein, dass Schuster nur eine Showveranstaltung war um den Club in Sicherheit zu wiegen).

Bei E-Jugendlichen wird eine mehrmonatige Spielsperre verhängt, wenn die während der Saison den Verein wechseln. In der Bundesliga kannst du einfach einen Trainer von der Konkurrenz abwerben und die erstmal schwächen. Ob du dich damit selber verstärkst, ist dann schon gar nicht mehr so wichtig. Das ist zum einen eine Sauerei, zum anderen Wettbewerbsverzerrung.

Viele sind jetzt über Dieter Hecking verärgert, weil er sowas mitmacht. Gut, kann man so sehen. Ich finde es aber auch skandalös, dass sowas überhaupt geht. Gleichzeitig ärgere ich mich, dass der Club Verträge abschließt, die einen solchen Wechsel ermöglichen.

Apropos Club: Die Pressesprecherin war von der Entwicklung heute völlig überrumpelt und wusste überhaupt nichts. Alle Fakten kamen vom VfL Wolfsburg. Das heißt offensichtlich: Der Club ist hier ein ahnungsloses Opfer, das plötzlich ohne Trainer da steht. Das macht nicht unbedingt Hoffnung, dass schnell die richtigen Lösungen gefunden werden. Man schaue sich nur einmal an, was der FCN da alles falsch machen könnte mit der Hecking-Nachfolge: http://www.transfermarkt.de/de/default/verfuegbaretrainer/basics.html Da muss man fast hoffen, dass die Sky-Meldung, U23-Trainer Michael Wiesinger werde zum Cheftrainer aufgewertet, stimmt.

Ach so, die Wettbewerbsverzerrung geht ja noch weiter: Bei den geplanten Kaderverstärkungen ist der Club jetzt auch noch abhängig von seinem Ex-Trainer. Etwa in Sachen Madlung. Zudem fragt man sich, was aus dem vom VfL ausgeliehenen Sebastian Polter wird.

Dessen ungeachtet möchten wir trotzdem Dieter Hecking für die gute Arbeit beim Club danken. Die Hoffnung, dass Kontinuität und Ruhe beim FCN einkehrt, müssen wir allerdings auf seinen Nachfolger übertragen.

Aus der Krise gekämpft

Geht doch! Langsam arbeitet sich der Club wieder aus dem Tal und kämpft sich zum Erfolg. Wichtiger Heimsieg gegen Wolfsburg. Und das Gute: Der Club war 90 Minuten lang überlegen, spielte richtig Fußball, machte das Spiel, wie sich das im eigenen Stadion gehört, und wurde dann auch noch belohnt. Ebenfalls positiv: Mit dem VfL Wolfsburg wurde ein Mitkonkurrent in die Schranken verwiesen. Von wegen Köstnereffekt. Der FCN spielte da indirekt auch für seinen Ex-Trainer Felix Magath. Aber der kann uns wurscht sein.

Wir haben ja den Dieter Hecking und der hat heute nichts verkehrt gemacht. Er hat die Mannschaft super eingestellt. Hinten stand sie sicher. Besonders auffällig, dass die angeblich unverzichtbaren Stammkräfte Raphael Schäfer und Javier Pinola in keiner Minute vermisst wurden. Plattenhardt räumte hinten solide ab. Rakovsky blieb praktisch fehlerfrei und leitete, von Schäfer sieht man sowas kaum, ein paar Mal sogar gefährliche Konter ein. Zwar lief vorne manches noch überhastet, wurde mancher Pass zu ungenau gespielt. Aber wahrscheinlich kannst du dir sowas nur durch entsprechendes Selbstbewusstsein erarbeiten. Um so wichtiger, dass Gebhart mit seinem sehenswerten Flugkopfball (Bild) was in diese Richtung ablieferte.

Drei wichtige Punkte. Endlich mal wieder ein Tor und dazu noch ein Heimspiel relativ souverän gewonnen. So kann´s weiter gehen!

Zu früh in den Relax-Modus gewechselt

Omeiomei! Da kommt die bislang schlechteste Auswärtsmannschaft, noch dazu einer der Lieblingsgegner des FCN, nach Nürnberg. Nach Nürnberg, wo die Abwehr normalerweise sicher steht und daher sogar als Prunkstück des Clubs gilt. Und dann macht Wolfsburg drei Tore und hätte eigentlich sogar noch höher gewinnen können. Da haben wir als Fans dann doch heftig dran zu schlucken. Das Schlimme war dabei auch der saft- und leblose Auftritt, das fehlende Aufbäumen. Im Grunde genommen spielte der FCN wie ein Absteiger.

Dabei hatte er den Abstieg doch schon abgehakt. Wahrscheinlich war das der Fehler, dass Dieter Hecking da zu schnell Entwarnung gegeben hat. Jetzt schaut es nämlich plötzlich wieder brandgefährlich aus. Augsburg und Freiburg haben gewonnen, der Club muss nächste Woche nach Stuttgart, dann kommen die Bayern. Punkte liegen da nicht unbedingt auf der Straße herum. In drei Wochen geht es dann gegen Freiburg und da kann dann der eine den anderen so richtig in den Abgrund kicken… Und wenn der Club weiter so überheblich und uninspiriert spielt, wird er wohl der Gekickte sein. Da muss also dringend nochmal jemand einen Weckruf starten.

Sorgen macht aber nicht bloß der Spielplan und die Konkurrenz. Wie schon Mainz in der ersten Spielphase demonstrierte auch Wolfsburg, wie man die Clubabwehr unter Druck setzen kann, wenn gleich die Stürmer draufgehen und einen Aufbau von hinten unterbinden. Dann verliert die Clubabwehr Ruhe und Übersicht und irrt wie ein Hühnerhaufen herum. Wenn Philipp Wollscheid dann auch noch (verletzungsbedingt?) neben sich steht, ist es mit der Sicherheit gleich ganz vorbei. Dann baut Dominic Maroh noch Mist, Adam Hlouseks Abwehrverhalten ist ohnehin steigerungswürdig, bei Timmy Simons regiert eh die Unauffälligkeit…

Man könnte sich da jetzt langsam nach vorne lästern, zum Beispiel zu Pekhart, der zwar Mintalsche Phantomqualitäten in punkto Unsichtbarkeit offenbart, nicht jedoch dessen Torgefahr. Aber letztlich war das Spiel generell verkorkst. Da hat sich mancher wohl auch anstecken lassen. Vielleicht hat wirklich nach dem schnellen 1:0 , schönem Sonnenschein und angenehmen Frühlingstemperaturen der eine oder andere bereits in den Relaxmodus geschaltet und kam da nicht mehr raus.

Sorry, da lege ich mich fest: 31 Punkte werden zum Klassenerhalt nicht reichen. Deshalb: Zammreißen, kämpfen!

Yeah, Heimsieg Nummer 3!

20101023 FCN gg WolfsburgDer FCN ist kein Retortenverein, deswegen schlägt er solche auch, trotz des Geldes, das die investieren können. Und deswegen tut er sich wohl gegen andere Vereine, die leben, kämpfen und sich reinknien, wie der FC St.Pauli, schwer. Geld scheint nur noch bedingt eine Rolle zu spielen, auch in der Bundesliga, zumal man sich dafür zwar Spieler, aber – wie man angesichts der Handvoll Wolfsburger im Frankenstadion feststellen konnte – keine Fans kaufen kann.

Doch genug geschwafelt, kommen wir wieder auf den Rasen zurück: Wir freuen uns natürlich riesig über den dritten Heimsieg. War zwar wieder eine harte Nummer, wieder ein 2:1 mit einem relativ glücklichen Siegtor. Aber was solls?

Dabei sah es am Anfang doch nach einem geruhsamen Nachmittag für uns Fans aus. Der Club hatte die VW-Truppe im Griff, ging bald in Führung und es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann das 2:0 fällt. Stattdessen kam es dann, wie schon öfter in dieser Saison: Wenn es läuft, läuft es nicht beim Club. Da fangen dann einige wohl an, mit den Gedanken abzuschweifen und es etwas relaxter angehen zu lassen. Dass der Wolfsburger Schäfer da so frei auf Grafite flanken konnte, das ist anders nicht zu erklären. Doch anders als in früheren Jahren, wo dann gern der völlige Einbruch folgte, rappelte sich die Clubmannschaft dann wieder auf (vor allem die Vorarbeit zum 2:1 von Julian Schieber war Klasse). Da kann man sich Aussetzer erlauben.

Schade nur, dass dann nicht noch ein Tor nachgelegt wurde, dann wären wir wieder an den Bayern vorbeigezogen. Aber gut: Wichtig ist, wo man am Ende steht. Im Augenblick ist das alles nur eine Momentaufnahme – und wenn wir nach 34 Spielen vor den Bauern sind, dann machen wir ein Faß auf.

Auweia, diese zwei Tore tun richtig weh!

20100411 1. FC Nürnberg - VfL WolfsburgWas für ein Scheißspiel! Da schont sich der amtierende deutsche Meister fast 90 Minuten lang mit Antifußball, hat gerade einmal zwei Chancen und macht zwei Tore und der Club kassiert eine Heimniederlage, die richtig weh tut.

Doch leider: Für Überlegenheit gibt es keine Punkte. Man sollte schon mal das Tor treffen. Doch damit war es nicht weit her. In der ersten Halbzeit war Javier Pinola noch der torgefährlichste Clubspieler und in der zweiten Halbzeit reichte die Chancenzahl nicht aus um die mangelnden Knipserqualitäten der Clubstürmer wettzumachen. Vor allem Marcel Risses Flanken waren diesmal völlig verpeilt. Wie Cleverness vor dem Tor aussieht, das konnten die FCN-Kicker dann von Djeko (Bild) und Grafite lernen.

Allerdings war die gesamte Wolfsburger Spielweise cleverer. Das muss man erst einmal bringen, den Gegner so fertig zu machen und einzulullen, bis es ihm zu bunt wird, bis er denkt: die armen Zuschauer, denen muss doch was geboten werden für ihr Geld! Eine Halbzeit hat der FCN dagegen gehalten und genausowenig aufgemacht wie die Wölfe, dann ist er aber umgeknickt und hat prompt den entscheidenden Konter kassiert. Möglicherweise hatte Hecking darauf spekuliert, dass Wolfsburg nach dem Europaleague-Spiel nicht mehr so fit ist und am Ende einbricht.

Nun ist der Club eingebrochen und steckt wieder voll unten drin. Hannover ist wieder dran und wenn das nächste Spiel in Freiburg verloren wird, dann sind die punktgleich. Das wird also eine richtig harte Nummer, von der Klatsche in Bremen sollte man sich da (bitte, Herr Hecking!) nicht irritieren lassen.

So darf es gerne weitergehen

20091121_club_bigAuswärtssieg! Wer hätte das gedacht? Und diesmal kann sich der Club auch nicht über mangelndes Glück und ungerecht pfeifende Schiris beklagen. Erinnert sei nur an die, sagen wir mal vorsichtig, sehr engagierten Fouls von Schäfer und Wolf. Erinnert sei auch an das Last-Minute-Tor der Bremer. Aber in Wolfsburg machte Peer Kluge in der Nachspielzeit der Sieg perfekt. Gleicht sich also scheinbar doch alles aus.

Allerdings: Nur Glück war das nicht. Diesmal wurden einfach so viele Chancen herausgespielt, dass irgendwann doch die Tore fielen. So kommt es dann auch nicht darauf an, wenn einmal was daneben geht oder der Pfeifenmann nicht mitmacht. So ist dann auch das Sturmproblem keines mehr. Wenn ein Stürmer weiß, dass er noch ein paar weitere Chancen bekommt, dann agiert er einfach ein bisschen lockerer und souveräner vor dem gegnerischen Kasten.

Super! So darf es gerne weitergehen.