Frankenderby zum Abgewöhnen

Dass der fränkische Profifussball auf den Hund gekommen ist, das kann man leider nicht bloß der Tabelle entnehmen. Was da heute in der Würzburger Flyeralarm-Arena von den beiden Mannschaften abgeliefert wurde, hatte mit besagter Sportart nur noch wenig zu tun. Ein Spielfluß war kaum erkennbar. Spielideen und ein Spielplan auch nicht. Wobei man den Würzburgern zumindest attestieren muss, dass sie wohl die Absicht hatten, nach der frühen Führung eher destruktiv ans Werk zu gehen.

Bis zur 10. Minute hatte nämlich der Club noch durchaus ansehnlich agiert, sich eine Überlegenheit erspielt und Druck aufs Würzburger Tor entwickelt. Allerdings ohne dabei richtig gefährlich zu werden. Das gelang den Kickers bei ihrer ersten Chance ungleich besser. Rama wird von Behrens und dem erneut indisponierten Kapitän Brecko nicht attackiert und markiert so das zu diesem Zeitpunkt doch ziemlich überraschende 1:0. Danach verlor der Club völlig den Faden und wurde von den Kickers zeitweise regelrecht vorgeführt. Erst gegen Ende der ersten Hälfte gelingt es, ein paar Chancen zu generieren.

Nach der Pause verlegen sich die Hausherren gänzlich aufs Zerstören. Wobei es beim konzeptlosen Club nicht allzuviel zu zerstören gab. Da lief – wieder einmal – nichts zusammen. Neben Kapitän Brecko sind vor allem der weitgehend abgetauchte, eigentlich als Mittelfeldregisseur vorgesehene, Kevin Möhwald und der wohl nur als Platzhalter aufgestellte Stürmer Ishak zu nennen. Von dem war in der ersten knappen Stunde überhaupt nichts zu sehen. Umso mehr dann von seinem Nachfolger Cedric „ist noch nicht soweit“ Teuchert. Wie schon gegen Aue machte er wieder ein wichtiges Tor (80. Minute) und kaschierte so eine ziemlich unterirdische Mannschaftsleistung. Zudem hielt er einen Mitbewerber um den Abstieg auf Distanz. Wobei der unter zwei schlechten Zweitligamannschaften noch die bessere war.

Wird Zeit, dass die Saison abgepfiffen wird, sonst verlieren auch noch die Fans die Lust am Fußball.