• Startseite
  • Autor

EigenART

Kultur-Blog

Feed on
Beiträge
Kommentare

Lustloses Finale: “Schmidt & Pocher” kurven durch Köln

17. April 2009 von th

dpa

Das wars dann also: Offensichtlich ohne Konzept bzw. Navigationssystem verabschiedete sich das Late-Night-Duo Harald Schmidt (51) und Oliver Pocher (31) von den Zuschauern. In einer letzten Sendung kurvten die beiden in Pochers Auto durch Köln, der jüngere und oft gescholtene Pocher spielte den Fahrer für Schmidt, der als graue Eminenz auf der Rückbank thronte. Zwei Techniker hatten sich auch noch ins Auto gequetscht, kamen aber nur sehr selten und nur dann ins Bild, wenn es sich gar nicht vermeiden ließ.

“Das letzte Mahl” hieß der gar nicht hintersinnige Untertitel dieser finalen Fahrt, auf der noch mal die Zielgruppen-Klischees bedient wurden: Erst gabs fürs vermeintliche Pocher-Klientel Currywurst mit Pommes und Mayo, dann ließ Grandseigneur Schmidt für 100 Euro Sushi ans Auto liefern – aber letztlich wirkten beide Mahlzeiten so abgestanden wie das gescheiterte Verjüngungskonzept der ARD.

Deren Programmmacher hatten mit Jung-Comedian Oliver Pocher vor zwei Jahren die langsam aber stetig alternde Zielgruppe von Schmidts Late-Night-Show auffrischen wollen; ein Plan, der schon immer schwer an eine Kopfgeburt erinnerte und in der Realität – wenn man zumindest den Programmanalysen Glauben schenken will – auch nicht fruchtete.

Zwischen Currywurst und Sushi gabs dann noch ein paar vermeintliche “Best-of”-Häppchen aus den Sendungen. Doch selbst die Schnippsel von Pochers Stauffenberg-Parodie, vom “Nazometer” und dem Skandalauftritt der Rapperin Lady Bitch Ray waren so entschärft und auf öffentlich-rechtliches Erregungsniveau gedimmt, dass man ein Gähnen bald nicht mehr unterdrücken konnte. Typisch auch für die Angsthasen von der ARD, dass jedes Mal ein Pfeifton ertönte, wenn ein Markenname oder der Name eines Restaurants erwähnt wurde bzw. entsprechende Schriftzüge und Autokennzeichen gepixelt wurden. Oh wie ermüdend korrekt war das alles.

Fazit: Da fuhren zwei Comedians lustlos durch Köln, die sich nichts mehr zu sagen hatten, und deren jeweilige Potenziale in “Schmidt & Pocher” (auf dem dpa-Foto sitzen die beiden nochmal in der Studio-Deko) sich nur selten gegenseitig bereicherten. Und der Jugendwahn ist bei der ARD deshalb auch nicht ausgebrochen. Das passiert, wenn öffentlich-rechtliche Sender erst mutig sein wollen und sich dann nicht trauen. Der Beta-Blogger

  • Share/Bookmark

Veröffentlicht in Der Beta-Blogger, Glotzofon | Kein Kommentar

Kommentare nicht erlaubt.

  • Letzte Einträge

    • Was hat uns “Dornröschen” noch zu sagen?
    • “Grosse Kiste” – ein Theaterflop?
    • “Zauberflöte” – hohe Berge, flache Inszenierung
    • Bruckner beim BR
    • Buhs für einen Erfolgsregisseur
  • Kategorien

    • Beobachtungen
    • Der Beta-Blogger
    • Festspiel-News
    • Florian Mangold
    • Glotzofon
    • Hör-Bar
    • Kritisch, kritisch
    • Nie war Sprache schöner
    • Unterm Strich
    • Vorhang auf!
  • Neueste Kommentare

    • Ziggi on “Zauberflöte” – hohe Berge, flache Inszenierung
    • bernhard jäger on “Grosse Kiste” – ein Theaterflop?
    • ka neu on Autor
    • Hartmann on Berliner Abschied (2): Palazzo Prozzo
    • Calafata on Kuscheln um die “Tatort”-Leichen
  • Links

    • Blogroll

      • Alle NZ-Blogs
      • Die 3 Clubfreunde
      • If You´re going to San Francisco
      • Senf dazu
      • Tiergarten-Blog
      • Vip-Raum
  • Archiv

  • Zum Franken-Wiki
    Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
    Bloggeramt.de
  •  

    April 2009
    M D M D F S S
    « Mrz   Jun »
     12345
    6789101112
    13141516171819
    20212223242526
    27282930  

EigenART © 2010 Nürnberger Zeitung