Buhs für einen Erfolgsregisseur
8. Juni 2009 von th
Er hat “Faust I” und “Faust II” am Deutschen Theater Berlin zu den größten Erfolgen seit Jahren gemacht. Auch beim Berliner Theatertreffen ist Michael Thalheimer quasi Stammgast. Sein Regiestil setzt auf Verdichtung und Verknappung und passt damit in unser schnelllebiges Wikipedia-Zeitalter, das von jedem Thema möglichst rasch die Quintessenz haben will. Und bei Thalheimer kann man sicher sein, dass nicht mal ein großes Goethe-Stück länger als zwei Stunden dauert.
Doch jetzt hat der Erfolgs-Regisseur seinen Meister gefunden: Er heißt Wolfgang Amadeus Mozart. In seiner dritten Operninszenierung musste Thalheimer erkennen, dass man die scheinbar heiteren und leichten Seiten des Singspiels “Die Entführung aus dem Serail” nicht einfach weglassen kann. Thalheimers Inszenierung an der Berliner Staatsoper wurde dadurch so karg wie schwer und entfernte sich zum Ende immer weiter vom Mozartschen Geist. Die Konsequenz: Bei der Premiere gab es viele Buhs für den Erfolgsregisseur. Der Beta-Blogger

