Bruckner beim BR
6. Oktober 2009 von th
Natürlich ist Bruckners 7. Sinfonie ein Hammer. Sie steckt voller Reminiszenzen an die Musik Richard Wagners und betrauert in einem herrlichen Adagio dessen Tod. So ein Werk kann man nicht einfach nebenbei hören, dass fordert die ganze Aufmerksamkeit. Im Konzertsaal ist das ja kein Problem, wer sich aber die neue CD des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter seinem Chefdirigenten Mariss Jansons ins Haus holt, sollte sich auch genügend Zeit dafür nehmen, die CD in Ruhe anzuhören, am besten auf dem Sofa, ganz entspannt, die Musik ist aufregend genug, etwa in den Trompetenfanfaren des Scherzos oder im tänzerisch kühnen Rhythmus des Finales.
Diese CD ist Teil eines Eröffnungspakets von acht Aufnahmen des neuen Labels “BR Klassik”. Unter dieser Marke verwertet der Bayerische Rundfunk in Zukunft die in seinem Archiv lagernden Aufnahmen genauso wie die Aktivitäten seiner drei Klangkörper: Das sind das schon genannte BR-Symphonieorchester, das Münchner Rundfunkorchester und der BR-Rundfunkchor. Das ist ein Wagnis in Zeiten, in denen der CD-Markt eingebrochen ist und selbst große Labels leiden. Gut, dass BR-Symphonieorchesters zählt die englische Musikzeitschrift “Gramophone” zu den zehn besten der Welt – damit müssten sich noch ein paar Käufer anlocken lassen. Und Bruckners 7. Sinfonie ist im Großen Saal des Wiener Musikvereins aufgenommen worden. Aber dessen legendäre Akustik lässt sich auf einer CD halt auch nur begrenzt – und nicht ohne die Hilfe des Tonmeisters – vermitteln.
Das Klangbild dieser Aufnahme ist auch sehr plastisch. Andererseits ist Bruckners Siebente schon sehr gut auf CD dokumentiert. Der Markt ist halt sehr eng – und selbst ein Label, das den BR im Rücken hat, wird dort um Aufmerksamkeit kämpfen müssen. Der Beta-Blogger
Bruckner, Anton: Sinfonie Nr. 7/ Label: BR-Klassik

