Aus, vorbei! Aber wen das tröstet: Selbst für die Spanier beginnt irgendwann wieder der Alltag. Auch für dieses Blog fällt jetzt der Vorhang. Doch das Bloggen läuft – beispielsweise auf den anderen NZ-Blogs – weiter. Aber auch der Fußball. Im nächsten Jahr ist schon wieder Confederations Cup und in wenigen Wochen startet die Bundesliga, beziehungsweise die – uns Nürnberger diesmal mehr interessierende – 2. Liga.
Dass auch abseits der großen Stadien und fern von UEFA-gesteuerten Kameras guter Fußball geboten wird, demonstriert dieses Video. Gleichzeitig nimmt es uns mit zurück in unsere kleine Welt, in der es auch Euphorie ohne die Buchstaben E und M geben kann:
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Anfang Juni fand in Nürnberg die Jahrestagung der Tiefkühlhersteller statt. Der Branche geht es gut. Die Umsätze haben neue Rekordmarken erreicht. Wichtig scheint dabei weniger der Geschmack, als das Gespür für die richtigen Produkte. Wer, wie Frosta, so etwas auf den Markt bringt, braucht sich um den Absatz auch keine Sorgen machen:
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Das Halbfinale zwischen der Türkei und Deutschland hat uns an vergangene Fernsehzeiten erinnert, als es nur ein Programm gab, als bei wichtigen Sendungen alle davor saßen, und man noch einen Sendeschluss kannte und beruhigende Pausenmusiken. Daran knüpft dieses Video an und zeigt, wie beschaulich Fußball doch sein kann, einfach zurücklehnen und relaxen oder – wie es die Russen gegen Spanien machten – vielleicht mal die Aufputschmittel weg lassen und 90 Minuten gemütlich durch den Regen spazieren:
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Das war ein Traum-Fußballabend! Die Spanier haben gespielt…zum NIEDERKNIEN!!! Wundervoll! Und dann ist das auch noch mein ersehntes Finale: Deutschland gegen Spanien. Toll! Selbst Netzer war so begeistert, dass er gleich mehrfach vom Halbfinale als “Endspiel” sprach, egal. Das wird ein ganz harter Brocken für uns, aber wir haben die deutschen Tugenden und jede Menge Dusel. Und wenn es nicht klappt, dann freue ich mich ebenfalls wie verrückt. Besser geht nicht. Man hätte sich ein Finale Türkei gegen Russland vorgestellt. “Gostenhof gegen Langwasser” hatte das vorgestern ein Fan kommentiert. “Das gibt Tote.” Naja, das bleibt uns erspart und die Türken waren unglaublich faire Verlierer. Jetzt bleibt für mich auch noch die Frage: Wer ist cooler? Luis Aragones oder Jogi Löw?
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Meine Güte, ist das toll! Wir sind im Finale! Uneingeschränkt freuen können wir uns natürlich nicht, das hat man auch an den deutschen Recken gesehen. Nur Prinz Poldi gab wie immer den Einheizer, der Rest der deutschen Mannschaft saß etwas bedröppelt, wenn auch glücklich, auf dem Rasen. Nein, es war nicht gut, das Spiel der Deutschen. Zu wenig Selbstsicherheit, zu viele Fehlpässe, zu wenig Konzentration gegen überraschend starke Türken, die ja auch noch ersatzgeschwächt waren. Umso besser, dass es trotzdem geklappt hat.
Und Nürnberg feiert super. Ich habe das Spiel in einem Besucherraum einer Nürnberger Klinik gesehen, ein Freund liegt dort frisch operiert. Es war gemütlich und trotzdem hat man etwas von der besonderen Stimmung in der Stadt mitbekommen, in der Public Viewing zum Volkssport geworden ist. Vom Balkon aus konnte man ein Mini-Feuerwerk in Schweinau sehen, die Schreie nach den deutschen Toren und das Schweigen bei den türkischen Treffern drangen in das Zimmer. Und dann diese wundervolle Ausgelassenheit, die diese Stadt bei der WM 2006 gelernt hat: Fans, die Fahnen schwenkend Richtung Plärrer zogen, viele Autos fuhren auch in die Innenstadt, meistens hing ein Mädel dekorativ aus dem Fenster, eine Fahne in der Hand.
Und was hat mir Jogi Löw Leid getan: Fassungslos, tobend und anfeuernd musste er neben seinem eigentlichen Job auch noch verhindern, wieder in der Skybox zu landen. Das lag im Rahmen des Möglichen, denn der Schweizer Schiedsrichter wollte ja auch nicht immer mit dem Zweiten besser sehen. Immerhin hätte Jogi in der Strafkammer während des Finales rauchen können.
Aber so hat er sein enges Hemd vollegschwitzt und guckte matt-glücklich, als es endlich vorbei war. Mein perönlicher Glücksmoment: Dass es ausgerechnet Phlipp Lahm war, der den Siegtreffer erzielte. Mein absoluter Lieblingsspieler! So schön! Olé olé olé olé…Finale, olé. Das tönt jetzt immer wieder von der Straße hoch. Intelligent macht Fußballfieber nicht unbedingt, aber was solls. Hirnfrei ist auch mal schön.
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Fina…
wir entschuldigen den Bildausfall!
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Die amerikanische Botschaft befürchtet offenbar Unruhen im Zusammenhang mit dem Halbfinalspiel Türkei-Deutschland. Mit einer sonst nur in Kriegsgebieten verbreiteten Meldung warnt die Botschaft die US-Amerikaner vor “scheinbar friedlichen” Menschenaufläufen in Zusammenhang mit dem EM-Spiel.
Hier der Wortlaut:
We remind American citizens in Germany that even mass gatherings and demonstrations intended to be peaceful can turn confrontational and possibly escalate into violence. American citizens are therefore urged to avoid the areas of demonstrations if possible, and to exercise caution if within the vicinity of any demonstrations. American citizens should stay current with media coverage of local events and be aware of their surroundings at all times.
Americans in Germany are encouraged to register with the U.S. Embassy in Berlin, or at either the Munich or Frankfurt Consulate, through the State Department’s travel registration web site, https://travelregistration.state.gov/ibrs/ui/, and to obtain updated information on travel and security within Germany. Americans without Internet access may register directly with the nearest U.S. Embassy or Consular Section. By registering, American citizens make it easier for the Embassy or Consulate to contact them in case of emergency.
Man sollte den US-Behörden zeigen, dass ihre Außenpolitik auch hier wieder einmal daneben liegt.
Schön auch dieser Kommentar: I believe I hear not right!
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Es war knapp, richtig haarscharf. Beinahe hätte es Schiedsrichter Urs Meier geschafft, mal etwas Substanz in die ebenso banale wie plattitüdenreiche Plauderrunde mit Johannes Baptist Kerner und Jürgen Klopp zu bringen. Meier wies am Samstag daraufhin, dass Ballacks Tor zum 3:1 für die Deutschen gegen Portugal irregulär gewesen sei; und dass die Deutschen wohl monatelang lamentiert hätten, wenn ein solches Tor gegen sie gegeben worden wäre. Ein durchaus interessantes Argument, wenn man sich das Gejammere der Fernsehjournalisten bei Jogi Löws Verbannung in den Glaskasten vor Augen führt – wobei diese Strafe sportlich freilich wesentlich unbedeutender ist als ein solches regelwidriges Tor.
Aber auf Kerner ist eben Verlass: Kollege vip hat ihn ja neulich als “Chancentod” bezeichnet, und in der Tat vergab der Moderator auch diesmal zielsicher die Möglichkeit einer spannenden Diskussion. Er bügelte Meier mit dem Hinweis ab, dass ihm ein regelwidriger Treffer “für uns lieber ist als gegen uns” und erklärte trunken vor Deutschtümelei: “Ballack ist so ein überragender Fußballer, der kann sogar foulen.”
Dafür ist Kerner ein so schlechter Moderator, dass er nicht mal zuhören kann. Urs Meier brachte nach dem Viertelfinal-Aus der Holländer die These vor, dass es den Mannnschaften vielleicht sogar schade, wenn sie im bedeutungslosen letzten Gruppenspiel ihre B-Elf auflaufen lassen würden. Damit werde die Stammelf zwar geschont, aber auch aus dem Rhythmus gebracht. Siehe neben Holland auch Portugal und Kroatien. Kerner ging auf diesen Hinweis nicht ein, was Meier anscheinend schon gewohnt ist. Der Schweizer gab nicht auf und formulierte den Gedanken ein paar Minuten später noch einmal. Kerner: “Ach, jetzt versteh ich erst, wovon Du da überhaupt geredet hast.”
Und als Meier am Tag darauf richtig vorausahnt, dass die Partie zwischen Italien und Spanien eine “zähe Angelegenheit” werden könnte, antwortet Kerner sinngemäß: “Du freust Dich also auch auf ein tolles Spiel?” Bei solchen Dialogen aus der Hölle kann mich nur eines trösten: Früher hat der “Chancentod” Spiele auch kommentiert, da konnte der fußballgeneigte Zuschauer ihm kaum entkommen. Das Blabla auf der Seebühne dagegen muss man sich ja nicht antun.
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Nach dem Sieg der deutschen Mannschaft gegen Portugal hieß es hinterher, die deutschen Tugenden hätten sich durchgesetzt. Es gibt aber auch deutsche “Tugenden”, die setzen sich sowas von null durch, dass sie gerade heute vor dem Halbfinale gegen die Türkei einmal genannt werden müssen:
Wissen sollte jeder Fußballfan, dass Autokorsos normalerweise anmeldepflichtig sind – und die Hupkonzerte und die Jubelfahrten während der WM als Ausnahmezustand geduldet werden. Und natürlich gilt die Gurtpflicht! Auch auf den hinteren Sitzen. Außerdem darf man Fahnen nicht weiter als vierzig Zentimeter aus dem Autofenster halten.
Diese Richtlinien gaben der Deutsche Automobilclub und die deutsche Polizei anlässlich der WM 2006 aus. Wer bislang noch nicht die Gelegenheit hatte, zu beobachten, wie wenig das die Leute interessiert, was deutsche Polizisten oder Automobilclub-Funktionäre vorschreiben, der hat heute abend die Gelegenheit dazu.
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