Denkwürdiger 24. Juni 2016

Trainingsauftakt SpVgg Greuther FürthEin denkwürdiger Tag, dieser 24. Juni 2016. Nicht wegen des plötzlichen Hitzeeinfalls in Deutschland. Ich meine wegen des für mich überraschenden Ergebnisses in Großbritannien, das für den BREXIT gestimmt hat. Schade.

Im Vergleich dazu sind die Neuigkeiten bei der Spielvereinigung eher marginal: Vier neue Torleute hat der Verein angeheuert, sie werden der aktuellen Nummer Eins – Sebastian Mielitz – unter Umständen das Leben und seinen Status als Haupt-Keeper schwer machen. Wobei ich die Leistung von Mielitz in der vergangenen Spielzeit von Monat zu Monat immer besser fand.

Erfreulich ist, dass Sercan Sararer zum Kleeblatt zurückkehrt. Der 26-Jährige stand gestern beim Trainingsauftakt  (Foto) schon mit auf dem Platz. Sercan Sararer hat seinen Vertrag bei Fortuna Düsseldorf aufgelöst und einen Zweijahreskontrakt bei der Spielvereinigung unterschrieben. Dort wurde er in der Jugend ausgebildet und absolvierte später 108 Ligaspiele für die Profis, dabei erzielte er 20 Tore. In der vergangenen Saison schoss Sararer bei den Nordrhein-Westfalen  in 24 Spielen drei Tore und es gelangen ihm acht Vorlagen. Die Rückkehr des Urgesteins der SpVgg wird auf jeden Fall der Mannschaft einen positiven mentalen Impuls geben.

Auch der neue Außenstürmer Mathis Bolly war zuletzt bei Fortuna Düsseldorf und kam dort auf sieben Einsätze in der Bundesliga und 43 Einsätze in Liga zwei. Dabei erzielte er sechs Tore und drei Vorlagen. In Fürth erhält Mathis Bolly einen Zweijahresvertrag. Ein weiterer Neuzugang ist Khaled Narey von Borussia Dortmund. Der Rechtsverteidiger erhält beim Kleeblatt einen Dreijahresvertrag. Zuletzt war der 21-Jährige an den SC Paderborn ausgeliehen.

Alle Kleeblattfans sollten den heutigen Tag genießen und vielleicht dem Kleeblattstand auf dem Fürther Grafflmarkt einen Besuch abstatten. Ihr findet ihn mit Fanrtikeln zum Sonderpreis am Freitag von 16 bis 22 Uhr und am Samstag von 9 bis 16 Uhr auf dem Grünen Markt, direkt vor dem Schauhaus. Morgen findet das Classic Open Air Konzert im Stadtpark statt. Und am Sonntag, 26.Juni, heißt es dann ab 18 Uhr der Deutschen Nationalmannschaft Daumen drücken im Achtelfinalspiel gegen die Slowakei. Mein Tipp: 3:1 für die Mannschaft von Jogi Löw.

Kleeblätter for sale?

Es ist Mitte Juni, und alle Sportfans konzentrieren sich momentan auf die Fußball-EM in Frankreich. Dabei tut sich gerade bei den Zweitliga-Mannschaften ganz viel. Während die Gerüchteküche über einen möglichen Wechsel des Trainers des 1.FC Nürnberg – René Weiler – zum RSC Anderlecht brodelt, nimmt bei der SpVgg offenbar der „Ausverkauf der Spieler“ an Fahrt auf: Heute hat sich der Verein mit dem VfL Bochum auf die Wechsel von Marco Stiepermann und Johannes Wurtz (Foto) geeinigt. Über die Ablösemodalitäten haben beide Vereine Stillschweigen vereinbart. Dazu Ramazan Yildirim, Direktor Profifußball bei den Kleeblättern, auf deren Website:

„Marco hat uns in den Gesprächen deutlich signalisiert, dass er sich gerne verändern möchte. Nachdem wir das finanziell gute Angebot vom VfL erhalten haben, haben wir uns damit auseinandersetzen müssen. Da wir Marco im kommenden Sommer ablösefrei hätten ziehen lassen müssen, haben wir uns letztlich für diesen Transfer entschieden, zumal es uns wichtig ist, Spieler zu haben, die zu 100 Prozent hier sein wollen.“

Damit wird Marco Stiepermann zukünftig in der Nähe seiner Geburtsstadt Dortmund sein. Seine Teamkameraden beim VfL Bochum sind ab der neuen Saison Johannes Wurtz und Tom Weilandt. Dass die Torhüter Marc Flekken in Zukunft beim MSV Duisburg und Bastian Lerch bei Jahn Regensburg in Lohn und Brot stehen werden, ist seit dieser Woche klar. Da auch der dritte Kleeblatt-Torwart Leopold Zingerle den Verein verlässt (er wechselt zum 1. FC Magdeburg), wird man sich vor allem auf die Suche nach weiteren Keepern machen müssen, die Sebastian Mielitz im Ernstfall vertreten können.

Wer das Kleeblatt noch verlassen wird, zeigt sich in den nächsten Tagen und Wochen. Und die „Causa“ Trainer Stefan Ruthenbeck ist ja auch noch nicht in trockenen Tüchern!

Ex-Kleeblatt spielt bei Fußball-EM

Gestern Abend hatte die deutsche Nationalmannschaft endlich ihren ersehnten ersten Auftritt bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Das Team um Trainer Jogi Löw hat sein erstes Spiel in Gruppe C gegen die Ukraine mit einigen Anstrengungen 2:o gewonnen. Und Bastian Schweinsteiger konnte mit einem wunderschönen Tor in der Nachspielzeit sein Comeback feiern.
Freuen wird die Fans der Spielvereinigung, dass auch ein ehemaliger Spieler des Kleeblatts bei der EM dabei ist: Mergim Mavraj läuft für Albanien auf, das zum ersten Mal überhaupt in seiner Fußballgeschichte an einer Europameisterschaft teilnimmt.
Mavraj war im Januar 2011 zum Kleeblatt gewechselt und erkämpfte sich mit seinen guten Leistungen schnell einen festen Platz in der  Stammelf. Nach dem Bundesligaaufstieg 2012 wurde er vom Mannschaftsrat zum Kapitän gewählt und führte die SpVgg durch ihre erste (und bislang einzige) Bundesligasaison. Nach dem Abstieg gab Mavraj die Kapitänsbinde an Wolfgang Hesl weiter, seinen Stammplatz konnte er jedoch verteidigen. (Auf dem Foto klatscht Mavraj nach dem Spiel gegen SV Sandhausen 2014 mit den Kleeblattfans ab.) Nach dem gescheiterten Relegationsspiel um die Rückkehr in die Bundesliga im Mai 2014 gegen den Hamburger SV wechselte er dann zur Saison 2014/15 zum Bundesligaaufsteiger 1. FC Köln, bei dem er einen Dreijahresvertrag unterschrieb.

Für die  Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich wurde er ins albanische Aufgebot aufgenommen. Das erste EM-Spiel von Albanien gegen die Schweiz in Lens hat sich Verteidiger Mergim Mavraj aber wohl etwas anders vorgestellt. In der 5. Minute bringt Shaqiri das Leder von der rechten Seite in die Mitte, wo Hoffenheims Fabian Schär am höchsten springt und nur noch einzunicken braucht. Albanien-Keeper Berisha tauchte erst hinter Schär auf – ein krasser Torwartfehler. 1:0 für die Schweiz! Und das ist auch der Endstand.

Aber: Nach der Auftaktpleite in der Gruppe A bleiben Mavraj und seinen Albanern noch zwei Möglichkeiten auf Punkte. Am Mittwoch, 15. Juni,  steht die Partie gegen Gastgeber Frankreich auf dem Plan. Und am Sonntag, 19.Juni, wartet dann noch Rumänien auf Mavrajs Mannschaft. Auf jeden Fall zittern viele Kleeblattfans mit ihrem Ex-Kapitän mit und wünschen den Albanern eine erfolgreiche EM-Teilnahme.

Lernt Mike Büskens jetzt Wiener Schmäh?

Oft haben mich Freunde gefragt: „Was macht eigentlich Euer Aufstiegs-Trainer Mike Büskens jetzt“? Bislang konnte ich die Frage nicht vernünftig beantworten. Seitdem Büskens nach der Saison 2014/15 die Spielvereinigung verlassen hat, war er erst mal von der Bildfläche bzw. aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Jetzt erreicht uns die Neuigkeit: Mike Büskens wird in Zukunft Coach des österreichischen Vereins SK Rapid Wien. Der Verein gehört zu den sehr erfolgreichen Austria-Teams – letzte Saison hat der Club mit dem zweiten Tabellenplatz (von zehn Teams) abgeschlossen, einen Platz vor dem Lokalrivalen FK Austria Wien. Rapid wurde in seiner Vereinsgeschichte immerhin 32 Mal österreichischer Meister und 14 Mal Pokalsieger. Allerdings liegen die ganz großen fußballerischen Erfolge schon ein paar Jahre zurück.
Der 48-jährige Büskens erhält in Wien einen Vertrag für die kommende Saison mit Option auf Verlängerung. Mike Büskens kommentiert sein Engagement so:

„Es ehrt mich, dass ich in Kürze für einen renommierten wie legendären Verein wie den SK Rapid Wien tätig sein darf. Ich möchte jetzt alle Grün-Weißen im Klub kennenlernen und mir schnell ein Bild machen, um gleich mit vollem Engagement an meine neue Aufgabe heranzugehen.“

Büskens, der Nachfolger von Zoran Barisic wird, kann auf eine lange Profikarriere als Spieler und Trainer zurückblicken: Als Aktiver war der gebürtige Düsseldorfer zu Beginn lange bei Fortuna Düsseldorf, ehe es ihn 1992 zum FC Schalke 04 verschlug. In Gelsenkirchen feierte er in zehn Jahren große Erfolge, gewann 1997 den Uefa-Cup und zweimal den DFB-Pokal. Als Trainer war Büskens zwischen 2005 und 2008 als Trainer der zweiten Mannschaft von Schalke 04 tätig. 2009 wechselte Büskens zum Kleeblatt, mit dem ihm 2012 als Meister der Zweiten Liga der erstmalige Aufstieg gelang. Nachdem er 2013 kurzzeitig zu Fortuna Düsseldorf auf die Trainerbank gewechselt war, erfolgte 2015 für ein Halbjahr die Rückkehr nach Fürth, wo er bis zum Sommer 2015 die Kleeblatt-Profis trainierte und den drohenden Abstieg verhindern konnte. Zuletzt war Büskens im Sportbeirat beim FC Schalke 04 tätig.

Die offizielle Vorstellung des Rapid-Cheftrainers erfolgt am morgigen Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Die erste öffentliche Trainingseinheit unter Mike Büskens steht dann am Freitag, 10. Juni, ab 10 Uhr auf den Trainingsplätzen beim Ernst-Happel-Stadion auf dem Programm. Wer noch mehr wissen möchte: Weitere Infos auf der Website von Rapid Wien.

Armer Wackel-Dackel!

KopfloserHundWir befinden uns noch in der Prä-Fußball-Europameisterschafts-Zeit. Und der Start in die neue Saison der Zweiten Liga Anfang August liegt noch in viel weiterer Ferne. Trotzdem wird man an allen Ecken und Enden mit dem Thema Fußball konfroniert.

Als ich heute in die Fürther Innenstadt ging, ist mir ein bizarres Szenario am Rand der Königstraße ins Auge gesprungen. Vor einem Mietshaus stand direkt vor der Haustür eine kleine, offenbar herrenlose Gestalt. Es handelte sich um einen sogenannten „Wackel-Dackel“, den  – so meinte ich – bis vor wenigen Jahren viele besonders spießige Autofahrer auf der „Hutablage“ ihres Opels oder Fords hatten. Allerdings habe ich recherchiert: Ein Wackeldackel ist die Nachbildung eines Dackels aus Kunststoff, dessen Kopf beweglich gelagert ist, so dass der Wackeldackel, wenn er auf der Hutablage oder dem Armaturenbrett eines fahrenden Pkw steht, den Kopf bewegt (mit ihm wackelt). Den Wackel-Dackel gibt es seit 1965. Er feierte Ende der 1990er Jahre durch einen Aral-Werbespot sein Comeback. Nach Angaben des Coburger Produzenten Heinze & Co. wurden 1999 in acht Monaten über 500.000 Exemplare verkauft (laut Wikipedia).

Also: Hier stand der Wackel-Dackel. Und er wies zwei Besonderheiten auf: Zum einen hatte er keinen Kopf mehr, war also ohne Hirn und Verstand. Zum anderen trug er ein kleines schwarzes Jäckchen mit einem 1. FC Nürnberg-Aufnäher. Jetzt stellt sich mir die naheliegende Frage: Hat ein frustrierter Clubfan nach der verlorenen Relegation gegen Eintracht Frankfurt erst den Kopf des Dackels entfernt, zwei Wochen gelitten und jetzt das Spielzeug herzlos ausgesetzt? Oder will ein Kleeblattfan allen Nürnberger Autofahrern, die die Fürther Königstraße entlangfahren, signalisieren: So sehen wir SpVgg-Anhänger die Zukunft des Clubs: Einsam, kopflos und ohne Orientierung.

Schnell, schnell zum Sportpark Ronhof!

Fanartikel_Fanmobil_2016Die Zweitliga-Saison 2015/2016 ist zu Ende. Gott sei Dank! Jetzt kann man mal verschnaufen und fußballfreie Tage genießen. Obwohl, ganz so ist es auch nicht. Da gab es das DFB-Pokal-Finale der Frauen und Männer und das Finale der UEFA Champions League der Männer und Frauen (das der VfL Wolfsburg im Elfmeterschießen nur knapp mit 3:4 gegen Olympique Lyon verlor). Außerdem waren ja die Relegationsspiele der diversen Ligen – die Resultate sind bekannt. Bis zum Anpfiff der Fußball Europa Meisterschaft 2016, die vom 10. Juni bis 10. Juli im krisengeschüttelten Frankreich stattfindet, sind es nur noch ein paar Tage.

In dieser Woche haben Kleeblattfans jetzt die Gelegenheit, sich mit weiß-grünen Fanartikeln einzudecken. Ab heute, 31. Mai, steht das Fanmobil der Spielvereinigung am Sportpark Ronhof | Thomas Sommer – direkt gegenüber dem Greuther Teeladen, beim Parkplatz vor der Kasse Süd. Hier können SpVgg-Fans einige Besonderheiten erstehen: Zum Beispiel das aktuelle Heimtrikot der Spielvereinigung (ab 25 Euro), Fanschals (ab 7 Euro) oder dekorativen Kleeblattschmuck. Wer die tollen Angebote nutzen möchte, ist dort von 10 bis 18 Uhr goldrichtig. Bis einschließlich kommenden Samstag (4. Juni) haben alle die Gelegenheit, Fanartikel zu stark reduzierten Preisen zu kaufen.  Alle Accessoires gibt es allerdings nur, solange der Vorrat reicht.
Also: Macht Euch schnell auf den Weg und schaut beim Kleeblatt-Fanmobil vorbei. Denn die Chance, ein Schnäppchen zu ergattern, sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Fakten, Fakten, Fakten…

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenDer „kicker“ ist für Fußballinteressierte die Leib- und Magenlektüre. Auch die Greuther-Weiber daten da regelmäßig ihr Wissen up. Wie zu jedem Saisonende hat das Sportmagazin in der vergangenen Woche eine „Bilanz der 2. Liga“ erstellt – das ist für Fans von Statistiken aufschlussreich.

Bei den besten Torjägern rangiert Sebastian Freis mit 12 Toren auf einem relativ guten 7. Platz. Ich erinnere an die Aufstiegssaison 2011/2012, als Olivier Occean (gemeinsam mit dem Frankfurter Spieler Alexander Meier) mit 17 Treffern auf Platz eins lag. Das ist leider Schnee von gestern. Bei den „Besten Vorbereitern“ (die besten Scorer) findet man Robert Zulj mit 17 Punkten auf dem 11. Platz. Die 17 Punkte ergeben sich aus von ihm erzielten Toren (8) und neun vorbereiteten Torschüssen, die ein anderer Spieler dann einlochte. Hinter Zulj sind Jurgen Gjasula (15 Punkte) und Freis (14 Punkte) zu finden.

Ernüchternd ist die Bilanz der „Top-Feldspieler“: Ganz vorne liegen Emil Forsberg (RB Leipzig), Vincenzo Grifo (SC Freiburg), auf Platz acht das Ex-Kleeblatt Niclas Füllkrug. Von einem Profi der Spielvereinigung ist niemand gelistet. Und auch bei den „Besten Torhütern“ gibt es keine Beteiligung des Kleeblatts. Immerhin ist aber Wolfgang Hesl, der seit dieser Spielzeit den Kasten von Arminia Bielefeld hütet, mit der Note 2,91 auf einem guten  sechsten Platz.  In der „Fair-Play-Tabelle“ rangiert die Spielvereinigung mit einer Roten Karte (Gjasula) und 78 Gelben Karten im Mittelfeld. Auf dem vorletzten Platz tummelt sich unser Erzfeind aus der östlichen Vorstadt mit drei  Roten, zwei Gelb-Roten und 75 Gelben Karten.

Jedes Jahr frustrierend aus Fürther Sicht ist die Bilanz der Zuschauer, die sich die Fußballspiele ihres Vereins angesehen haben. Hier führt der 1. FC Nürnberg souverän mit insgesamt 522 055 Zuschauern, das sind im Schnitt 30 709 Besucher/Spiel. Und das Kleeblatt? Das hatte mal gerade ein Drittel an Zuschauern (173 767) , was durchschnittlich 10 222 Besuchern/Spiel entspricht. Ich finde – und da rennen wir offene Türen ein – das Stadion im Ronhof ist zu selten gut besucht, geschweige denn ausverkauft. Naja, wird jetzt der eine oder andere Fan erwidern: bei den Leistungen…

Noch etwas: Ich als in Frankfurt geborene Fußballbloggerin habe bei den beiden Relegationsspielen natürlich der Eintracht Frankfurt die Daumen gedrückt, damit sie erstklassig bleibt. Und so kam es auch. Den Aufstieg des Clubs in die Bundesliga hätte ich einzig und alleine einem guten Freund gegönnt, der begeisterter Clubfan ist. Thomas hatte oft eine Dauerkarte, und wenn er die Hymne „Die Legende lebt“ anstimmte, wurde es sogar mir feucht in den Augen. Er war auch einmal das Thema eines Blogbeitrages. Thomas hätte sich über den Aufstieg des Clubs gestern sehr gefreut. Allerdings hätte er ihn nicht mehr erlebt. Thomas ist am vergangenen Freitag völlig überraschend mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben.

Gänsehaut zum Saison-Ende

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenDie Spielzeit 2015/16 ist zu Ende. Das Kleeblatt traf heute im letzten Spiel zu Hause auf den SV Sandhausen und hat die Partie überlegen mit 3:1 gewonnen. Der versöhnliche Schluss einer durchwachsenen Saison, die ganz gut anfing, Höhen und Tiefen hatte und unterm Strich nicht optimal verlief. Ein emotionales Highlight war heute die Einwechslung von Ilir Azemi, der zehn Minuten vor Schluss aufs Spielfeld kam (Foto). Die Kleeblattfans begrüßten ihm lautstark mit „Azemi, Azemi-Rufen“ – Gänsehaut pur. Und eine sportliche Überraschung war Mark Flekken, der heute für Keeper Sebastian Mielitz das Kleeblatt-Tor (fast) sauber hielt.
Vor einem Jahr habe ich im Greuther-Weiber-Blog geschrieben: „Eine Saison mit vielen Tiefschlägen geht für die Spielvereinigung zu Ende. Der Verein ist letzten Endes mit einem blauen Auge davon gekommen. Jetzt sollte man diese Spielzeit ganz schnell abhaken, sich erholen. Und bis zum Anpfiff der Spielzeit 2015/16 Ende Juli werden die Karten neu gemischt. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Engagement eines guten Stürmers?“
Und wie entwickelte sich die Spielvereinigung dann tatsächlich? Nach 17 Abgängen und 2o Spieler-Einkäufen hatte der neue Trainer Stefan Ruthenbeck – der aus dem Rheinland stammt und vom VfR Aalen zum Kleeblatt kam – erst mal alle Hände voll zu tun, sich selbst in Fürth einzugewöhnen und Stallgeruch anzunehmen. Er versuchte, die Mannschaft von Grund auf neu zu strukturieren. Und die Bilanz der ersten neun Spiele sah gut aus: fünf Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen schlugen sich in einem respektablen 4. Tabellenplatz nieder. Doch ausgerechnet am Kärwa-Eröffnungstag, dem 3. Oktober, musste das Kleeblatt gegen den VfL Bochum zu Hause eine 0:5-Klatsche einstecken. Und eine Woche später war das 2:5 gegen den Bundesliga-Absteiger SC Freiburg der nächste Schlag in die Magengrube.
Ab diesem Moment krebste die Spielvereinigung vor sich hin, viele Remis, mal ein niedriger Sieg, sogar das Derby gegen den 1. FC Nürnberg Ende Februar ging nach langer Zeit der Siege mal wieder verloren. Dann fing sich das Kleeblatt noch mal, um zum Saisonende hin bei den letzten drei Spielen gegen Arminia Bielefeld, Heidenheim und den FC Kaiserslautern wieder Niederlagen einzufahren.
Die Stimmung bei den Kleeblattfans verschlechterte sich zusehends. Und auch die Spieler sparten – teils öffentlich – nicht an Selbstkritik. Natürlich sind Robert Zulj und Jurgen Gjasula vielversprechende Talente, die der Mannschaft Rückgrat geben. Klar, Kapitän Marco Caligiuri versucht engagiert, die Defensive effektiv zu gestalten und das Tor von Sebastian Mielitz sauber zu halten. Caliguiri hat gut damit zu tun, den „Laden“ zusammenzuhalten. Und auch Keeper Mielitz hat sich gut integriert, zeigt jedoch dazwischen immer wieder Schwächen, was 54 Gegentore belegen. Es fehlt jedoch – und da hat sich auch in dieser Saison nichts Wesentliches geändert – ein starker Stürmer, der Tore schießt.

Das Geunke von einigen , dass Trainer Stefan Ruthenbeck der falsche Trainer sei, weil er seine Spieler nicht erreiche, daran habe ich meine Zweifel. Denn sogar der – seit dem legendären Bundesligaaufstieg – Fürther Identifikationsfigur Mike Büskens, der in der letzten Saison als „Notnagel“ noch mal einsprang, ist es nur mit viel Mühe gelungen, den Klassenerhalt zu schaffen. Und Frank Kramer hatte es meiner Ansicht nach vorher geschafft, die Mannschaft auf einen guten Weg zu bringen.

Die Vereinspolitik von Präsident Helmut Hack, gute, talentierte Spieler zu verkaufen, um den Vereins-Etat ausgewogen zu halten, muss nicht unbedingt der richtige Weg sein. Denn auf diese Weise wird es jeder Trainer schwer haben, zu Saisonbeginn lauter neue Spieler zu trainieren, sie auf Linie zu bringen und aus ihnen ein erfolgreiches Team zu machen. Es ist für den Coach – egal, wie er heißen mag – jedes Mal mehr oder weniger wieder ein Neubeginn bei Punkt null, nicht – wie man sich es als Fan wünscht – ein Ausbau des vorhandenen Spieler-Potenzials.

Mal sehen, wer jetzt die Spielvereinigung verlassen wird. Man munkelt: Zulj, Gjasula, Berisha. Bleibt Keeper Mielitz? Was ist mit Stiepermann? Und könnte Marco Caligiuri einem lukrativen Angebot – wenn er denn eines bekäme – widerstehen? Fragen über Fragen, auf die wir in den nächsten Wochen Antworten bekommen werden. Und zwar hoffentlich fürs Kleeblatt positive!

Gemeinsam die Fußball-Saison abschließen

Abschlussgottesdienst 2014Morgen ist Pfingstsonntag und nachmittags ab 15.30 Uhr findet im Sportpark Ronhof das letzte Saisonspiel der Spielvereinigung statt. Gegner ist der SV Sandhausen. Schon am Morgen um 10 Uhr trifft man sich in der Fürther Altstadt in der Kirche St. Michael, um bei einem „Saisonabschluss-Gottesdienst“ den Tag gemeinsam zu beginnen. Wie auch in den letzten Jahren haben nicht nur Kleeblattfans zum Ende der laufenden Spielzeit die Gelegenheit, gemeinsam kurz innezuhalten. Die SpVgg und das Evangelische Dekanat laden dazu alle Fürther und Kleeblatt-Anhänger herzlich ein. Der Gottesdienst wird vom evangelischen Dekan Jörg Sichelstiel geleitet, der selbst eingefleischter Kleeblattfan ist. Bereits nach dem Aufstieg der SpVgg im Jahr 2012 und auch 2014 (aus dem Jahr stammt das Foto) hatten sich zahlreiche Kleeblatt-Anhänger in der ältesten Kirche der Stadt versammelt, um auf besinnliche Art und Weise die vergangene Spielzeit Revue passieren zu lassen. Ich erinnere mich noch gut an Dekan Sichelstiels Predigt, der mit seiner lockeren Art allen Gottesdienstbesuchern verdeutlichte, dass auch die Fans gegnerischer Mannschaften Menschen sind, denen man mit Respekt und Freundlichkeit entgegenkommen solle. Ungeachtet aller Rivalität im Sport.
Morgen sind alle – egal welcher Glaubenszugehörigkeit, ob Kleeblatt-Fan oder nicht – willkommen, an diesem offenen Gottesdienst in St.Michael am Kirchenplatz (unweit der Gustavstraße) teilzunehmen.

Good bye, Tom Weilandt

SpVgg Greuther Fürth - SC PaderbornMeine männlichen Kollegen werden bei dem, was jetzt kommt, müde lächeln und es mit „typisch Frau“ kommentieren: Ich bedauere es, dass Tom Weilandt die Spielvereinigung verlässt. Er war für mich einer der bestaussehenden Spieler im Kleeblattkader und machte immer eine gute Figur. Und: Bei vielen Spielen war er die Schlüsselfigur im Kleeblatt-Team.

Der Weggang von Weilandt war absehbar: In der Hinrunde der Saison 2015/16 hat er noch 15 Partien für das Kleeblatt gespielt. Dann hat Trainer Stefan Ruthenbeck ihm oft andere Spieler vorgezogen, und er kam nur noch bei zwei Begegnungen in der Rückrunde zum Einsatz. Im Winter wollte Weilandt eigentlich zum Zweitligisten TSV 1860 München wechseln. Aber der fast perfekte Transfer zerschlug sich dann in allerletzter Minute aufgrund einer Verletzung. Seitdem versank Weilandt beim Kleeblatt in der Bedeutungslosigkeit.

Jetzt ist es klar, dass der 24-jährige Mittelfeldspieler im Sommer ablösefrei zum VfL Bochum geht. „Tom Weilandt ist ein Spieler, der aufgrund seiner außergewöhnlich guten Technik kreative Lösungen für das Offensivspiel findet“, sagt Bochums Sportvorstand Christian Hochstätter im „kicker“ und erklärt: „Er kann auf den Außenpositionen eingesetzt werden, aber auch zentral eine Rolle spielen“. Als besonders großes Plus sehe er „dabei die Beidfüßigkeit, die ihm mehr Möglichkeiten für sein Spiel erlaubt und für den Gegner schwerer zu verteidigen ist.“

Wir wünschen Tom Weilandt alles Gute und sportlichen Erfolg in Bochum. Und nächste Saison wird er dann (mindestens) zwei Mal auf seinen Ex-Verein – die Spielvereinigung – treffen.