Es wäre so schön gewesen!

Heute Nachmittag hat die Spielvereinigung beim Zweitligakollegen VfL Bochum ein Testspiel vor 150 Zuschauern mit 0:3 verloren. Schade, aber es ging ja um nichts.
Auf der Vereins-Website war dann allerdings dieses Ergebnis zu sehen. Ich denke mal, hier war der Wunsch der Vater des Gedankens. Beziehungsweise des Autors.

Beim „kicker“-Ranking noch viel Luft nach oben!

Wie jedes Jahr hat das Sportmagazin „kicker“ auch in dieser Winterpause seine Liste mit den  Topspielern der Zweiten Bundesliga in der aktuellen Saison veröffentlicht. Ich habe mir die unterschiedlichen Positionen durchgesehen und bin leider auf nicht allzu Positives für die Spielvereinigung gestoßen.

Bei den Torhütern kam Balázs Megyeri nach 16 Spielen und der Note 2,81 immerhin auf den guten vierten Rang. Vor ihm liegen Thorsten Kirschbaum vom 1. FC Nürnberg, Michael Rensing, der bei Fortuna Düsseldorf spielt, sowie Robert Wulnikowski vom Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers.
Bei der Abwehr liegt Marcel Franke mit der Note 3,09 auf einem respektablen 10. Platz. Niko Gießelmann ist auf Position 44 zu finden, Kleeblatt-Kapitän Marco Caligiuri rangiert auf Rang 54.
Bei den Mittelfeldspielern musste ich weit runterscrollen: Robert Zulj, Note 3,50, teilt sich mit einigen anderen den 42. Rang.
Serdar Dursun ist bei den Stürmern auf Platz 26. Seine Bewertung nach 16 Spielen (bei denen er zehnmal bewertet wurde): 3,55. Sebastian Freis ist auf Rang 33 zu finden (Note:3,71).

Insgesamt also eher ein Armutszeugnis für das Kleeblatt. Die Gesamtbewertung für die Mannschaft ist nach der Hinrunde eine magere 3,64. Das ist Platz 15 von 18. Am Ende der Spielzeit 2015/16 lag die Spielvereinigung mit der Note 3,52 immerhin auf dem 12. Rang. Und – ach, wie schön war es doch im Jahr des Aufstiegs in die Erste Bundesliga 2012: Da rangierte das Kleeblatt mit der Note 3,13 souverän auf dem Spitzenplatz vor Fortuna Düsseldorf (3,29) und Eintracht Frankfurt (3,34).

Kein Comeback für Stephan Schröck?

Der Fürther Publikumsliebling Stephan Schröck feierte Weihnachten glücklich gemeinsam mit seiner Familie (Foto: Facebook-Account Schröck). Aber das Jahr 2017 hat für ihn nicht so angefangen, wie er es sich erhofft hatte. In unserem Blog haben wir im November und Dezember ja darüber geschrieben, dass der Fußballspieler nach seinem Engagement auf den Philippinen ab Januar 2017 gern wieder im Profikader der Spielvereinigung dabei sein möchte. Das wäre sicher auch im Sinne vieler Kleeblattfans gewesen.
Heute hat Stephan Schröck nun auf Facebook gepostet:

„Frohes Neues Jahr euch allen, Freunde!
Ich hoffe von Herzen ihr hattet einen guten Beschluss und einen tollen und vor allem gesunden Beginn ins Jahr 2017!
Zum Trainingsstart heute werde ich leider nicht dabei sein, da zum einen mein Vertrag auf den Philippinen noch bis 15. Januar läuft, und zum anderen hat die SpVgg (Greuther) Fürth mir mitgeteilt, dass ich ab dem 16. Januar bei unserer Profimannschaft kein Training mehr absolvieren darf.
Nichts desto trotz wünsche ich den Jungs eine verletzungsfreie Vorbereitung mit vielen Erfolgserlebnissen für eine erfolgreiche Rückrunde unserer Mannschaft!!

Selbstverständlich werde ich mein Bestes für unsere U23 geben, als Färdder versteht sich das von selbst.

Bis bald, Freunde, Euer Schröcky“

Hallenturnier: Kleeblatt will Titel verteidigen

Das neue Jahr 2017 startet mit Kälte und Schnee. Die Spielvereinigung verzichtet in dieser Winterpause auf ihre Reise in ein Trainingslager und versucht, sich zu Hause mit Trainingseinheiten auf die Rückrunde der Zweiten Liga vorzubereiten und eventuell sportlich zu neuen Höhenflügen aufzuschwingen.
Eine kleine Abwechslung und ein witziger Event ist der Bandenkick am kommenden Donnerstag, 5. Januar, beim AL-KO-Cup 2017 in Neu-Ulm ab 17.30 Uhr. Das Kleeblatt geht als Titelverteidiger in das Hallenturnier. Die SpVgg hatte sich vor einem Jahr im Finale gegen Ligakonkurrent 1. FC Kaiserslautern mit 4:1 durchgesetzt. Und auch schon im Januar 2014 gewann das Kleeblatt souverän den Frankfurtcup – damals noch unter Trainer Frank Kramer, die Tore schossen u.a. Ilir Azemi, Niclas Füllkrug und Abdul Rahman Baba. Das war unser Blogbeitrag.

In der „ratiopharm arena“, wo sonst die Ulmer Basketballer auf Korbjagd gehen, tritt am Donnerstag mit dem „AL-KO Cup“ bereits zum zweiten Mal für einen Tag König Fußball in Aktion. Bei dem Hallenfußball-Turnier treffen sechs Teams auf einem Kunstrasen der neuesten Generation im Turniermodus mit zwei 3er-Gruppen (die noch vor Weihnachten per Losverfahren ermittelt wurden) aufeinander. Die Mannschaften spielen insgesamt zehn Kurzmatches à zweimal zehn Minuten (ab dem Halbfinale zweimal 12 Minuten). Das Finale mit anschließender Siegerehrung startet um 22.15 Uhr. Aus der Zweiten Bundesliga ist außer der Spielvereinigung der 1. FC Kaiserslautern zu Gast. Aus der dritten Liga stammt die SG Sonnenhof-Großaspach, dazu gesellen sich die Regionalligisten FV Illertissen,  SV Stuttgarter Kickers und Gastgeber SSV Ulm 1846 Fußball.
Sport1 überträgt die Spiele live im TV und im Livestream.

Kopf hoch: 2017 wird auf jeden Fall besser!

Als am 1. Weihnachtsfeiertag nach so vielen Hiobsbotschaften und dem Abschied von berühmten Stars auch noch George Michael starb, kommentierte die Pop-Ikone Madonna das lakonisch mit „2016 – fuck off!“ („2016 – verpiss‘ dich!“). Dem kann ich mich nur anschließen. Das Jahr 2016 hat für mich nicht gut begonnen und sich dann zum traurigsten, anstrengendsten und schlechtesten Jahr meines Lebens entwickelt.

Auch für die Spielvereinigung war 2016 in sportlicher Hinsicht kein Spitzenjahr. Beim ersten Kleeblatt-Training im Januar 2016 gab Trainer Stefan Ruthenbeck bekannt, dass Publikumsliebling Stephan Schröck mit sofortiger Wirkung vom Training freigestellt wurde. Er spielte daraufhin auf den Philippinen. Sein Wunsch, ab der jetzigen Winterpause nach Fürth und in den Profikader zurückzukehren, war einer unserer meistgelesenen Blogbeiträge  in der Greuther-Weiber-Historie seit Juli 2009.

Das Lokalderby gegen den Club Ende Februar verlor die SpVgg (nach längerer Zeit mal wieder) mit 1:2 durch das Tor des Ex-Kleeblatts Niclas Füllkrug.

Im März konnten wir unseren 777. Beitrag bei den Greuther-Weibern verkünden. Eine Schnapszahl, die wir adäquat feierten. Inzwischen  sind es über 850!

Die Spielvereinigung schloss die Saison 2015/16 mit einem neunten Tabellenplatz ab. Naja.

Dass Ilir Azemi nach seinem schweren Unfall im August 2014 allmählich auf dem Weg der Besserung ist und sogar bei einigen Spielen mit auf dem Platz stand, gehört eindeutig zu den positiven Nachrichten in diesem Jahr. Die Kleeblattanhänger wünschen ihm alles Gute.

Die neue Spielzeit 2016/17 startete im August mit einem Heimsieg gegen 1860 München. Doch schon in den nächsten Begegnungen wurde offensichtlich, was viele immer wieder kritisieren: Das Kleeblatt verschusselt leichtfertig gute Chancen, es fehlt der Biss.

Viele Kleeblattfans lasen im September meine Geschichte über Karola Keil, die seit 70 Jahren Mitglied der Spielvereinigung ist. Das ist wahre Treue!

Im November trennte sich der Verein von Trainer Stefan Ruthenbeck. Er hatte mit seiner ruhigen Art keinen Erfolg und vielleicht einfach nicht den Nerv der Mannschaft getroffen – die sportlichen Ergebnisse ließen zu wünschen übrig. Und der „Neue“ – Janos Radoki – gab mit zwei Siegen in den ersten beiden Begegnungen auf Anhieb einen guten Einstand. Ob und wie er es schaffen wird, das Kleeblatt neu zu motivieren und aus dem Mittelfeld der Zweiten Liga  – aktuell der 12. Platz – hochzupowern, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Sein Vertrag wurde kurz vor Weihnachten bis zum Ende dieser Saison fixiert.

Wir wollen nur einige Schlaglichter auf das vergangene Jahr werfen. Was das neue Jahr bringen wird, wer weiß es? Wir Greuther-Weiber wünschen allen unseren Lesern einen guten Rutsch und ein gesundes, glückliches und erfolgreiches 2017. Höhen und Tiefen gibt es immer. Aber wer auch immer dafür zuständig ist, wie Jahre sind: Der- oder Diejenige könnte nach dem letzten schlechten nun ein gutes Jahr folgen lassen.

„Gehe über los“ und in die Königswarterstraße!

Monopoly gehört zu den beliebtesten Spielen. Seit Generationen sitzen Familien und Freunde zusammen und vergnügen sich damit. Jetzt kommt als letzter der zehn größten Städte Bayerns Fürth die Ehre zu, als Schauplatz  für das Spielgeschehen zu dienen. Die Auslieferung der Fürth-Edition sollte eigentlich planmäßig am 15. Dezember beginnen. Allerdings hängt die Fracht, so einer der Produzenten, noch im Hamburger Hafen fest. Wenn alles gut geht – und das wäre ja fürs Weihnachtsgeschäft perfekt – ist das Spiel ab Montag oder Dienstag im Fürther Handel zu haben. Oder man kann es auch online kaufen: Für 44,95 Euro (zuzüglich Versand) kann man sich eines der limitierten Exemplare zulegen.

Neben Waltraud und Mariechen sind viele Themen aus Fürth auf dem Spielfeld integriert. Man kann die Königswarterstraße, das Rathaus oder die komplette Michaeliskirchweih erstehen. Auch die Spielvereinigung ist als Repräsentant der Stadt Fürth dabei. Man feiert mit seinem Verein die Aufstiegsfeier oder versteckt einen der verhassten rot-schwarz gestreiften Club-Schals, um die SpVgg Greuther Fürth zu unterstützen. Vielleicht erhöht das die Chancen beim Kauf des „Sportpark Ronhof | Thomas Sommer“? Sowohl auf den Ereignis- und Gemeinschaftskarten als auch auf dem Spielbrett mit einer eigenen Spielfeldstraße – natürlich in der Vereinsfarbe grün – ist das Kleeblatt vertreten.

Die Monopoly Städte-Edition Fürth  – für Kleeblattfans ein absolutes „Muss“! – ist ab nächster Woche bei Franken-Ticket, den Fürther Nachrichten und eben im Onlineshop erhältlich. Ausführliche Informationen dazu (der Website habe ich auch das Bild entnommen) findet Ihr hier.

Querschläger an Steinhaus verhilft Kleeblatt zum Ausgleich

Bibiana Steinhaus (Foto) hat heute einen tollen Job gemacht. Sie pfiff die Partie zwischen  dem FC Union Berlin und der Spielvereinigung in Berlin freundlich, souverän und entspannt. Sie hatte alles im Griff. Und war dann auch noch (unfreiwillig) „Schuld“ am 1:1-Ausgleich des Kleeblatts.
Aber chronologisch. Das Spiel ging mit Pfeffer los, diese letzte Partie vor Weihnachten und der Winterpause. Allerdings waren heute die „Eisernen“ zu Beginn der ersten Halbzeit mit mehreren Torchancen eindeutig die bessere Mannschaft. Obwohl Union Berlin seit 13 (!) Jahren nicht gegen die Spielvereinigung gewonnen hat, begann die Mannschaft mit Schmackes. Der Nationalspieler Toni Kroos ist bekanntlich ein glühender Verehrer des Berliner Underdogvereins – sein Bruder Felix ist dort Kapitän und ehrgeiziger Akteur. Auch heute!

Trotzdem: In den ersten 45 Minuten ging nichts, auf beiden Seiten dominierten ungenaues Zusammenspiel und laxe Pässe. Dann machten in der 65. Minute die Berliner das 1:0. Nach einem Freistoß von Felix Kroos steigt Toni Leistner höher als Damjan Djokovic und sein Kopfball schlägt ins Tor von Kleeblatt Sascha Burchert (er war heute im Fürther Tor, Balasz Megyeri wurde Vater und weilt in Ungarn). Und auch der Berliner Innenverteidiger feierte sein erstes Saisontor mit dem Daumen im Mund  – auch er ist vor kurzem Vater geworden.

Das Führungstor der Eisernen brachte die ohnehin gute Stimmung bei den knapp 20 000 Zuschauern in der Alten Försterei zum Kochen. Dann wechselt in der 78. Minute Fürths Coach Janos Radoki Mathis Bolly gegen Serdar Dursun aus. Für meinen Geschmack einen Tick zu spät. Und zwei Minuten später passiert dann der kuriose Ausgleich für die SpVgg: Das Ex-Kleeblatt Stephan Fürstner will im Strafraum klären, er trifft mit seinem Befreiungsschlag unglücklich den Rücken von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, von dort springt der Ball zum gerade eingewechselten Serdar Dursun, der dreht sich und schießt, Fürstner fälscht den Ball ab, und der Ball schlägt chancenlos für Keeper Jakob Busk im langen Berliner Eck ein. 1:1!

Die Schlussphase der Begegnung war weiter spannend und turbulent. Der für Kapitan Felix Kroos eingewechselte Soeren Brandy wittert eine letzte Chance, Steven Skrzybski flankt, Brandy tritt den Ball, der dann ins Aus geht. Erst entscheidet Bibiana Steinhaus auf Abstoß, nach Berliner Protesten befragt sie den Fürther Keeper Sascha Burchert, ob er den Ball noch berührt hat. Der bejaht ehrlich, und so kommt es in der letzten Spielminute noch zum Eckball für Union (der allerdings ergebnislos bleibt). Eine faire Geste vom Fürther Torwart. Chapeau!
Das Kleeblatt geht nach 17 Spielen mit 21 Punkten in die Winterpause. Die Greuther-Weiber und alle Kleeblattfans hoffen auf eine erfolgreichere Rückrunde im neuen Jahr 2017.

FC St. Pauli hui – HSV pfui?

Als ich am Sonntagabend nach dem Heimspiel zwischen der Spielvereinigung und dem FC St. Pauli durch die Königstraße lief, musste ich schmunzeln: Am Schaufenster eines in Fürth bekannten, hochpreisigen Juweliers prangte ein bunter Aufkleber mit einer HSV-Schal auf einer Klopapierrolle. Witzig, dachte ich mir. Da haben wohl St.-Pauli-Fans auf dem Weg zum Ronhof ihrem Unmut über den verhassten anderen Hamburger Verein Luft gemacht.

Eine ausgeprägte Lokalrivalität zwischen Fußballklubs ist nicht ungewöhnlich, ganz im Gegenteil! Wir kennen das hinlänglich vom 1. FC Nürnberg und der Spielvereinigung. Weitere Beispiele aus anderen Städten zeigen, dass Konkurrenz zur Fußballkultur gehört: z. B. München, Stuttgart oder auch Nachbarorte wie Köln/Mönchengladbach und Dortmund/Schalke mögen sich überhaupt nicht. Und auch im Ausland lassen sich vergleichbare oder gar noch größere Rivalitäten finden z. B. in Glasgow, Istanbul oder Mailand.
In Hamburg mag es ein zusätzlicher Aspekt sein, dass die beiden Vereine – der Hamburger SV und der FC St. Pauli – aus sehr unterschiedlichen Milieus stammen. Der FC St. Pauli ist aus dem eher armen Arbeiter- und Hafenviertel gleichen Namens entstanden, der HSV hingegen aus dem wohlsituierten Rothenbaum – da lag immer Klassenkampf in der Luft. Das ist aber nicht alles. Ein möglicher Hintergrund – Hinweise darauf habe ich im Internet gefunden – könnte ein politischer sein: Viele Anhänger des Hamburger Kiez-Vereins St. Pauli, die in den 80er Jahren den braun-weißen Club für sich entdeckt haben, waren ursprünglich HSV-Fans, die von den überhand nehmenden rechten Hooligans am Volkspark vertrieben worden sind.

Wie dem auch sei: Die St. Pauli-Fans wollten mit ihrer Aktion wohl signalisieren, dass der HSV zum Establishment gehört. Und was man davon hält, dafür ist der Fanschal auf einer Toilettenrolle wohl das richtige Symbol!

Kiez-Kicker unterschätzt – und prompt 0:2 verloren!

SpVgg Greuther Fürth - FC St. PauliIch mag den FC St. Pauli, wirklich. Aber dass die Spielvereinigung heute das letzte Heimspiel dieses Jahres mit 0:2 verloren hat, das war absolut unnötig und fahrlässig. Die erste gute Chance hatte Mathis Bolly schon gleich zu Beginn des Spiels, er konnte sie nicht verwerten und man hoffte auf mehr. Und was den 10. 000 Zuschauern im Fürther Ronhof dann vom Kleeblatt geboten wurde, war mehr als dürftig.

Eigentlich hätte der Hamburger Kiezclub ja ein machbarer Gegner sein müssen. Er lag mit (zu Anfang der heutigen Begegnung) sieben Punkten am Tabellenende, was für Fürth mit dem neuen Trainer Janis Radoki ein gefundes Fressen hätte sein müssen. Vielleicht hat man es sich zu leicht gemacht? Die Passquote (zugegeben auf beiden Seiten) war verheerend. Vom Kleeblatt ging keine ernsthafte Gefahr aus, ab und zu flackerte mal etwas wie Ehrgeiz auf. Allerdings nur schwach. Aber die Mannschaft, die zum Großteil im gegnerischen Strafraum agierte, waren die Hamburger. Wobei sie fußballerisch Nachteile hatten, zum Beispiel aufgrund ihrer Körpergröße in Kopfballduellen.

Aber es kam, wie es sich angedeutet hatte: In der 64. Spielminute machen die Hamburger dem Drama ein Ende. Waldemar Sobota gibt im Strafraum den Ball zurück auf Aziz Bouhaddouz, der schießt, Veton Berisha versucht sein Bestes und blockt. Aber Bouhaddouz ergattert den Ball ein zweites Mal und trifft ins linke untere Eck. Die Gästeecke jubelt, man ist komplett aus dem Häuschen.
Doch nicht mal nach dem Rückstand kamen die Fürther richtig in die Puschen. Coach Radoki nahm offensive Einwechslungen vor, um den Rückstand zu egalisieren oder sogar noch einen Sieg rauszuholen. Ohne Erfolg! Im Gegenteil: Auf einen Freistoß fürs Kleeblatt in der Nachspielzeit reagiert St. Pauli raffiniert mit einem Konter. Cenk Sahin marschiert alleine auf Khaled Narey zu (Foto), nimmt das Tempo raus, umläuft ihn, bekommt den Ball zurück und macht mit einem eleganten Lupfer über den Kleeblatt-Torwart Balasz Megyeri hinweg das 2:0 für St. Pauli.

Wie gesagt: Ich gönne den Kiez-Kickern den ersten Auswärtserfolg nach langer Zeit, damit endete eine Serie von elf Spielen ohne Dreier. Aber für Janos Radoki war es im dritten Spiel die erste Niederlage. Und mein Fazit: Das Kleeblatt machte es sich heute ehrlich gesagt zu leicht und erkannte nicht, dass auch ein Tabellenletzter imstande ist, alle Reserven zu mobilisieren. Der FC St. Pauli kämpfte heute wie ein verletztes Tier ums Überleben in der Zweiten Liga. Die Mannschaft, Trainer Ewald Lienen und die Fans feiern heute bis zum Umfallen!

Balázs Megyeri ist der Held des Tages

KSC - SpVgg Greuther FürthWie ausgewechselt spielte das Kleeblatt heute beim Karlsruher SC – zumindest in der ersten Halbzeit. Ich hatte Skepsis angemeldet, als sich der Verein von Stefan Ruthenbeck trennte. Ich fand seine ruhige Art wohltuend und traute ihm zu, einen guten Job zu machen. Doch der Erfolg blieb aus – aus welchen Gründen auch immer. Dem neuen Coach Janos Radoki ist es offenbar gelungen, die Mannschaft mit seiner direkten Art (neu) zu motivieren. Nach dem heutigen Auswärtssieg muss ich Abbitte leisten und zugeben: Der Trainerwechsel hat spielerisch etwas gebracht. Zwei Siege in zwei Begegnungen, das ist doch was!

Temporeich startete die heutige Partie vor 10 500 Zuschauern im Wildparkstadion. Und mit dem schnellen Start kamen die Karlsruher überhaupt nicht klar. Das Tor von Khaled Narey in der sechsten Minute war Labsal auf die Seelen der angereisten und daheimgebliebenen Kleeblattfans. Für den KSC wurde es in der 24. Minute dann noch düsterer: Sercan Sararer gibt den Ball in den Lauf von Mathis Bolly, der völlig skrupellos mit links den Treffer macht. Zwei Tore nach noch nicht mal einer halben Stunde!

Der Austausch von Bolly durch Serdar Dursun und Sararer durch Zlatko Tripić leitete eine aufregende Passage ein: Sebastian Heidinger foult Hoffer im Strafraum. Ein klarer Elfmeter, Heidinger bekam noch dazu die Gelbe Karte. Dimitris Diamantakos läuft an und schießt konzentriert ins Fürther linke Eck. Balázs Megyeri tut sein Bestes, hat aber keine Chance – der Anschlusstreffer! Jetzt hieß es hoffen, dass den Karlsruhern weder der Ausgleich oder Schlimmeres gelingt.
In der 90. Spielminute spitzt sich die Lage zu: Bei einem Freistoß klammert Niko Gießelmann seinen Gegenspieler Florian Kamberi. Schiedsrichter Arne Aarnink entscheidet zu Recht auf den zweiten Elfer gegen das Kleeblatt. Doch dieses Mal ist Torwart Megyeri clever: Diamantakos wählt naiverweise dieselbe Ecke, Megyeri reagiert und wehrt den Ball ab. Und auch beim Nachschuss reagiert der Ungar souverän.

Das Spiel endete 2:1 für die Spielvereinigung, sowohl heute als auch in der vergangenen Woche entschied sich die Partie in der letzten Minute zugunsten des Kleeblatts. Damit klettert die SpVgg mit 20 Punkten auf den (aktuell) neunten Tabellenplatz. Das nächste Heimspiel ist am Sonntag, 11. Dezember, ab 13.30 Uhr gegen St. Pauli zu Hause im Ronhof. Die Hamburger konnten heute nur einen Punkt holen und haben in der Zweiten Liga jetzt die Rote Laterne.