3:0 – Der langersehnte Heimsieg ist da!

SpVgg Greuther Fürth - Fortuna Düsseldorf“Oh, wie ist das schön!”, schallte es durch das Stadion am Laubenweg. Zu Recht. Nach 211 Tagen war er heute da: der langersehnte Heimsieg. Die Partie gegen Fortuna Düsseldorf beendete die Spielvereinigung souverän mit 3:0. “Hurra, hurra, das Kleeblatt ist wieder da”, schrieb ein Fan auf Facebook. Und damit spricht er vielen aus der Seele.
Wir Greuther-Weiber hatten heute schon vor dem Spiel ein gutes Gefühl. Das Tierorakel Daisy hatte sich nach kurzem Zögern für den Kleeblatt-Fressnapf entschieden – und damit ihren Fußballverstand mit Nachdruck dokumentiert. War der Sieg also sicher?

Das Spiel begann mit druckvollem Spiel der Kleeblätter, die erste wirkliche Chance hatten dann aber die Düsseldorfer Fortunen. Dann sollte es jedoch in der 29. Minute zu einer intelligenten Aktion mit Folgen kommen: Lam fälschte einen Querpass zu Marco Stiepermann (auf dem Foto rechts) ab, der die Chance ergriff und cool aus 16 Metern zum 1:0 ins Düsseldorfer Tor traf. Das war für die Fans im Ronhof wie ein Befreiungsschlag, den sie mit lautstarker Rückendeckung für ihre Mannschaft untermauerten. Kurz vor dem Pausenpfiff wäre Stephan Schröck beinahe ein tolles Tor gelungen, das ihm jeder, der sein Engagement in den letzten Monaten miterlebt hat, gegönnt hätte. Aber der Pfosten stand im Wege. Und dann war es in der 49. Minute schon wieder Schröcki, der es als Passgeber an Robert Zulj möglich machte, dass der zum 2:0 erhöhte. Trainer Mike Büskens begeisterte sich am Spielfeldrand wie ein HB-Männchen und ließ seiner Freude freien Lauf. Es roch verdammt nach dem ersten Heimsieg seit seiner Übernahme des Trainerjobs von Frank Kramer. Das 2:0 toppte Goran Sukalo dann noch in der 66. Minute: Stiepermann war ungehindert mit dem Ball nach vorne gelaufen, behielt den Überblick und gab dem mitgelaufenen Sukalo die Kugel ab. Der fackelte nicht lange und schoss aus 15 Metern mit einem Rechtsschuss zum 3:0.

3:0 blieb dann auch der Endstand vor 11.845 Zuschauern – ein wichtiges Spiel und lebenswichtiges Resultat für die Spielvereinigung im Abstiegskampf. Noch dazu unterlag gleichzeitig 1860 München zu Hause gegen Union Berlin (danke für die Schützenhilfe nach Berlin!), der VfR Aalen hatte mit seiner 2:4-Niederlage gegen Bochum ebensowenig Glück. Das heißt: Das Kleeblatt hat sich mit dem heutigen Sieg Luft verschafft und mit 34 Punkten den 14.Tabellenplatz gefestigt. Am kommenden Sonntag geht es zum FC Heidenheim. Noch drei Spieltage, es bleibt spannend. Aber ich denke, nicht nur das Tierorakel Daisy hat das sichere Gefühl, dass die Spielvereinigung in der Zweiten Liga bleiben wird.

“Jetzt zählt jeder!”

jetzt_zaehlt_jeder_greutherweiberVier Spiele wird das Kleeblatt noch bestreiten. Dann ist es klar, ob der Verein in der nächsten Saison zweitklassig bleibt oder in die Dritte Liga absteigen muss. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga vor drei Jahren wäre das ein Albtraum für alle Fans.
Dass eine Gruppe mehr schafft als ein Einzelner, ist ja hinlänglich bekannt. Diese Rückendeckung erfährt auch die SpVgg jetzt im Kampf um den Klassenerhalt. Aus allen Bereichen – von Kindern, Fußballfans, über Fürther Bürger bis hin zur lokalen Prominenz –  bekommt der Verein jetzt emotionale und euphorische Unterstützungsbekundungen. Denn die Spielvereinigung ist für viele Menschen viel mehr als nur ein Verein. Das Kleeblatt machte die Stadt auch über bayerische Grenzen hinaus bekannt. Sogar Nicht-Bayern drücken der SpVgg die Daumen, dass sie nicht absteigt. In den nächsten Wochen zählt jedes Spiel, jeder Punkt und jede Unterstützung. So lautet der Slogan für die letzten Spiele: „Es geht uns alle an! Gemeinsam für Fürth!“

Auf der Website der Spielvereinigung hat man seit einigen Tagen die Möglichkeit, sich unter dem Motto “Jetzt zählt jeder!” mit dem Verein solidarisch zu erklären. Man kann sich dort mit seinem Namen und Wohnort eintragen und damit ein Zeichen für das Kleeblatt setzen. Denn wie heißt es dort so treffend: “In der jetzigen Situation geht es nicht mehr um Fehlersuche oder Schuldzuweisungen. Jetzt müssen wir alle zusammenstehen. Macht mit und zeigt, dass unsere Herzen für unseren Verein schlagen.”
Gesagt – getan. Natürlich haben wir uns auch eingetragen. Deshalb findet man dort ab sofort unter der Unterstützernummer 1535 die “Greuther-Weiber, Fürth”. Wir hoffen, dass es uns noch viele Kleeblattanhänger nachmachen.
Und hier ist der Link, um sich auf der Website einzutragen.

Kleeblatt spielt im Lokalderby gegen den Club

Gänsehaut-Feeling für das Kleeblatt. Nein, leider nicht für die Profis, die mit aller Macht versuchen müssen, in den letzten vier Saisonspielen dem drohenden Abstieg in die Dritte Liga entgegen zu wirken. Kleeblatt_FrauenEs geht vielmehr um die Frauenmannschaft der Spielvereinigung. Über sie haben ich im Greuther-Weiber-Blog schon öfter geschrieben.
Für die Kleeblatt-Mädels steht am kommenden Freitag – 1. Mai – ein ganz besonderes Spiel auf dem Programm: Das Team von Trainer Oliver Fürstenhöfer steht im Halbfinale des BFV-Verbandspokals. Besonders pikant ist die Partie allerdings wegen der gegnerischen Mannschaft: Es handelt sich um die Frauen des 1. FC Nürnberg. Ein spannendes Duell also, in dem die Kleeblatt-Mädels um 16 Uhr am Trainingszentrum der Profis das Ticket ins Finale lösen wollen. Dazu Trainer Fürstenhöfer auf der Kleeblatt-Website:

„Wir gehen mit Selbstbewusstsein in die Partie und werden alles dafür geben, um am Ende ins Endspiel zu kommen…Der Club ist natürlich klarer Favorit. Die Frauen-Mannschaft aus Nürnberg steht, im Gegenteil zu uns, bereits seit vielen Jahren im Ligabetrieb.“

Naja, nicht so bescheiden! Das Frauen-Team der Spielvereinigung hat es doch ziemlich souverän in das anstehende Halbfinale geschafft. Nach dem 8:1-Kantersieg in der zweiten Runde des Pokals gegen den TSV Brand wurde im Achtelfinale auch der TSV Theuren besiegt. In der nächsten Runde setzten sich die Kleeblatt-Damen mit 4:0 gegen den ETSV Würzburg II durch. Und so war dem Team der Einzug ins Halbfinale nicht mehr zu nehmen. „Die Mädels haben das richtig gut gemacht und tolle Spiele gezeigt. Nun wollen wir auch im Halbfinale gegen den 1. FC Nürnberg wieder eine fußballerisch gute Leistung abrufen und uns für die bisherige Leistung belohnen.“

Der Verein hofft natürlich, dass möglichst viele Fans die Kleeblatt-Frauen am kommenden Freitag im Spiel gegen die Club-Damen unterstützen werden. Das sollte doch zu machen sein, denn die Eintrittskarten zum Halbfinale des BFV-Verbandspokals kosten regulär 3 Euro und ermäßigt 1,50 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben sogar freien Eintritt. Und nach dem Sieg feiert das Team hoffentlich genauso ausgelassen wie auf unserem Foto!

Mit großen Schritten dem Abgrund entgegen

Karlsruher SC - SpVgg Greuther Fürth47 Minuten lang sah es im Karlsruher Wildpark tatsächlich so aus, als würde Mike Büskens der erste Dreier seit seinem Amtsantritt gelingen. 47 Minuten lang führte das Kleeblatt beim KSC, doch dann patzte Benedikt Röcker – gleich zwei mal. Zuerst verschätzte sich der Innenverteidiger nach einem weiten Ball, der Karlsruher Top-Stürmer Rouwen Hennings nahm gekonnt an und überwand Mark Flekken im Kleeblatt-Gehäuse. Ausgleich, 1:1. Die Torhymne war gerade verklungen, da verschätzte sich der Abwehrhüne ein zweites Mal, Hennings nahm an und schloss trocken ab. 2:1, Spiel gedreht, innerhalb von zwei Minuten.

Dabei hatte der Tag für die arg gebeutelte Kleeblatt-Seele so gut begonnen. 13 Minuten waren gespielt, als Johannes Wurtz eine Flanke in den Strafraum schlug und dort Marco Rapp fand, der in lehrbuchhafter Schusshaltung per Volley traf. 1:0, endlich mal wieder eine Kleeblatt-Führung, die 500 mitgereisten Anhänger im weitläufigen Gästeblock jubelten. Für den Kapitän der Fürther U23 war es in seinem zweiten Einsatz das erste Tor im orange leuchtenden Profi-Dress. Doch für den in der Club-Jugend ausgebildeten Rapp, der im linken Mittelfeld neben Schröck und Stiepermann auflief, hatte die Freude nicht allzu lange Bestand. Wirklich befreiend wirkte der Führungstreffer nicht für die Büskens-Elf, der KSC gab weiter Gas. Das Kleeblatt schwamm aber nicht so sehr wie in manch vergangenem Spiel, die Defensive stand sicher – wohl auch, weil Unsicherheitsfaktor Stefan Thesker diesmal auf der Bank Platz nehmen musste. Marco Caliguiri kehrte nach seiner Rot-Sperre zurück und verteidigte mit seiner Hintermannschaft die Führung bis zur Pause.

Eine gute Viertelstunde sollten die wacker kämpfenden Fürther dem Sieg nahe sein, bis, ja, bis Benedikt Röcker sich zwei mal böse verschätzte und so seine Mannschaft um den Lohn brachte. Im Spiel nach vorne fehlte anschließend wie so häufig in dieser Spielzeit die Präzision, Angriffsversuche versandeten meist wegen technischer Unzulänglichkeiten oder Unkonzentriertheit. Auch der frische Wind in Form von Zlatko Tripic und Florian Trinks erwies sich eher als laues Lüftchen denn als stürmischer Angriffswirbel und so lief die Uhr immer weiter gegen das Kleeblatt. In der Nachspielzeit wagte Mark Flekken in seinem zweiten Bundesliga-Spiel den Gang in den gegnerischen Sechzehner, die Karlsruher Abwehr stand aber sicher und so konnte es der Hesl-Ersatz nicht seinem Leipziger Kollegen Coltorti gleich tun, der seine Mannschaft am Freitag zum umjubelten 2:1-Sieg gegen Darmstadt geschossen hatte.

Jubel ist ein gutes Stichwort. Als Kleeblatt-Anhänger kennt man dieses Gefühl beinahe nicht mehr, das Pfund von Marco Rapp war ein kurzer Anflug von Euphorie – den Benedikt Röcker aber wieder zunichte machte. Und so wird der einzige Jubel an diesem Wochenende womöglich noch den Niederlagen der Abstiegskonkurrenten gelten, die am Sonntag und Montag noch ran müssen. Die SpVgg ist mehr denn je auf die Patzer der Konkurrenz angewiesen, um noch den Klassenerhalt in Liga 2 zu schaffen. Wer sich Woche für Woche durch individuelle Schnitzer um den Ertrag bringt, für den besteht nicht viel Hoffnung. Am kommenden Wochenende kommt Fortuna Düsseldorf in den Ronhof, Zeit, es endlich wieder besser zu machen. Ansonsten geht es schneller nach unten als uns allen lieb ist. Das Kleeblatt geht mit großen Schritten dem Abgrund entgegen, hoffen wir, dass diese Horrorgeschichte ein Happy-End nimmt.

Kleeblatt-Orakel Daisy ist skeptisch

Vor vier Wochen habe ich im Greuther-Weiber-Blog über Daisy geschrieben, eine Mischlingshündin, die ab und zu für ein paar Stunden auf Besuch kommt. Und die dabei schon das eine oder andere Auswärtsspiel des Kleeblatts am Fernseher miterlebt hat.
Als ich einer Bekannten beim Sport ein Foto von Daisy zeigte – stilecht ausstaffiert mit weiß-grünen Fan-Accessoires – meinte die spontan: “Der Hund hat ja schon mal das richtige Outfit. Vielleicht wird er ja das neue Kleeblatt-Orakel.”

Orakel_1Gesagt, getan. Ich habe Daisy’s hellseherische Fähigkeiten vor ein paar Tagen testen wollen: Am kommenden Samstag, 25. April, spielt die Spielvereinigung gegen den Karlsruher SC. Wieder mal ein Schicksalsspiel, denn beim Kleeblatt geht’s  – um im Hundejargon zu bleiben – um die Wurst. Wer wird die Partie gewinnen? Das Kleeblatt oder der KSC? Zwei Schalen mit frischem Hackfleisch, für Daisy das Signal “Auf die Plätze, fertig, los”. Und dann ging es darum: Zu welcher Schale Daisy zuerst geht, der wird am Samstag als Sieger vom Platz gehen.
Die Antwort war ernüchternd, aber eindeutig. Der Fotobeweis ist unten. Jetzt stellt sich nur die Frage: Ist Daisy ein gutes Orakel? Oder eventuell im Geheimen KSC-Fan? Oder hat die Hündin schlichtweg einfach keine Ahnung von Fußball?Orakel_2

Jetzt muss sich das Kleeblatt warm anziehen!

SpVgg Greuther Fürth - Union BerlinWas ist das Besondere an Spielen des Fürther Kleeblatts? Dass man von Begegnung zu Begegnung mitzittert und immer hofft, dass die Spielvereinigung im Abstiegskampf in die 3. Liga keine unnötigen Punkte auf dem Weg liegen lässt.

So war es auch heute wieder: Beim NZ-Tipp für das Spiel gegen den 1. FC Union Berlin im Ronhof hatte ich blauäugig 2:1 für die Spielvereinigung getippt. Sehr optimistisch! Ein Wermutstropfen war, dass Torwart Wolfgang Hesl heute nicht antreten konnte, weil er sich kurz vor dem Anpfiff beim Aufwärmen verletzt hatte. Für ihn kam Mark Flekken (Zweitliga-Debüt) ins Kleeblatt-Tor. Das erste Tor machten die Gäste aus Berlin schon in der achten Minute. Der Schreck bei den Kleeblattfans im Stadion war groß. Bis zur Halbzeitpause gab es dann zwar ein paar ganz gute (und das ist fast schon geschmeichelt) Chancen für die Heimmannschaft, den Rückstand aufzuholen. Doch erst in der 50. Minute gelang dem Fürther Stürmer Sebastian Freis mit seinem ersten Saisontor der verdiente 1:1-Ausgleich. Die heimischen Fans konnten erst mal aufatmen.

Das Problem für das Kleeblatt ist seit Samstag, dass durch die Siege von St. Pauli, 1860 München und dem VfR Aalen die Luft auf den Abstiegsrängen der 2. Liga dünner geworden ist. Das heißt, die Konkurrenten sind dem Kleeblatt dicht auf den Fersen. So schoss nur eine Minute nach Freis’ Tor in Fürth der unmittelbar davor eingewechselte Rico Benatelli das Führungs- (und letztlich auch Sieg-)Tor für Erzgebirge Aue beim FSV Frankfurt. Und damit steht auch diese Mannschaft nur drei Punkte hinter der SpVgg auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Zurück zum Spiel im Ronhof. Beim 1:1 sollte es nicht bleiben. In der 79. Minute gelang Parensen mit einem Linksschuss das 2:1 für Union Berlin. Und für die Fürth-Anhänger ging das Zittern weiter. Erst eine Minute vor dem regulären Spielende schoss Johannes Wurtz (seine Freude dokumentiert das Foto) zum 2:2 ins Berliner Tor. Und rettete dem Kleeblatt damit einen vielleicht bei Saisonende lebenswichtigen Punkt.
Welche Verletzung Keeper Wolfgang Hesl hat, war bis Spielende nicht zu erfahren. Sollte er für die nächsten Spiele ausfallen, muss sich die SpVgg bei den letzten Partien warm anziehen. Das nächste wichtige Spiel ist am kommenden Samstag, 25. April, um 13 Uhr beim Tabellenvierten Karlsruher SC.

Um es allen noch einmal drastisch vor Augen zu halten – so sieht das Ende der Zweitligatabelle nach dem 29. Spieltag aktuell aus:
13. 1. FC Nürnberg 35 Punkte
14. SpVgg Greuther Fürth 31 Punkte
15. TSV 1860 München 29 Punkte
16. FC St. Pauli 28 Punkte
17. FC Erzgebirge Aue 28 Punkte
18. VfR Aalen 27 Punkte

Bibiana Steinhaus pfeift bei Frauen-WM 2015

VfR Aalen - SpVgg Greuther FürthIn unserem Blog haben wir schon öfter über Bibiana Steinhaus geschrieben. Erinnert Ihr Euch an ihren kleinen Clinch mit den Bayern-Trainer Pep Guardiola im Oktober vergangenen Jahres?
Jetzt ist die DFB-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus vom Weltverband FIFA für die Frauen-Fußball-WM in Kanada (6. Juni bis 5. Juli) nominiert worden. Die 36 Jahre alte Polizistin nimmt damit an ihrer zweiten Weltmeisterschaft nach 2011 teil. Zu Steinhaus’ Gespann gehören die Assistentinnen Katrin Rafalski und Marina Wozniak. Insgesamt nominierte die FIFA 29 Schiedsrichterinnen und 44 Assistentinnen.

Bibiana Steinhaus ist seit der Saison 2007/08 die erste Schiedsrichterin im deutschen Profifußball, die Spiele zwischen Männermannschaften (2. Bundesliga, DFB-Pokal) leitet. Darüber unser Posting, wo sie mit weiblicher Hand ein Kleeblattspiel geführt hat. Zuletzt war sie im März im Ronhof bei der Partie zwischen der SpVgg und dem VfR Aalen.

Seit 1995 ist Bibiana Steinhaus Schiedsrichterin. Sie trat in die Fußstapfen ihres Vaters. Ihre Berufung in den Schiedsrichterkader wurde von einem großen Medienecho begleitet. Im Vorfeld hatte der DFB den Werdegang der schweizerischen Schiedsrichterin Nicole Petignat beobachtet, die seit Jahren Spiele der Axpo Super League leitet. Steinhaus wurde für die Frauen-Europameisterschaft 2009 in Finnland nominiert, bei der sie in zwei Vorrundenbegegnungen der Gruppe C sowie einem Viertelfinalspiel zum Einsatz kam. Im April 2011 erfolgte ihre Nominierung als eine von 16 Schiedsrichterinnen für die Frauen-Weltmeisterschaft in Deutschland. Hier pfiff sie die Gruppenspiele Vereinigte Staaten – Nordkorea und Äquatorialguinea – Brasilien sowie das Finale zwischen Japan und den Vereinigten Staaten (3:1 im Elfmeterschießen). Ein Jahr später wurde Steinhaus – neben Felix Brych – bei den Olympischen Spielen 2012 in London als Schiedsrichterin ausgewählt und leitete das Endspiel zwischen den Vereinigten Staaten und Japan (dieses Mal gewannen die USA mit 2:1). Im Mai 2014 wurde sie für die U-20-Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen nominiert.

Nach Einschätzung des Vorsitzenden der DFB-Schiedsrichterkommission, Herbert Fandel, ist Steinhaus „die beste Schiedsrichterin der Welt. Das sage ich überall, wo ich es loswerden kann. Das sieht aber auch jeder, der von Fußball Ahnung hat.“ Trotzdem hat Bibiana es bislang aber leider noch nicht in die erste Bundesliga der Männer geschafft.

Büskens in Frank Kramers Fußstapfen – und umgekehrt

SpVgg Greuther Fürth - SV SandhausenDie Meldung kam nicht mehr überraschend: Der ehemalige Kleeblatt-Coach Frank Kramer übernimmt ab 1. Juli 2015 offiziell den Trainerjob bei Fortuna Düsseldorf. Sofern er erfolgreich arbeitet – und davon gehen wir mal aus! – könnte er in der kommenden Saison den rheinischen Verein zurück in die Fußball-Bundesliga führen. Der 42 Jahre alte (ehemalige Gymnasial- und) Fußball-Lehrer wird bereits morgen – Mittwoch um 12 Uhr – in Düsseldorf vorgestellt. Kramer tritt die Nachfolge des ebenfalls am 23. Februar beurlaubten Cheftrainers Oliver Reck sowie Interimscoach Taskin Aksoy an. Die Vertragsdauer und weitere Details will der Verein erst morgen bekanntgeben.
Fortuna Düsseldorf ist kurioserweise ja der Verein, zu dem der aktuelle Trainer des Kleeblatts – Mike Büskens – eine ganz besondere Beziehung hat. Nach seiner Beurlaubung in Fürth im Februar 2013 hatte er ab der Saison 2013/14 Fortuna Düsseldorf als Coach übernommen. Allerdings war ihm das Glück nicht hold: Am 30. November 2013 wurde er „nach einer Analyse der aktuellen sportlichen Situation“ beurlaubt.

Frank Kramer war zum Unverständnis vieler Kleeblatt-Fans am 23. Februar dieses Jahres nach knapp zwei Jahren bei der SpVgg freigestellt worden. War er nur ein Bauernopfer? Wollte man mit seiner Entlassung von der eigentlich Krux bei der Spielvereinigung – nämlich dem schwachen Sturm – ablenken? Mit dem Trainerwechsel hofft man (nach wie vor), endlich vom schlechten Tabellenplatz im unteren Drittel der Zweiten Liga wegzukommen. Bislang ohne Erfolg.

Der frühere Fußball-Profi Frank Kramer hatte seine Ausbildung zum Fußball-Lehrer 2012 als Lehrgangsbester abgeschlossen. In Fürth war er bis zu seinem Weggang hochgeschätzt, er leistete anerkannt gute Arbeit, auch wenn er den schlechten Leistungen der Spielvereinigung in dieser Saison nicht viel entgegenzusetzen hatte. Sein sicher größter Erfolg war in der Saison 2013/2014 der 3. Platz des Kleeblatts in der 2. Liga. Die Spielvereinigung scheiterte jedoch – fast schon tragisch – in der Relegation am Hamburger SV. Ob Frank Kramer mit Fortuna Düsseldorf mittelfristig die Rückkehr in die Bundesliga gelingen wird? Ich wünsche es ihm. Spannend wird es auf jeden Fall am 3. Mai: Am 31. Spieltag trifft die SpVgg zu Hause auf Fortuna Düsseldorf. Die stehen aktuell auf dem 7. Tabellenplatz. Das wird ein heißer Ritt im Ronhof, wetten?

Bonjour, Tristesse!

FSV Frankfurt - SpVgg Greuther FürthOh je! Um in Fürth guten Fußball zu sehen, musste man als Kleeblatt-Fan vergangenen Mittwoch das Frauenfußball-Länderspiel Deutschland gegen Brasilien anschauen. Das war – leider – das Beste, was wir seit langem im Ronhof gesehen haben! Und es hat uns einen Eindruck vermittelt, wie dort die Post abgehen kann, wenn die Fans begeistert sind. Klar, die Zweite Bundesliga ist mit so einem außergewöhnlichen Event nicht zu vergleichen, und Frauen und Männer spielen sowieso ganz anders Fußball. Aber als Fürther konnten wir uns im Stadion am Laubenweg endlich mal wieder so richtig freuen und jubeln – wann hatten wir so etwas zuletzt? – Na gut, zurück zum eher tristen Zweitliga-Alltag. Das 1:1-Unentschieden zwischen der Spielvereinigung und dem FSV Frankfurt haben im Volksbank-Stadion nur etwas mehr als 4700 Zuschauer gesehen – kein Wunder! Sie müssen es irgendwie geahnt haben, dass sie da einfach kein schönes Spiel geboten bekommen würden. Über lange Zeitspannen hinweg plätscherte das Ganze harmlos und langweilig dahin. Fürth begann eigentlich nicht schlecht, doch wieder war es der Gegner, der das 1:0 machte. Und das praktisch bei der ersten ernsthaften Gelegenheit. Die Fürther Abwehr ließ dem Frankfurter Kauko viel zu viel Raum, so dass er mehr oder minder ungehindert zum 1:0 einköpfen konnte. Bis zum Halbzeitpfiff passierte dann so gut wie nichts Nennenswertes mehr.

Als Mike Büskens gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs Stephan Schröck für Kasper Przybylko ins Spiel brachte, hatte ich ein gutes Gefühl, dass sich das Blatt nun wenden könnte. Schröcki ist einfach immer bissig und zieht den einen oder anderen Teamkollegen dann durch sein unermüdliches Engagement mit. Nach einigen Fehlpässen sowie vergeblichen Bemühungen von Marco Stiepermann, der einfach nicht ins gegnerische Tor traf, verwandelte Niko Gießelmann in der 58. Minute einen direkten Freistoß zum erlösenden 1:1. (Nach dem Spiel verschenkte er sein Trikot, siehe Foto.) Das gab der Mannschaft neuen Mut, plötzlich ging wieder was, und der FSV Frankfurt geriet zunehmend unter Druck, dem er nichts entgegenzusetzen hatte. Büskens legte mit zwei Auswechslungen nach: Tripic kam für Freis (72.) und Lam für Philp (75.). Das Kleeblatt verspürte eine Zeitlang einen gewissen Aufwind, Robert Zulj wäre fast der Führungstreffer gelungen, Marco Stiepermann bekam eine zweite Freistoß-Chance, die er aber nicht nutzte – der vorübergehende Schwung verpuffte.

Fürths Keeper Wolfgang Hesl hatte keinen unwesentlichen Anteil daran, dass es kein weiteres Gegentor gab: Vor allem einen gefährlichen Angriff von Kapllani wehrte er ohne jede Unsicherheit ab. Kapllani sah in der Nachspielzeit noch die Rote Karte, und Fürth war knapp zwei Minuten in Überzahl auf dem Rasen. Das nützte aber genauso wenig wie die Tatsache, dass die mitgereisten Kleeblatt-Fans ihr Team unermüdlich anfeuerten: Es blieb beim enttäuschenden 1:1.

Vereinspräsident Helmut Hack blickte auf den Zuschauerplätzen äußerst skeptisch drein. Was ihm wohl durch den Kopf ging? Bereut er vielleicht doch, zu wenig Geld für einen verstärkten Sturm in die Hand genommen zu haben? – Der einzige Lichtblick in dieser verfahrenen Situation: Fürth bleibt weiterhin in Frankfurt ungeschlagen, wie schon gut 32 Jahre lang. Doch ob das im Abstiegskampf weiterhilft? Wer weiß…

Frauen-Nationalmannschaft brachte den Ronhof zum Kochen

Ronhof_Deutschland_Brasilien_2Das war ein ganz tolles Spiel vor einer Traumkulisse. Gestern Abend gab es im Fürther Ronhof ein echtes Highlight in Sachen Fußball: In einem Testspiel traf die deutsche Frauen-Nationalmannschaft auf Brasilien. Ob allen Brasilianern noch die 7:1-Niederlage gegen Deutschland bei der Männer-Fußball-WM 2014 in den Köpfen herumspukt? Klar.

Über 15 000 Zuschauer füllten gestern die Ränge und Tribünen, es war kühles, aber sonniges Wetter. Die Stimmung war erstklassig, denn beide Teams spielten wirklich sehenswerten Fußball. Obwohl die deutschen Frauen in der ersten Halbzeit erst mal nicht so gut ins Spiel kamen. Aber das machten die zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameisterinnen im Laufe der 90 Minuten mit einem souveränen 4:0-Sieg wett.

Ronhof_Deutschland_BrasilienUnd die Greuther-Weiber ließen sich so etwas natürlich nicht entgehen. Um uns herum in der Südkurve waren viele Familien und junge Leute, die zum Teil von weither angereist waren und vermutlich zu Spielen der Kleeblätter nicht nach Fürth fahren würden. Sie wollten es sich aber wohl nicht nehmen lassen, einmal live berühmte und erfolgreiche Fußballerinnen wie Nadine Angerer im Tor, Simone Laudehr und Celia Sasic in Aktion zu sehen. Und Trainerin Silvia Neid stand cool und gelassen am Spielfeldrand und hatte an diesem Abend bestimmt wenig zu kritisieren. Für ihr Team war die Partie in Fürth eine optimale Vorbereitung auf die Frauen-Fußball-WM, die vom 6. Juni bis zum 5. Juli in Kanada stattfindet.
Nach einem zaghaften Anlauf klappten gestern Abend übrigens auch die La-Ola-Wellen perfekt. Alle machten mit. Deshalb lief das erfolgreiche Damenteam nach dem Schlusspfiff auch eine Ehrenrunde, um den begeisterten Zuschauern für die großartige Unterstützung zu danken (Foto ganz oben). Nadine Angerer hatte sich auch während des Spiels immer wieder umgedreht, um Fans zuzuwinken.
Das besondere Länderspiel-Event in Fürth war für viele garantiert ein unvergessliches Erlebnis. So eine Kulisse im Stadion würde sicher auch der Spielvereinigung bei den nächsten Heimspielen runtergehen wie Öl!