Kleeblätter und Clubberer in einem Flieger

Wer kennt nicht zahlreiche Anekdoten über die Antipathie zwischen Nürnberger und Fürther Fußballspielern und vor allem Fußballfans? Legendär ist eine Begebenheit aus den 20er Jahren: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bestand damals fast ausschließlich aus Nürnberger und Fürther Spielern. Damit sich die Spieler aus den beiden Fußball-Hochburgen bei Zugfahrten nicht in die Quere kamen, fuhren sie immer in getrennten Eisenbahn-Waggons zum Spiel. Das war vor über 80 Jahren!

Daran musste ich denken, als ich las, dass die Mannschaften des 1. FCN und der SpVgg in den selben Ort ins Trainingslager fliegen. Im türkischen Belek trainieren beide Teams in der Winterpause und sollen vor allem psychisch wieder aus dem Tal der Tränen gebracht werden. Witzigerweise flogen beide Teams in ein und derselben Maschine in die Türkei. Wie hat man sich das denn vorzustellen? Haben alle Clubspieler Tomatensaft getrunken und Mohnbrötchen gegessen, und wurden den Kleeblättern Weißbrot und grüne Limo serviert? Wie dem auch sei: Von Kabbeleien im Flieger zwischen den Spielern wurde im heimischen Franken nichts bekannt. Im Bericht der „Nürnberger Zeitung“ war nur von einigen Turbulenzen in der Luft zu lesen. Kleeblätter und Clubberer verströmen eben ganz unterschiedliche Schwingungen, und das hatte dann Konsequenzen. Ein Luftloch und dadurch erzeugtes Absacken der Maschine sorgte bei allen Fluggästen für Aufregung. Hoffen wir, dass der Rückflug ruhiger verläuft und es keine Zwischenfälle gibt!