Spielvereinigung verliert Prozess gegen Hrgovic!

Die Mannschaft der Spielvereinigung ist beim Trainingslager im türkischen Belek – und zu Hause geht die Post ab! Nachdem ich ja schon über die möglichen Verstrickungen im Wettskandal berichtet habe, gibt es jetzt erneut Interessantes zu vermelden.

Vor dem Arbeitsgericht Nürnberg fand heute der Prozess zwischen dem im November entlassenen bosnischen Defensivspieler Mirko Hrgovic und der Spielvereinigung Greuther Fürth statt. Die Anwältin des Spielers hatte eine Kündigungs-Schutzklage eingereicht – und vorerst gewonnen.

Schon nach wenigen Minuten fiel das Urteil. Genauer gesagt: ein Versäumnisurteil. Der Kläger bekam Recht: Das Arbeitsverhältnis wird nicht durch eine außerordentliche Kündigung aufgehoben. Mit anderen Worten: Mirko Hrgovic hat sich erfolgreich gegen die Kündigung gewehrt und ist wieder formell Teil des Teams.

Was war der Grund für das rasche Urteil? Ganz einfach: Von der Gegenseite – also der SpVgg Greuther Fürth – war niemand vor Gericht erschienen. Ob alle Verantwortlichen mit ins ferne Belek geflogen sind, ob man am Morgen nach dem Feiertag einfach noch nicht in die „To-Do-Liste“ geschaut hatte, oder ob der Verein womöglich so im Geld schwimmt, dass man sich mit solchen Peanuts (der Streitwert beläuft sich auf immerhin 21 000 Euro) gar nicht abgibt? Als Greuther-Weib kann man hier nur mutmaßen und im Trüben fischen.

Susanne Stemmler, die Gerichtsreporterin der „Nürnberger Zeitung“, war beim Prozess und liefert zusätzliche juristische Details. So bedeutet unentschuldigtes Fehlen und das nachfolgende Versäumnisurteil für den Verlierer des Prozesses auf jeden Fall Kosten. Und: Die Spielvereinigung muss möglichst „zeitnah“ das Versäumnisurteil mit einem Einspruch anfechten, um im „Fall Hrgovic“ nicht auf der Verliererseite zu stehen. Vielleicht fällt einem der Verantwortlichen bei den Kleeblättern ja noch eine gute Entschuldigung ein, weshalb man den wichtigen Gerichtstermin verschwitzt hat?

Wie dem auch sei: Manchmal ist das Verhalten der Kleeblätter unergründlich. Das trifft auf die Vereinsführung ebenso zu wie auf das Team. Wollte die Vereinsführung in Sachen Mirko Hrgovic  Zeit schinden oder hatte die Abwesenheit taktische Gründe? Nobody knows.

Wir hier im winterlichen Fürth hoffen darauf, dass alles zu einem guten Ende findet. Zumindest die Zeit im Trainingslager und der neue Coach sollen den sportlichen Aspekten des Vereins wieder einen positiven Schub bringen.