Genugtuung für die Kleeblatt-Fans

Mit Wut und einem ganz faden Beigeschmack denken viele Fans der SpVgg an das Pokalspiel gegen den FC Bayern München in der Münchner Allianz Arena im Februar dieses Jahres zurück. Auch wir „Greuther-Weiber“ haben damals noch während des Spiels mit Freunden im Stadion telefoniert, die vom unverständlich schroffen Verhalten der Münchner Polizei berichteten. In zwei Blogbeiträgen schrieben wir dann über die 6:2-Niederlage der Kleeblätter, vor allem aber auch über die Vorkommnisse in und um die Allianz-Arena . Jetzt hat der Einsatz von USK-Beamten erste Konsequenzen: Weil der Verdacht auf „Körperverletzung im Amt“ besteht, wurden vier Beamte versetzt und Disziplinarverfahren gegen sie eingeleitet.

pokalTausende Fürther Fans waren zum Pokal-Viertelfinalspiel ihrer SpVgg  nach München gefahren und erlebten ihr blaues Wunder. Viele erreichten erst lange nach Anpfiff ihre Plätze, andere mussten sich den harschen Ton sowie brutales Verhalten anwesender Ordnungshüter gefallen lassen. Bei der Münchner Polizei war man sich zunächst keiner Schuld bewusst. In einer Pressemitteilung nach der Partie hieß es: Drei Busse „mit stark alkoholisierten und aggressiven Fürther Ultra-Fans“ seien erst nach Spielbeginn in München angekommen. Schon am Nordeingang des Stadions seien sie „ohne erkennbaren Grund mit massiver körperlicher Gewalt“ auf Polizisten losgegangen.

In einem Kommentar zu unserem Blog meinte damals „Münchner Freiheit“:

Na so schlimm wirds ja wohl nicht gewesen sein. Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat. Und wenn die Polizei eingreifen mußte, dann hattte das schon seinen Grund.

In den zurückliegenden neun Monaten hat nun die Münchner Kripo ermittelt, zahlreiche Fürther Fans vernommen und Videomaterial gesichtet. Das vorläufige Ergebnis: Gegen drei Beamte vom USK, darunter ein Zugführer, und einen Polizisten einer Einsatzhundertschaft besteht „Verdacht auf Körperverletzung im Amt“. Alle vier wurden in andere Dienststellen versetzt, bei zwei von ihnen seien allerdings ohnehin entsprechende Veränderungen angestanden. „Die Maßnahmen sind keine Vorverurteilungen und dienen insbesondere auch dem Schutz der Kollegen“, so der Münchner Polizeivizepräsident Robert Kopp.

Ob die Beamten weitere Konsequenzen fürchten müssen, wird sich erst noch zeigen. Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Interessant ist der Vorschlag des Fürther SPD-Landtagsabgeordneten Horst Arnold, der fordert, dass USK-Beamte künftig Nummern an ihrer Uniform tragen müssen, um besser identifizierbar zu sein. Keine schlechte Idee, denn sonst hat man bei den oft vermummten Polizisten mit Helm fast keine Chance, jemanden später wiederzuerkennen.