Frauen – Fußball – Fürth

Spätestens seit der Frauen-Fußball-WM ist es auch bis zum letzten (Mann) durchgedrungen, dass Frauen von Fußball mehr Ahnung haben, als man ihnen zutraut. Viele Mädchen und junge Frauen spielen in Deutschland im Verein Fußball. Und immer mehr Mädchen und Frauen interessieren sich zunehmend für alles rund um dieses Thema.

Dass in Fürth Frauenfußball nicht stiefmütterlich behandelt wird, liegt auch der CSU-Stadträtin Birgit Bayer-Tersch am Herzen. Selbst “Fußball-Mutter”, organisierte sie einen Besuch bei der Spielvereinigung Greuther Fürth. Es ging hauptsächlich um den Stellenwert des Mädchen- und Frauenfußballs beim Kleeblatt und allgemein bei den Fürther Sportvereinen. Das machte uns neugierig – diesen “Ortstermin” wollten sich die “Greuther-Weiber” natürlich nicht entgehen lassen.

Spätnachmittags trafen sich also eine gute Handvoll Frauen mit (weiblichem) Anhang vor der Trolli-ARENA. “Ein Vertreter der Spielvereinigung wird durch das Gelände und Gebäude führen und auch für Fragen zur Verfügung stehen” – so stand es auf der Einladung. Und so nahm sich Julian Heckel vom Marketing/Sponsoring der SpVgg Greuther Fürth der Damen an.

“Wie hoch ist eigentlich die Frauenquote unter den Zuschauern bei einem Spiel im Ronhof?”, lautete gleich die erste Frage. Der Kleeblatt-Vertreter musste mit genauen Angaben passen. Dafür informierte Birgit Bayer-Tersch über die Situation des Frauenfußballs in Fürth: Eigene Mädchenmannschaften gibt es in Poppenreuth, Sack und Stadeln. Und seit zwei Jahren auch bei der SpVgg. “Aber nur, weil es eine Auflage vom DFB war”, räumte Bayer-Tersch ein.YouTube Preview Image
Beim gemeinsamen Rundgang im Kleeblatt-Gebäude – Umkleideräume der Fürther Profis und Gäste – riskierten die weiblichen Gäste einen ersten Blick in Richtung Schiedsrichter-Umkleidekabine. “Und wenn der ‘Herr in Schwarz’ eine Dame ist?” – wie z.B. Bibiana Steinhaus, die schon im Ronhof gepfiffen hat? Das sei kein Problem, so die Antwort des Kleeblatt-Vertreters. “Wir sehen das hier alles nicht so eng.” Auch nicht in punkto  Herrentoiletten: “Sogar unser weibliches Personal vom Teeladen geht hier auf die Männer-Klos.” Aha, na bravo!
Beim Besichtigen des heiligen Spielfeldrasens stieß vor allem der Fürther Frauenbeauftragten Hilde Langfeld sauer auf, dass hier nur die Profis etwas verloren haben. “Das muss sich ändern, ich schlage vor, dass in Zukunft auch Frauen und Kinder auf den Rasen dürfen. Dann würde diese Riesenfläche besser genutzt. Und vielleicht dient es auch dem Stellenwert des Frauenfußballs bei Fürther Zuschauern und Kleeblatt-Fans.” Gut gebrüllt. Eine Anregung, die man sich durch den Kopf gehen lassen sollte.

Insgesamt ein interessantes Date bei der Spielvereinigung. Nach dem anschließenden Rundgang durch den VIP-Bereich und dem Ausprobieren der Zuschauersitze auf der Gegengeraden der Trolli-ARENA fuhren alle wieder von dannen. Fazit: In Fürth schlagen viele Herzen für den Fußball und das Kleeblatt. Aber eben (fast) nur, wenn er männlich ist!

 

4 Kommentare in “Frauen – Fußball – Fürth

  1. Ich bin seit dem ersten Spiel der Frauenfußballabteilung der SpVgg als Zuschauer, später auch als “Unterstützer” in allen möglichen Dingen dabei.
    In diesem Beitrag lassen Sie die Frauenbeauftragte Hilde Langfeld kritisieren und vorschlagen, der (Jugend- und) Frauenfußball sollte ebenfalls im “großen Stadion” auf den Rasen dürfen. Dieser Kritik schließen Sie sich offensichtlich an.
    Eine nette Idee, doch wollen wir die Kirche doch einmal im Dorf lassen. Scheinbar waren Sie noch nie bei einem Spiel “unserer” Frauen, denn sonst wüssten Sie, dass sich die Zahl der Zuschauer doch eher in Grenzen hält, eine dreistellige Zuschauerzahl (nicht aufgestellte Mannschaftskolleginnen, Eltern, Geschwister und sonstigen Anhang mit eingerechnet) in den allerwenigsten Fällen erreicht wird. Ich kann mich persönlich nur an das erste Pflichtheimspiel in der Landesliga erinnern, bei dem eine stattliche Zahl Neugieriger da waren. Diese Zuschauerzahl wurde seither – trotz guten Fußballs – nicht wieder erreicht. Ein Wechsel in ein Stadion, wo sich diese 15, manchmal immerhin 50 Zuschauer noch verlaufen würden, ist also unnötig. Folglich ist es absolut nachvollziehbar – auch noch angesichts der vorhandenen Bausubstanz -, dass eine Frauen-Umkleide hier nicht vorgesehen ist.
    Und dass – wie Sie schreiben – die meisten Herzen für den Männerfußball schlagen, ist eingedenk der Tatsache, dass ohne diesen viele Dinge bei der SpVgg – wohl auch der Frauenfußball – in dieser Form nicht existieren würden.

  2. Offensichtlich sind Frauen hinter den Kulissen vom Stadion gar nicht vorgesehen ? Ein Armutszeugnis ! Auf den unqualfizierten Kommentar dieses Rudi möchte ich gar nicht eingehen……

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