War der Vollmond schuld?

Ich weiß schon, dass Frauen, die ihr Leben nach dem Mondkalender ausrichten, gern belächelt werden: Haare schneiden, Blumen gießen, Wäsche waschen – all das tun sie nur, wenn der Mond günstig steht bzw. die richtige Fülle hat. Davon bin ich zwar meilenweit entfernt. Aber dass der Mond zumindest in gewisser Weise unser Wohlbefinden beeinflusst, glaube ich schon. Wahrscheinlich hat also der Vollmond an diesem Samstag den Kleeblatt-Spielern eine unruhige Nacht beschert, und sie sind deshalb in der Partie gegen den SC Paderborn so müde an die Sache rangegangen.

Zeitweise hatte man während der ersten Halbzeit wirklich den Eindruck, die Jungs wären noch nicht aufgewacht. Von Energie war in der Paderborner „Energieteam-Arena“ rein gar nichts zu spüren – auch nicht seitens der Zuschauer: Gerade mal etwas über 6000 (rund 100 davon Fans aus Fürth) hatten sich ins Stadion geschleppt. – Vollmond, ich sag´s ja!. Die Mannschaft der Gastgeber kam immerhin etwas besser in die Gänge und bestimmte streckenweise das Geschehen. Vor allem Proschwitz wurde ein paarmal ganz schön gefährlich. Aber ein Spiel fürs Auge war die erste Hälfte mit Sicherheit nicht!

Offenbar gab es in der Kabine dann eine heftige Gardinenpredigt von Trainer Mike Büskens. Denn nach dem Seitenwechsel traten die Fürther ganz anders gegenüber den Ostwestfalen auf. Und das, obwohl kein einziger Spieler ausgetauscht worden war. Stephan Schröck, der schon kurz vor der Pause eine gute Chance herausgespielt hatte, und Christopher Nöthe sorgten für einen ansprechenden Start in die zweite Spielhälfte. Nöthe war es dann auch, der in der 59. Minute zum 1:0 einköpfte; bei diesem Spielstand blieb es dann bis zum Schluss. Und der ließ auf sich warten, denn der Schiedsrichter ließ aus unerfindlichen Gründen fast fünf Minuten nachspielen. Nöthe hat mit seinem heutigen Tor in dieser Saison – ebenso wie Olivier Occean – bisher drei Treffer erzielt. Occean dagegen hatte heute nicht seinen großen Tag; die erste gefährliche Situation konnte er in der 78. Minute herbeiführen.

Das bringt mich wieder zu meiner anfangs geäußerten Vermutung zurück: Der Vollmond hat heute alles ein wenig negativ beeinflusst (einschließlich Schiri). – Und sage mir jetzt bitte niemand, so was könne nur eine Frau schreiben!