Ein starkes Kleeblatt vor der Brust

Der sogenannte Zwölfte Mann auf dem Rasen ist bei einem Fußballspiel nicht der unsichtbare weiße Hase Harvey, sondern das heimische Publikum, das die eigene Mannschaft lautstark unterstützt. Was für einen Motivationsschub so ein Zwölfter Mann den Spielern bringt, liegt auf der Hand. Ob das morgen in der ESPRIT Arena in Düsseldorf beim Spitzenspiel Fortuna gegen die Spielvereinigung auch so sein wird? Ich befürchte es. Allerdings werden die Vorteile dann klar auf Seiten der Gastgeber liegen. Denn das Zahlenverhältnis zwischen den Düsseldorfer und Fürther Fans wird ungleichgewichtig sein. Auf der Fortuna-Homepage fand ich nämlich folgenden deprimierenden Satz: „Bislang (Freitag Nachmittag) wurden 28 500 Karten abgesetzt, ganze 57 (!) davon in der Geschäftsstelle von Greuther Fürth.“ Klar, ein Auswärtsspiel am Montag Abend im rund 450 Kilometer entfernten Düsseldorf – wer macht sich von Fürth aus dahin schon auf den Weg?

Pikant ist die Partie Zweiter gegen Dritter aber noch aus anderen Gründen: Die Kleebätter werden vom gebürtigen Düsseldorfer Mike Büskens gecoacht. Aber wie wir Büskens kennen: Er ist Pragmatiker und wird für sein Team das Optimale rausholen.
Norbert Meier, Trainer der Fortuna, schätzt die Lage realistisch ein und warnt vor der „ungemeinen Offensivwucht, die die Grün-Weißen aus der Wissenschaftsstadt“ haben werden:

„Fürth war in den vergangenen Jahren immer dicht dran. Jetzt sind sie weitgehend zusammengeblieben und haben in Olivier Occean noch einen Torjäger dazubekommen, der sich sehr gut eingeführt hat. Die funktionieren gut, sind auswärts ungeschlagen. In den vergangenen Spielen haben sie immer in den entscheidenden Phasen zugeschlagen, sind abgebrühter geworden und hatten Partien, wo sie den Gegner komplett dominiert haben. Sie stehen kompakt und haben eine Menge leichtfüßiger, schneller Spieler – wir wissen also, was wir da vor der Brust haben!“

Dass man im Düsseldorfer Team ausgerechnet auf den Ex-Fürther Sascha Rösler (er war 2002 bis 2005 hier verpflichtet) verzichten muss, ist für Kleeblatt-Fans doch beruhigend. Der erfolgreiche Stürmer ist wegen diverser Gelber Karten gesperrt. Dafür kann Mike Büskens auf seine besten Spieler zurückgreifen.

Gute Vorarbeit hat gestern 1860 München geleistet: Der 2:1-Sieg gegen den Tabellenführer Eintracht Frankfurt lässt das Spitzentrio wieder enger zusammenrutschen. Gewinnt die Spielvereinigung, liegt sie mit einem Punkt Vorsprung wieder vorne. (Dass Düsseldorf drei Punkte einfahren könnte, berücksichtige ich jetzt mal nicht).
Natürlich werden wir Greuther-Weiber morgen Abend in Twitter über die aktuellen Ereignisse berichten und noch direkt nach dem Spiel in unserem Blog das – hoffentlich aus Fürther Sicht – gute Ergebnis kommentieren.
By the way: Wer nicht zu den 57 Fans gehört, die nach Düsseldorf fahren: Die Partie wird ab 20.15 Uhr live bei SPORT1 übertragen.