„Spiel des Lebens“ für die Kleeblätter

Was hatte ich mir alles überlegt, wie ich meinen heutigen Blogbeitrag über das DFB-Pokalspiel zwischen der Spielvereinigung und dem TSG Hoffenheim beginnen wollte: Mit den zapfigen Temperaturen im Sinsheimer Stadion, den mehr als 4500 Fans, die nach Sinsheim gefahren waren, um ihre Mannschaft zu unterstützen, u.s.w. Aber dann ereignete sich schon im Vorfeld dieses Spiels ein schreckliches Unglück. Der Suizid eines Kleeblatt-Fans hätte die Begegnung ohnehin überschattet. Dass es sich bei dem 26-jährigen Mann  vermutlich um die Person handelt, die unter dem Verdacht steht, beim Pokalderby gegen den Club mit Leuchtkugeln auf den Platz geschossen zu haben, gab allem eine höchst dramatische Wendung. Der Verein hatte ja angekündigt, die 10 000 Euro Strafe, die vom vom DFB verhängt worden war, an den Fan weiterzugeben. Ich will hier nicht spekulieren, was warum geschehen ist.

Das Spiel sollte für das Kleeblatt auf jeden Fall der größte Erfolg in der jüngeren Vereinsgeschichte werden. Trainer Mike Büskens meinte im Interview sogar, „es war für die Mannschaft das Spiel ihres Lebens“. Es begann mit Chancen auf beiden Seiten, aber bis zu den tumultartigen Szenen in der 36. Minute verlief es eher unspektakulär. Der Hoffenheimer Marvin Compper hatte nach einem Foul und wirren Szenen zwischen Hoffenheimer und Fürther Spielern Stephan Fürstner wutentbrannt einen leichten Schlag ins Gesicht verpasst. Nach anschließenden Diskussionen zwischen Referee Marco Fritz und seinen Assistenten wurde er dann mit einer roten Karte bestraft.
Die Stimmung in der Rhein-Neckar-Arena kam richtig zum Kochen, als in der 42. Spielminute Gerald Asamoah auf den Platz kam. Ob seine Anwesenheit Motivation und Ansporn waren – ich weiß es nicht. Auf jeden Fall schoss Olivier Occean nur zwei Minuten später ein Tor für die Spielvereinigung.

Mit diesem Vorsprung im Rücken war die zweite Halbzeit eine Mischung aus konfusen Aktionen und gleichzeitig einigen vielversprechenden (Tor-)Chancen. Man spürte allerdings nicht allzu viel von der Überzahl der Kleeblätter, auf dem Weg zum und vor dem Tor der Hoffenheimer wollte nichts so recht gelingen. Ab Minute 80 begann dann das Bibbern bei allen Fürth-Fans, ob die Erstliga-Mannschaft doch noch zum Ausgleichstor kommen sollte. Die Stimmung und Lautstärke im Stadion war super, nur knapp 10 000 Hoffenheimer hatten gengen den mittelfränkischen Enthusiasmus keine Chance. Die Fußballgöttin (!) war dem Kleeblatt wohlgesonnen, und so ging das Viertelfinale mit einem 1:0-Erfolg der Spielvereinigung glücklich zu Ende. Fast wäre es in der Nachspielzeit durch einen Lattenschuss von Fürstner noch zum i-Tüpfelchen, dem 2:0 gekommen.

Fazit: Ein Spiel der Extreme, von der Ereignissen vorher, den Raufereien während des Spiels, den tollen Paraden von Keeper Max Grün bis zu den Begeisterungsszenen der angereisten Fürther Fans nach dem gewonnenen Spiel. Die Spielvereinigung hat deutlich gemacht, dass der Rausschmiss des 1. FCN aus dem DFB-Pokal kein Zufall war, dass sie durchaus die spielerischen und mentalen Möglichkeiten hätte, sich in der 1. Bundesliga zu behaupten. Also:  Ich bin gespannt, wie’s weitergeht.

10 Kommentare in “„Spiel des Lebens“ für die Kleeblätter

  1. Man kann sich wirklich für die Färdder freia, vielleicht wärds ja wos mit den Bokal- weiter so!!!

  2. Hut ab vor der den Färthern! Haun zuerst meinen Glubb raus und jetzt die Hoffenheimer. Man kann Euch nur beglückwünschen zu Eurer unerschrockenen und kameradschaftlichen Mannschaft. Ganz besonders aber zu Euerem Trainer der Fußball lebt und zelebriert und von dem der Funke auch auf die Mannschaft überspringt – siehe auch ‚Kloppi‘. So und nicht anders ‚feiert‘ man heute Fußball und das begeistert auch die Anhänger.
    Weiter so – holt den Pokal. Wär ja für den Fußball in der Region ’ne gute Sache wenn neben Nürnberg nun auch die Färther sich mal den Pott holen.

    • Liebe Frau (oder Herr?) Eichhorst, oder ich sage am besten: liebe Eichhorsts, so viel Souveränität, Chapeau! Das ist eine faire Haltung und man sieht, dass die Club-Fans und Fürth-Fans alle Charakter haben. Danke für die Wünsche, und wenn die Spielvereinigung den Pokal holt, dann trinken wir einen zusammen. Vielleicht irgendwo in einem Biergarten an der Stadtgrenze?

  3. Also ich kann mich da mattn nur anschliessen. Diese Überschrift ist nicht nur deplaziert, sie ist in diesem Zusammenhang schlichtweg geschmacklos und mehr als unangebracht…

    • Ich habe Trainer Mike Büskens zitiert, der nach dem gewonnenen Spiel eben diese Formulierung gebrauchte. Er sagte in einem Interview, dass er sicher ist, dass dieses DFB-Viertelfinale für das Kleeblatt „das Spiel ihres Lebens“ gewesen sei.

  4. Mein Beileid.
    Allerdings wirkt in dem Zusammenhang die Überschrift „Spiel des Lebens“ ziemlich deplaziert…

  5. @Ulli: Warum ist das bedenklich? Es wäre doch ehrenhaft, gegen den späteren Pokalsieger rausgeflogen zu sein. 😉
    Aber @Fürthfans: Ich warne davor, aus Siegen im Pokal zu schließen, man könnte in der 1. Liga mithalten, das sind 2 völlig verschiedene Paar Stiefel. Außerdem muss man da erst mal hinkommen, in die 1. Liga. Bisher hat sich noch niemand verabschiedet aus der Spitzenfünfergruppe. Im Gegenteil, Paderborn scheint jetzt erst richtig aufzuwachen.

  6. Nachdem das Kleeblatt meinen „Glubb“ rausgeschmissen hat, hab ich doch gestern wirklich feststellen müssen, das ich mich für das Kleeblatt gefreut habe. Seeehr bedenklich 🙂

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