Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt!

Morgen geht das Jahr 2012 zu Ende. Für Fürther Fußballfans waren es zwölf Monate im Wechselbad der Gefühle. Der emotionale Höhepunkt war der Aufstieg des Kleeblatts in die erste Bundesliga, depremierende Stimmung durchlebte man seit siebzehn Spieltagen: Die Spielvereingung steht mit neun Punkten auf dem letzten Tabellenplatz.

Hier ein kleiner – ganz persönlicher – Jahresrückblick der Greuther-Weiber:

Im Januar konnten wir unseren 300. Blogbeitrag feiern. Und berichteten am 10. Januar, dass Gerald Asamoah ab sofort zum Kleeblatt-Team gehört. Ein taktisch kluger Schachzug von Trainer Mike Büskens: Der leidenschaftliche Stimmungsmacher Asa sollte in den folgenden Monaten zur wichtigen Figur im Aufstiegskampf avancieren.
Im Februar fand – nachdem man im Dezember den „Club“ im DFB-Pokal besiegt hatte – eines der wichtigsten Spiele des Kleeblattes statt: Im DFB-Pokal schafften es die Fürther, den TSG Hoffenheim mit 1:0 zu schlagen und sich damit für das Pokal-Halbfinale zu qualifizieren.
Der März war dann von eben diesem Spiel geprägt. Gemeinsam mit dem „Feind in meinem Haus“ – mit ihr machte ich ein Interview für Antenne Bayern – erlebten wir das legendäre Spiel gegen den späteren Deutschen Meister Borussia Dortmund im Ronhof. Unglücklich verlor die SpVgg die spannende Partie mit 0:1. Dem Hype um das Kleeblatt tat das allerdings keinen großen Abbbruch.
Einen der schönsten Abende des Jahres 2012 erlebten wir am 16. April: Nachdem Dynamo Dresden das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf gewonnen hatte, war es klar, dass die Spielvereinigung aufsteigt. Um 23 Uhr feierten Hunderte begeisterte Kleeblattfans in der Fürther Gustavstraße, die Mannschaft war dabei, und man wusste: Endlich tragen die Unaufsteigbaren diese Bezeichnung nicht mehr zu Recht.
Im Mai machte das Kleeblatt den Aufstieg dann auch offiziell perfekt – sogar als Tabellenerster. Coach Mike Büskens entschied sich nach längerem Zögern, noch ein weiteres Jahr in Fürth zu bleiben und die Mannschaft in die erste Liga zu begleiten. Vielleicht hat ihn und seine Familie unser persönlicher Brief an Frau Büskens ein wenig bei der Entscheidungsfindung beeinflusst?
Im Juni war Fußball-EM, die SpVgg erhielt einen Sportpreis, man munkelte, dass Torjäger Olivier Occean das Kleeblatt verlassen könnte.
Dieser sportliche GAU bestätigte sich dann im Juli. Das Kleeblatt war ab jetzt auf der Suche nach einem Stürmer, eine Schulklasse machte sich stark für „ihren“ Verein.
Im August startete die Erstligasaison mit dem Spiel gegen Angstgegner Bayern München im Ronhof. Die Fußballcracks gewannen mit 3:0, und ich schrieb damals in meinem Blog: „Das Team der Spielvereinigung ist motiviert und hat Potenzial, die erste Halbzeit war vielversprechend, dann dominierten leider die Bayern. Und: Die Stimmung in der voll besetzten Trolli ARENA war super und macht Lust auf die nächsten Begegnungen.“
Und so sollte es ab jetzt bleiben. Deshalb wollen wir die nächsten fünf Monate nicht mehr im Detail durchackern. Nicht, weil die Greuther-Weiber schreibfaul wären. Nein, wir wollen nicht noch weiter Salz in die Wunde streuen. Siebzehn Spiele in der Hinrunde, mit dem ernüchternden Resultat: ein Sieg, sechs Unentschieden und zehn verlorene Partien. Wir hoffen immer noch: Das Potenzial wäre da, aber der Verkauf von Olivier Occean an Eintracht Frankfurt war der Kardinalfehler des Vereins. Ohne einen schlagkräftigen Stürmer, einen „Knipser“, der Tore schießt, wird es schwer fürs Kleeblatt in den 17 Spielen der Rückrunde.
Unser Fazit: 2012 war eines der wunderbarsten und gleichzeitig auch eines der enttäuschendsten Jahre für Kleeblattfans. So viel steht fest!