Das wird heute ein friedliches Kärwaspiel

Das erste Kärwa-Wochenende war super – tolles Wetter, kulinarische Highlights und friedliche Stimmung. Heute ist es trüber, aber echte Kleeblattfans sind dennoch bester Laune. Heute Abend findet nämlich um 20.15 Uhr das Heimspiel im Ronhof gegen Dynamo Dresden statt. Im Vorfeld haben viele schon Bedenken geäußert, diesen brisanten Gegner ausgerechnet dann in Fürth zu begrüßen, wenn hier Kirchweih ist. Wir haben im Greuther-Weiber-Blog hier auch darüber gepostet. Aber inzwischen habe ich mich mit einigen Fürther Bürgern unterhalten und deren Meinung dazu ist einhellig: Das wird ein spannendes und faires Spiel werden. Und die Gäste werden die Atmosphäre genießen. Das Foto oben entstand übrigens beim Einlaufen des Kleeblatt-Teams beim Spiel im Februar 2012 in Dresden.

Trainer Frank Kramer kommentiert im Vorfeld auf der Website des Vereins:

„Am liebsten ist es mir, wenn die Fans nach dem Spiel in der Trolli ARENA feiern. Natürlich gewinnt man während der Kirchweih besonders gern, weil man weiß, dass die Party für die Anhänger dann noch größer ausfallen könnte. Aber auf dem Platz darf das keine Rolle spielen. Da müssen wir uns von diesem Umstand lösen und ganz seriös an die Aufgabe herangehen“.

Die Spielvereinigung wird heute Abend natürlich mit aller Macht versuchen, den am Wochenende an den 1.FC Köln verlorenen ersten Tabellenplatz zurückzuerobern. Und auch der 1. FC Union Berlin ist uns schon wieder auf den Fersen.
Ich hoffe, dass die sächsischen Fußballfans nach dem Spiel friedlich zu ihren Autos bzw. Zügen zurückkehren und relaxt nach Hause fahren. Das wäre dann ein gelungener sportlicher Abend während der schönsten Jahreszeit in Fürth.

Asamoah heute Abend beim DFB-Pokal dabei?

Vielleicht erleben Fürther Fußballfans heute Abend ein Wiedersehen mit Gerald Asamoah? Schalke 04 muss im DFB-Pokalspiel beim Drittligisten SV Darmstadt 98 auf Nationalspieler Julian Draxler und den neuen Starspieler Kevin-Prince Boateng genauso verzichten wie auf Stürmer Klaas-Jan Huntelaar. Dafür könnte vermutlich ein alter Held sein Comeback feiern: Gerald Asamoah. Gestern trainierte er, der normalerweise in der Schalke-Reserve mitwirkt, überraschend mit und rückte in den Kader der Königsblauen für das Darmstadt-Spiel. „Er ist aufgrund der dünnen Personaldecke eine zusätzliche Option für uns“, so Trainer Jens Keller. Der Schalke-Coach ist sich bewusst, dass die Darmstädter auf eine Sensation heiß sind. Es ist ja in der Vergangenheit schon mehrfach passiert, dass gute Erstligamannschaften im Pokal von Underdogs im wahrsten Sinne des Wortes „rausgekickt“ wurden. So haben die Hessen in der ersten Runde den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen besiegt. Derzeit rangiert SV Darmstadt 98 in der dritten Liga auf Platz 7.

Die Partie beginnt um 20.30 Uhr und ist mit 17 000 Zuschauern bereits längst ausverkauft. Für Fürther TV-Zuschauer (das Spiel wird ab 20.15 Uhr live in der ARD übertragen) wäre es auf jeden Fall interessant, zu sehen, wie sich der bald 35-jährige Gerald Asamoah macht. Seine Stimmung ist – sofern er im Laufe des Spiels tatsächlich eingewechselt werden sollte – dann bestimmt besser als auf unserem Foto: Da war er nämlich bei seiner Verabschiedung im Mai in Fürth mehr als frustriert.

NACHTRAG: Gerald Asamoah wurde beim Stand von 3:1 für Schalke 04 in der Nachspielzeit (90.+1) für Farfan eingewechselt. Die ohnehin schon bestens aufgelegten Schalke-Fans waren von seinem Comeback im königsblauen Dress begeistert.

Nein, der HSV war nicht zu schlagen

Der gestrige Abend ist leider nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Schon Borussia Dortmund tat sich mehr als schwer gegen den Zweitligisten 1860 München – in einer Allianz-Arena mit vielen Zuschauern, die vorher auf der Wies’n gewesen waren. Nein, auch 800 km davon entfernt ging nichts glatt. Zwar war Keeper und Kapitän Wolfgang Hesl wie immer hervorragend und hat (zuerst) alles gehalten, was auf ihn in Form eines Balles zukam. Aber dann hat die Spielvereinigung das Spiel in der 2. Runde im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV letztlich verloren. Mit 0:1. Und dieses Tor hat ausgerechnet Wolle Hesl zu verantworten.

In der ersten Halbzeit ließ Hesl bei Alleingängen von Arslan (19.) und Lasogga (25.) nichts anbrennen, auch van der Vaart biss auf Granit. Glück für die etwas laschen Fürther, dass Badelj mit einem Schuss (31.) und einem Kopfball (39.) nur haarscharf an Latte bzw. Pfosten vorbeizielte.

Dann kam, was wohl nicht zu verhindern war: Hesl hatte kurz zuvor einen Schuss von Beister entschärft und wurde in der 64. Minute zum tragischen Helden. Calhanoglu feuerte einen Freistoß direkt aufs Tor, der Fürther Kapitän ließ den Ball abprallen, bekam ihn nicht mehr zu fassen, der rollte davon und Pierre-Michel Lasogga traf ins Kleeblatt-Tor.

Frank Kramer musste handeln und wechselte mit Drexler (72.) und Niclas Füllkrug (77.) offensiv ein. Daraufhin gelang es der SpVgg endlich, die HSV-Defensive ins Schwitzen zu bringen. Azemi schoss den Ball haarscharf am linken Pfosten vorbei. Und Füllkrug tauchte wie ein Schachtelteufel vor dem HSV-Keeper Adler auf, spielte den Torwart sogar aus, scheiterte dann am auf der Linie postierten Tah.

Insgesamt waren die Hamburger – trotz aller Krisen und Probleme im Vorfeld – die vor allem in der ersten Hälfte klar dominierende und bessere Mannschaft. Der HSV streicht durch den Einzug ins Achtelfinale eine garantierte Prämie von ca. 500.000 Euro ein. Der DFB-Pokal wird ohne Beteiligung der Spielvereinigung weiter gespielt.
Egal, wir konzentrieren uns auf das nächste Spiel in der zweiten Liga: Am Montag, 30. September, trifft die SpVgg um 20.15 Uhr im Ronhof auf  Dynamo Dresden. Ein sportliches Highlight während der Fürther Kirchweih – und da wären ein Sieg und der Erhalt der Tabellenführung doch top!

Ist das waidwunde HSV-Team zu schlagen?

Es ist bekannt, dass verletzte Tiere oft am gefährlichsten sein können. So ähnlich beurteile ich die Situation heute Abend beim DFB-Pokalspiel zwischen der Spielvereinigung und dem Hamburger SV. Die Begegnung ist ohnehin eine schwere Aufgabe für den Zweitligisten, aber aufgrund der Krise, in der sich der HSV gerade befindet, wird das Spiel für das Kleeblatt eine besonders harte Nuss.
Der hanseatische Bundesligaverein ist die einzige Mannschaft, die bei der Gründung der Bundesliga dabei war und seitdem nie abgestiegen ist. Und Fußball-Legenden im Kader hatte – wie z.B. den berühmten Uwe Seeler. In den letzten Wochen hatte der Verein allerdings schwer zu kämpfen. Mit nur einem Sieg, einem Unentschieden, aber vier Niederlagen in dieser Saison rangieren die Hamburger im Moment auf dem drittletzten Tabellenplatz. Ein schwacher Trainer und nicht gerade professionelle Funktionäre waren und sind die Achillesferse des Vereins. Doch auch die Spieler sind an der HSV-Krise Schuld. Im Team gibt es hochbezahlte Profis wie Rafael van der Vaart, Heiko Westermann und Marcell Jansen. Alle werden mehr als königlich bezahlt, ca. 40 Millionen Euro beträgt der Gehaltsetat des Klubs. Damit liegt der Klub im vorderen Mittelfeld der Liga. Aber keiner bringt das, was man erwartet.

Seit gestern hat der HSV einen neuen Trainer: Der ehemalige niederländische Nationalcoach Bert van Marwijk übernimmt das Ruder. Der Bundesligist hat den Wechsel jetzt offiziell verkündet, nachdem van Marwijk schon am Samstag angedeutet hat, dass er der Nachfolger des entlassenen Thorsten Fink wird. Van Marwijk tritt sein Amt am Mittwoch an.

Ob die ganze Unruhe beim HSV dem Kleeblatt heute Abend in der „Imtech Arena“ in Hamburg in die Karten spielt, wird man sehen. Auf jeden Fall ist die Spielvereinigung derzeit hochmotiviert und positiv eingestellt. Da könnte es gut und gerne zu einer Überraschung in der zweiten Runde des DFB-Pokals kommen. Wir würden es dem HSV nicht gönnen, aber sollte Rafael van der Vaart am Ende der Begegnung so am Boden sein wie auf unserem Foto, wäre das ein großer Erfolg fürs Kleeblatt.
Also: Auch im Falle von Verlängerung und Elfmeter-Schießen – spätestens um 23.30 Uhr wissen wir mehr.

Berlin macht doch einem Kleeblatt keine Angst!

Während in Fürth auf dem Grafflmarkt in der Altstadt der Bär tobte (allerdings nur sehr verhalten – es war kühl und regnerisch), konnte die Spielvereinigung in Berlin einen weiteren Sieg feiern und die Tabellenführung zurückgewinnen. Das Spitzenspiel gegen den FC Union Berlin endete 4:2 fürs Kleeblatt.
Nach dem Aufstieg im Jahr 2009 war es Union Berlin vergangenen Sonntag mit dem Sieg gegen Ingolstadt (1:0) gelungen, die Tabellenspitze der Zweiten Liga zu erobern. Als Spitzenreiter empfingen die „Eisernen“ den Bundesligaabsteiger und Tabellenzweiten in ihrem Stadion „An der Alten Försterei“. Die Kulisse für das Freitagabendspiel war eines Spitzenspiels würdig, 19.707 Besucher sorgten in Berlin-Köpenick für ein tolle Kulisse. (Was mich fasziniert: Die Fans des Vereins haben ihr Stadion selbst gebaut. Mehr als 2.300 freiwillige Helfer leisteten während der Umbauarbeiten 2008/2009 140.000 Arbeitsstunden und haben so ihrem Verein einige Millionen Euro eingespart. Ein Engagement in dieser Form ist weltweit ohne Beispiel. Das Stadion ist übrigens ein fast reines Stehplatzstadion.)

Zurück zum Spiel: Wie schon des öfteren in dieser Saison lag das Kleeblatt erst mal mit 1:0 zurück. Benjamin Köhler hatte in der 17. Minute das Führungstor geschossen, sehr zum Unmut der fränkischen Gäste. Bis zur Pause schaffte es die SpVgg dann nicht, den Rückstand aufzuholen. Doch Trainer Frank Kramer hat es in der Kabine mal wieder verstanden, sein junges Team zu motivieren. Und so mussten die Berliner Gastgeber in zwanzig Minuten drei Gegentreffer hinnehmen, sie kamen erst vier Minuten vor dem Abpfiff zum Anschluss durch Simon Terodde.

Den Schlusspunkt setzte dann Zoltan Stieber zum 2:4-Endstand für Fürth. Er war für mich einer der stärksten Spieler auf dem Platz (Foto nach Stiebers erstem Tor). Sein „Doppelpack“ macht deutlich, wieviel Potenzial in dem sympathischen Ungarn steckt. Insgesamt verlief die Begegnung auf Augenhöhe, Union Berlin ist es aber wieder nicht gelungen, seinen „Angstgeger“ Fürth in die Schranken zu weisen.
Für die Spielvereinigung heißt es jetzt: Kräfte tanken und cool bleiben. Denn schon am Dienstag steht ein wichtiges, schweres Spiel an: Im DFB-Pokal spielt das Kleeblatt beim Erstligisten Hamburger SV, der ja immer noch verzweifelt auf Trainersuche ist.

Sexismus im Fußball – Auch in Fürth?

Werden Mädchen und Frauen in der männerdominierten Welt des Fußballs nicht ernst genommen, vielleicht sogar diskriminiert? Dieses Thema brennt vielen Sportinteressierten auf den Nägeln und war auch zentrale Frage einer Veranstaltung in der Fürther Kofferfabrik. Dort war zwei Wochen lang die Wanderausstellung „Tatort Stadion 2“ (mit Workshops und Diskussionsrunden) zu sehen – auf Initiative der Horidos 1000, einer Ultragruppe der Spielvereinigung.

Nur Sexobjekte?
In der Veranstaltung „Sexismus im Fußball“ berichtete Antje Hagel aus Offenbach vom Netzwerk Frauen im Fußball über ihre Erfahrungen. Mit dem Background der Frauenbewegung der 80-er Jahre sieht sie vor allem die Anerkennung weiblicher Fans bei ihren männlichen Kollegen kritisch. Zwar seien 20 bis 30 Prozent aller Besucher im Stadion Frauen, aber oft nur als Begleiterin ihrer Männer, Freunde und Brüder. Immer wieder erfährt sie – so Hagel – dass männliche Fans Mädchen und Frauen „schwach“ anreden, beleidigen oder als Sexobjekt ansehen. Und: Oft sprechen sie ihnen jegliche fachliche Kompetenz beim Thema „Fußball“ ab. Fußball ist eben ein Sport von Männern für Männer. Immer noch?

Und in Fürth?
Richtig interessant beim Fürther Abend in der „Koffer“ wurde es, als sich Zuhörer aus dem Publikum zu Wort meldeten. „Früher durften Frauen in unseren Fanbussen nicht mitfahren“, berichtete ein junger Mann. Es hieß: „Die zicken doch nur rum“. Aber inzwischen habe sich hier manches positiv verändert. Vorurteile einzelner werden in der Gruppe oft besprochen, relativiert und so bestimmte diskriminierende Verhaltensweisen „aufgeweicht“. Die Fürther Ultras sind – und das fällt immer wieder positiv auf – friedlicher und denken und handeln sozialer als Fangruppierungen anderer Vereine. Super finde ich übrigens die Begleitbroschüre, die von den Horidos zu „Tatort Stadion“ herausgegeben wurde: „Fußball und Diskriminierung“. Da geht es nicht nur um Sexismus, sondern auch um Antisemitismus, Homophobie und Nazistrukturen in der fränkischen Region. Gute Infos und mutige Statements – auf solche Ultras kann das Kleeblatt sich was einbilden!

Letzte Veranstaltung: Samstag, 21. September, 19 Uhr im Vereinsheim der Sportfreunde Ronhof: Dr. Eckart Dietzfelbinger zu „Aufstieg der NSDAP und Arisierung in Franken mit besonderem Blick auf die Kleeblattstadt“.

HSV entlässt Trainer – Gutes Omen fürs Kleeblatt?

Vielleicht ist das ein Pluspunkt im Vorfeld des DFB-Pokalspieles am nächsten Dienstag? Da spielt das Kleeblatt in Runde zwei gegen den Hamburger SV. Und die haben heute ihren Trainer Thorsten Fink an die Luft gesetzt. Nach dem schlechten Ergebnis gegen 1899 Hoffenheim – 1:5 im eigenen Stadion in Hamburg – hatte sich in Dortmund das sportliche Debakel wiederholt. 2:6 endete die Begegnung. Der Schwachpunkt des hanseatischen Vereins ist eindeutig die Defensive: 15 Gegentreffer in fünf Spielen sind einfach zu viel. So droht dem HSV in der momentanen desolaten Verfassung schon nach fünf Saisonspielen der Abstiegskampf.

Neben den schlechten Ergebnissen in den Spielen hat die Vereinsführung des HSV vor allem auch das persönliche Verhalten von Trainer Fink kritisiert. Er flog nach einem Gespräch mit Sportdirektor Oliver Kreuzer am Sonntagvormittag zu seiner Familie nach München, anstatt das Auslaufen der Mannschaft zu betreuen. Und bereits nach dem Hoffenheim-Spiel hatte Fink den Unmut des Vorstands auf sich gezogen, als er seinen Spielern zwei Tage frei gab. Auch das Hin und Her um die aussortierten Slobodan Rajkovic und Michael Mancienne hat die Position des Trainers nicht gestärkt. Der Begnadigung der beiden Innenverteidiger durch Fink folgte am Wochenende das Machtwort von Oliver Kreuzer.
Thorsten Fink war am 17. Oktober 2011 als großer Hoffnungsträger vom FC Basel nach Hamburg gekommen. In seiner ersten Saison rettete der ehemalige Profi von Bayern München die Hanseaten vor dem Abstieg. In der darauffolgenden Spielzeit verfehlte er mit Platz sieben knapp die Europa League.

Der Spielvereinigung tut mental vor dem Pokalspiel die Unruhe in der Mannschaft des HSV ganz gut. Sie könnten davon profitieren, dass ein neuer Trainer erst anfangen muss, sein Team auf sich einzuschwören und als geschlossene Mannschaft zu formieren. Mit ein wenig Glück und beherztem Auftreten haben die Kleeblätter gute Chancen, nach dem Spiel in Hamburg am 24. September, 20.30 Uhr, eine Runde weiter zu sein.

Kleeblatt: Heute zu ungenau – und dann verloren!

Das war heute ein schwieriger Start der Kleeblätter im Sportpark Ronhof gegen den VfL Bochum: Nach vier Minuten stand es schon 1:0 und in der 25. Minute fiel dann das nächste Tor durch Yusuke Tasaka für die Ruhrpott-Mannschaft. Die Spielvereinigung tat sich heute einfach schwer gegen die leider besseren und dominanteren Bochumer.
Das Wetter – mal Regen, mal Sonnenschein – machte den Rasen glitschig und den Ball schnell. Das  Tor von Piotr Chwielong nach wenigen Minuten – ich dachte, dass wäre nur ein kleiner Dämpfer für die Mannschaft von Trainer Frank Kramer. Aber heute ging nichts zusammen. In den letzten 20 Begegnungen hatte die SpVgg schnell einen Rückstand weggesteckt und sich wieder hochgerappelt. Mit pfiffigen Aktionen und mutigen Spielzügen. Aber heute habe ich genau das vermisst: Die Kleeblätter agierten unpräzise und ins Blaue hinein. Und kamen in der ersten Halbzeit einfach nicht in Fahrt.

Für mich war heute das Team der Bochumer eindeutig die cleverere Mannschaft. Allerdings foulten sie oft und gerne.  Und sie waren die Könige der Abseitsfalle. Gegen Spielende hatte man nämlich immer wieder den Eindruck, es wären mehr blaue als weiß-grüne auf dem Platz, sie standen im Bochumer Elfmeterraum und zogen sich in den entscheidenden Momenten – bei guten Eckbällen der SpVgg – schnell zurück. Und das hatte dann mehrfach Abseitsstellungen von Kleeblattspielern zur Folge. Sie konnten einfach keine Situation mehr für sich entscheiden und mussten die Partie am Ende mit 0:2 verloren geben.

Nachdem der Verfolger in der Zweitligatabelle – Union Berlin – heute in Ingolstadt gewonnen hat, teilen sie sich mit den Fürthern den ersten Tabellenplatz. Beide haben 14 Punkte. Sie treffen sich kommenden Freitag im direkten Vergleich. Und der Vfl Bochum, der bis heute Mittag noch im Nirwana der zweiten Liga unterzugehen drohte, ist jetzt – schwupps – auf den dritten Rang hochgeschnellt. Was wieder mal zeigt: So schnell kann’s gehen!

Wiedersehen im Sportpark Ronhof

Das wird eine rechte Wiedersehensfreude, wenn am kommenden Sonntag, 15. September, um 13.30 Uhr die Begegnung zwischen der Spielvereinigung und dem VfL Bochum im Fürther Ronhof stattfindet. Drei jetztige Kleeblätter – Martin Meichelbeck, Rouven Schröder und Mirko Dickhaut – haben alle mal für den Ruhrpott-Verein gespielt und arbeiten nun gemeinsam für das Fürther Kleeblatt. Die ehemaligen VfL-Profis füllen hier inzwischen ganz wichtige Positionen aus (das Foto zeigt alle mit Frank Kramer auf der Trainerbank). Zwei Jahre lang, von 2000 bis 2002, waren Meichelbeck (36), Schröder (37) und Dickhaut (42) in Bochum Teamkameraden. Martin Meichelbeck arbeitet seit dem 1. Juli 2011 beim Kleeblatt als sportpsychologischer Coach, er leitet den Lizenzbereich und den Bereich Medizin/Sportpsychologie.
Rouven Schröder hat rund 140 Spiele für den VfL bestritten, darunter acht Partien in der Bundesliga sowie 16 in der Zweiten Liga. Ende Juni 2012 wurde Schröder bei der Spielvereinigung Greuther Fürth Koordinator der Lizenzmannschaft, am 4. Januar 2013 sportlicher Leiter. Nach der Beurlaubung des Cheftrainers Mike Büskens im Februar 2013 leitete Schröder an der Seite des Interimstrainers Ludwig Preis vorübergehend den Trainingsbetrieb der damaligen Bundesligamannschaft. Auf der Bochumer Vereins-Website ist ein gutes Interview mit Rouven Schröder – „Der VfL wird mich immer begleiten“- zu finden.
Last but not least: Im Juni 2013 unterschrieb Mirko Dickhaut einen Zwei-Jahres-Vertrag bei der SpVgg, er trat als Co-Trainer die Nachfolge von Ludwig Preis an und unterstützt an der Seite von Coach Frank Kramer die 1. Mannschaft.

Für riesige Wiedersehensfeiern wird am Sonntag aber nicht viel Zeit sein. Dem Kleeblatt ist ein Sieg und der Erhalt der Tabellenführung sehr wichtig. Und für VfL-Trainer Peter Neururer geht es am Sonntag in erster Linie darum, dass seine Spieler Druck erzeugen und die Fürther ins Schwitzen bringen. Das letzte Spiel gegen Paderborn hat Bochum zwar mit 4:2 gewonnen, die Mannschaft steht derzeit aber mit acht Punkten nur auf dem 10. Tabellenplatz. Und es würde ihnen gut zu Gesichte stehen, den Kleeblättern zu zeigen, wo es ihrer Ansicht nach im Fußball lang geht. In der Bilanz haben die Kleeblätter von zehn Spielen gegen den VfL Bochum vier gewonnen, eines verloren und fünf Mal unentschieden gespielt.
Unser Greuther-Weiber-Tipp lautet: Das Spiel endet 2:1 für die Spielvereinigung.

„Tatort Stadion“: Ausstellung zum Thema Diskriminierung

Heute will ich auf eine Veranstaltungsreihe hinweisen, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte: Bis zum 22. September ist in der Fürther Kofferfabrik die Ausstellung  „Tatort Stadion 2 – Fußball und Diskriminierung“ zu sehen. Die „Horidos 1000“ – eine 2007 gegründete Fangruppierung der  Spielvereinigung – hat die Wanderausstellung anlässlich des 110-jährigen Jubiläums der SpVgg nach Fürth geholt. Die Ausstellung „Tatort Stadion“ wurde 2001 vom Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF) mit dem Ziel konzipiert, über Rassismus in den Stadien zu informieren und ihn zu bekämpfen. Mittlerweile wurde die Ausstellung komplett überarbeitet und aktualisiert. Die Fürther Horidos kommentieren die Bedeutung einer solchen Ausstellung so:

„Wir erachten es als sehr wichtig, aktiv gegen gesellschaftliche Missstände vorzugehen und dabei möglichst viele Menschen mitzunehmen. Uns ist es ein Anliegen, dass sich alle Menschen, ganz egal welcher Herkunft, Religion oder Geschlecht, im Stadion wohlfühlen und dort ein Spiel verfolgen können“.

In Fürth – so die Fangruppe – sei die Situation in dieser Hinsicht zwar besser als in vielen anderen Stadien, dennoch aber gäbe es auch in Fürth Probleme.

Interessante Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops begleiten die Ausstellung „Tatort Fußball“: So findet z.B. am Donnerstag, 12. September, um 19 Uhr der Vortrag „Der Kampf in den Kurven – das Recht des Stärkeren?“ mit Peter Römer statt. Und ich werde mir am Dienstag, 17. September (19 Uhr), das nicht entgehen lassen: Zwei Vertreterinnnen des Netzwerks Frauen im Fußball (f-in.org) berichten über „Sexismus im Fußball. 20 Jahre BAFF und 10 Jahre F_in. Aussicht auf Besserung?“.
Bis zum 22. September ist die Ausstellung in der Kofferfabrik Fürth (Lange Straße 81) täglich von 16 bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt zu den Veranstaltungen wie zur Ausstellung ist frei. Spenden werden aber gerne entgegen genommen. Weitere Beschreibungen zu den einzelnen Veranstaltungen sowie die jeweiligen Anfangszeiten finden sich hier.