Quo vadis, Kleeblatt?

Gestern Abend konnte ich leider nicht mit den anderen 15.500 Zuschauern in der Allianz-Arena dabei sein, als die Spielvereinigung ihr 15. Saisonspiel gegen den TSV 1860 München absolvierte. Ich war nämlich bei der Feier eines Freundes, der in einem Nürnberger Restaurant seinen runden Geburtstag feierte. „Quo vadis?“ heißt das Lokal – und das habe ich mich auch gefragt, als mein Tischnachbar auf seinem Smartphone das Endergebnis des Spieles googelte: 0:1 für die Löwen. „Quo vadis, Kleeblatt“, dachte ich mir, „wohin gehst du?“
Das Spiel war in den ersten 45 Minuten wohl von vielen Ballverlusten und Fehlpässen geprägt. Dann gab es nach der Pause Chancen auf beiden Seiten, die leider die Münchner in der 56. Minute durch das Tor von Dominik Stahl (Foto) verwandeln konnten. Gegen Ende der zweiten Halbzeit war auf der Online-Seite des Sportmagazins „Kicker“ zu lesen: „Der Schneefall in München nimmt zu. Gleichzeitig das spielerische Niveau leider wieder ab. Fürth rennt an, beißt sich aber an gut geordneten Löwen die Zähne aus.“ Am Ende feierten die Löwen den verdienten Heimsieg, die SpVgg verpasste die Tabellenführung.
Noch mal zu „Quo vadis?“. Der Sage nach begegnete der Apostel Petrus auf seiner Flucht aus Rom Christus und fragte ihn „Quo vadis, Domine?“ („Wohin gehst du, Herr?“) und erhielt zur Antwort „Venio Romam iterum crucifigi.“ („Nach Rom, um mich erneut kreuzigen zu lassen“). Daraufhin kehrte Petrus um, wurde in Rom gefangengenommen und gekreuzigt. Im Alltag wird die Phrase „quo vadis“ oft im Sinne von „Wohin soll das noch führen?” oder „Wie soll das weitergehen?” verwendet.
Das frage ich mich generell in  Bezug auf das Kleeblatt eigentlich nicht. Die Fürther sind gut in die Saison gestartet und werden bis zur Winterpause (hoffentlich) noch mal richtig aufdrehen. Gelegenheit dafür haben sie schon am kommenden Sonntag, 1. Dezember, wenn sie um 13.30 Uhr im Ronhof  Energie Cottbus empfangen. Der Tabellenletzte  ist auf jeden Fall zu knacken. Nicht, dass die Cottbusser nach dem Abpfiff Julius Caeser zitieren können: „Veni, vidi, vici“. („Ich kam, sah und siegte“).