Immerhin: Unentschieden beim 1. FC Köln

Bon, jetzt haben wir ihnen ihren heißgeliebten Karneval erst mal verdorben. Die Stimmung im Rhein-Energie-Stadion bei über 45 000 Kölner Fans war nach dem überraschenden Ausgleichstor von Ilir Azemi in der 86. Minute auf dem Nullpunkt. Die Fans hatten ab der 36. Minute – nach dem Tor von Kevin Wimmer – Oberwasser gehabt und schon mit wildem Fahnengeschwenke und Gesängen ihren vermeintlichen Sieg gefeiert. Verschätzt!

Eigentlich fing die Partie im Spitzenspiel der beiden Toppmannschaften in der Zweiten Liga fürs Fürther Kleeblatt hervorragend an. Schon in der 6. Minute war die erste Chance da, aber Niclas Füllkrug schaffte es leider nicht, die Kugel im Kasten von Keeper Timo Horn zu versenken. In der ersten Halbzeit dominierten die (nach der Brech-Durchfall-Episode in den letzten Tagen) gesundheitlich angeschlagenen Profis der SpVgg den Tabellenführer, bis der mit 1:0 in Führung ging. Aber nach der Halbzeitpause drehte sich alles: Die Kölner kamen perfekt ins Spiel, und es schien sich auf ein weiteres Tor zuzuspitzen. Das blieb dem Fürther Team dann Gott sei Dank erspart.

Kritisieren will ich (mal wieder) das nicht gerade genaue Passspiel der Spielvereinigung. Da gingen Pässe ins Nirwana, Baba ist zwar quirlig und agil, aber er lässt sich ein ums andere Mal Bälle abjagen und läuft sogar komplett ins Leere. Und in puncto „Ecken“ ist das Kleeblatt nicht souverän. Da werden Chancen vergeben, man verzettelt sich, und mehr als einmal musste Kapitän Wolfang Hesl seinen Kasten mit guten Paraden sauber halten.
Insgesamt ein kurzweiliges Spiel, ich bewundere die Kondition der Kleeblätter. Und so ging die Partie verdient 1:1 unentschieden aus. Beide Mannschaften waren szenenweise die bessere. Und sie spielten – wie es sich für den Erst- und Zweitplatzierten der Tabelle schließlich auch gehört – qualitativ auf Augenhöhe. Von uns Greuther-Weibern aus könnten beide Teams am Ende der Saison in die Erste Liga aufstiegen: Der 1. FC Köln und das Kleeblatt. Und mit dieser Perspektive können die Kölner Fußballfans ihren Karneval gerne in vollen Zügen weiter genießen.