Aus der Traum – aber Frank Kramer bleibt!

Ich kann mich an nur wenige Fußballmatches erinnern, die so spannend, dramatisch und emotional aufgeladen waren wie dieses zweite Relegationsspiel der Spielvereinigung gegen den Hamburger SV gestern Abend im Ronhof. Aber – das Leben ist nicht fair – dem Kleeblatt ist der greifbar nahe Wiederaufstieg nach nur einer Zweitligasaison in die Bundesliga nicht gelungen. Die Partie ging 1:1 unentschieden aus. Denn aufgrund dieser absurden „Das-Auswärtstor-gilt-mehr-Regel“ gab es keine Verlängerung und kein Elf-Meter-Schießen.

Doch bei allem Frust am „Day after“ – eine gute Nachricht kann alle Fans optimistisch in die Kleeblattzukunft blicken lassen: Trainer Frank Kramer gefällt es hier bei der Spielvereinigung, und er wird aller Voraussicht nach bleiben (er hatte ja in den vergangenen Wochen mehrere Angebote von Bundesliga-Vereinen erhalten). Das wurde heute früh in den Nachrichten gemeldet, und ich hoffe, es ist kein Fake.

Über das Spiel möchte ich mich gar nicht mehr im Detail auslassen. Die Hamburger begannen nach dem Donnerstagspiel überraschend kompakt und konzentriert. Und so fiel in der 14. Minute ein für Wolfgang Hesl nur schwer haltbares Kopfballtor durch Pierre-Michel Lasogga. Ein Spieler, der mit seiner Körpersprache und provokativem Verhalten wenige Sympathisanten auf seiner Seite hat. Auch seine demonstrative Schadenfreude in Richtung Fürther Trainerbank nach dem Spiel sprach Bände.
Dieses 1:0 brachte die SpVgg erst mal aus dem Konzept, gegen Ende der ersten Halbzeit hatte sie sich jedoch wieder gefangen. Die zweite Halbzeit zeigte dann ein Fürther Team, das wieder passgenauer spielte und ein wenig zur Form des Relegations-Hinspieles zurückfand. Erleichterung, als Stephan Fürstner der Ausgleichstreffer gelang. Aber das Kleeblatt musste ja (siehe oben) zwei Tor schießen, um den Aufstieg in die Bundesliga zu schaffen. Und die gingen – trotz bester Aktionen von Ilir Azemi, Daniel Brosinski und Niclas Füllkrug – einfach nicht ins Hamburger Tor, das Jaroslav Drobny nach dem Ausfall (Bandscheibenvorfall) von Keeper René Adler erneut überraschend gut verteidigte. So blieb der Endstand 1:1 bitter für die Fans im mit 17.500 Zuschauern ausverkauften Stadion, die ihre Mannschaft von der ersten Minute bis zum Abpfiff angefeuert hatten, was das Zeug hielt. Und auch später in der Fürther Gustavstraße feierten viele Kleeblattanhänger „ihre“ Mannschaft bis in den späten Abend.

Ich finde, trotz des Verbleibens in der Zweiten Liga: Es war eine schöne und spannende Saison. Frank Kramer hat aus einer jungen und neuen Mannschaft ein richtig gutes Team gemacht, dem es sichtbar Spaß macht, Fußball zu spielen. Der aktuellen Enttäuschung beim Verein und den Fürther Fans wird die Vorfreude auf die Saison 2014/15 folgen.