Blick aus der Ferne auf ein „Greuther“-Namensproblem

Die Welt des Fußballs ist derzeit unspektakulär: Deutschland wurde Weltmeister (das ist auch schon wieder über eine Woche her). Die Spielvereinigung rüstet sich im oberösterreichischen Trainingslager für die nächste Zweitliga-Saison. Gestern hat das Kleeblatt sein zweites Freundschaftsspiel bestritten und gegen den russischen Pokalsieger FK Rostow mit 2:1 gewonnen. Heute Abend steht die Begegnung mit Lokomotive Moskau auf den Programm.

Bolsena_CinquecentoIch genieße nach wie vor meine Urlaubstage im italienischen Bolsena. Am Wochenende wurden in dem Ort nostalgische Vespa-Roller, Fahrräder, die in den vergangenen Jahrzehnten beim Radrennen „La Carrareccia“ in Bolsena mitgemacht haben, und liebevoll restaurierte Cinquecentos ausgestellt (Foto). Da geht mir natürlich das Herz auf, denn wer mich kennt, weiß, wie gerne ich so einen Roller oder Kult-Auto hätte. Aber man kann und soll sich im Leben ja nicht alle Träume erfüllen.

Aus 1000 Kilometern Entfernung ist auch die Sicht auf sensible Themen rund ums „Kleeblatt“ eine distanziertere. So ist ja vor kurzem beim Testspiel zum 40. Geburtstags des TSV Vestenbergsgreuth wieder die permanent schwelende  Wut über das Wort „Greuther“ im Vereinsnamen „Spielvereinigung Greuther Fürth“ aufgeflammt. Schon seit der Fusion mit Vestenbergsgreuth im Jahr 1996 ist eingefleischten Kleeblattfans dieser Namenszusatz ein Dorn im Auge. Vor allem die Fangruppe Horidos reagiert darauf nach wie vor allergisch.
Greuther-Weiber-TitelHautnah haben wir „Greuther-Weiber“ das vor fünf Jahren auch bei der Namensgebung unseres „NZ“-Blogs erleben müssen. Man hatte sich damals das Wortspiel Kräuter-Weiber und Greuther-Weiber ausgedacht und fand diese Bezeichnung originell. Postwendend kam von Kleeblattanhängern und auch von seiten der SpVgg der Vorschlag, ob man sich nicht anders nennen wolle, um die Fangemeinde nicht zu brüskieren. Aber wir blieben beim Namen, und  – bis auf manche ironische Kritik in den Sozialen Netzwerken – die positive Resonanz bei den Bloglesern gibt uns Recht: Unser Blog ist – auch mit dem verflixten Greuther-Wort im Namen – schon lange ein etablierter Teil der Fürther Fußballszene.

Klar, viele meiner Bekannten und Freunde fragen mich nach einem Spiel nicht, „Wie haben die Fürther gespielt?“, sondern „Wie haben sich die Greuther geschlagen?“. Aber ich finde, man sollte die Kirche im Dorf lassen. Unterm Strich ist doch entscheidend, wie der Verein sportlich und finanziell dasteht. Und das wird (hoffentlich) in der Saison 2014/15 wieder eine Erfolgsgeschichte.

1 Kommentar in “Blick aus der Ferne auf ein „Greuther“-Namensproblem

  1. Liebe Grüße nach Italien ! Ich finde diesen kombinierten Namen einzigartig, wie auch den Verein. Es handelt sich ja um eine SpielVEREINIGUNG zwischen zwei Vereinen. Passt doch !

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