Atemlos durch die Gustavstraße

Seit 35 Jahren hat der 1. FC Nürnberg in Fürth keinen Sieg errungen – der Club wartet seit 1979 auf einen Sieg beim Kleeblatt. Damals gewannen die Nürnberger in der damaligen 2. Liga-Süd mit 4:1 gegen die Spielvereinigung. Und übrigens: In den letzten drei Derbys erzielte der Club nicht ein Tor!

Alle Bekannte, die ich heute in der Fürther Innenstadt getroffen habe, reden mit mir nur über das heutige 257. Derby. „Nachher laufen Clubberer durch die Stadt“, meint der eine warnend. Die Buchmacher tippen auf einen knappen Sieg der SpVgg, verheißt eine andere. Und spätestens um 16 Uhr wird ein junger Mann, der in der Nähe des Fürther Bahnhofes wohnt, seine Pflanzen und alle Utensilien reinholen. Eine reine Vorsichtsmaßnahme!

Ich persönlich bin gespannt, ob die anreisenden Clubfans tatsächlich die Shuttlebusse vom Hauptbahnhof zum Stadion am Laubenweg besteigen werden. Oder ob sie auf Schleichwegen durch die Stadt laufen und dabei Anti-Fü-Parolen skandieren werden.

Mein Tipp für das heutige Lokalderby ist ein Sieg des Kleeblatts. Ich tippe auf ein 3:1. Weil Keeper Wolfgang Hesl gut halten wird. Die Stürmer ihr Bestes geben. Und die gesamte Mannschaft für den verunglückten Ilir Azemi etwas reißen will. Und deshalb – davon bin ich überzeugt – hat der Club keine Chancen.

Und wenn dann um 22 Uhr die Partie vorbei ist und Fürth drei Punkte verbuchen kann, dann werden Kleeblattfans allen Unkenrufen zum Trotz in der Gustavstraße feiern. Mit einem Grüner-Bier in der Hand, superguter Laune, im Schein des großen vollen Mondes – da werden viele Kleeblattfans die Nacht zum Tage machen. Und vielleicht auch den aktuellen Kultsong anstimmen: „Atemlos durch die Nacht…“.
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