Musikclip über Homophobie im Fußball

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Seit dem 8. September steht ein Videoclip im Internet, der – wie ich finde – ein brisantes gesellschaftliches Thema filmisch hervorragend umsetzt: Marcus Wiebusch hat einen Song über das Thema homosexuelle Fußballer geschrieben, der jetzt verfilmt wurde. Der Song „Der Tag wird kommen“ des Frontmanns der Indie-Rockband „Kettcar“ Wiebusch ist ein siebenminütiges Werk von seinem Solo-Album „Konfetti“. Realisiert wurde der Film mit einem modernen Mittel der Finanzierung: 1048 Crowdfunding-Unterstützer machten es möglich, dass der Kurzfilm zum Lied entstand. Mehr als 55.000 Euro kamen innerhalb weniger Tage für die Produktion des Filmes so zusammen.

Das Video zu „Der Tag wird kommen“ ist ein visuell ergreifendes Statement, in dem das immer noch tabuisierte Thema Homophobie im Fußball in einer bisher noch nicht gezeigten Weise dargestellt wird. Analog zum Song „Der Tag wird kommen“ ist der Film grob in drei Blöcken aufgeteilt. Alle drei Blöcke werden zusammengehalten durch eine Erzähllinie, welche die Geschichte eines homosexuellen Fußballprofis vom kleinen Jungen zum gestandenen Fußballprofi zeigt.
„Der Tag wird kommen“ behandelt in über sieben Minuten das Spannungsfeld zwischen Homophobie und Fußball. Hauptdarsteller sind Stephan Waak und Nils B. Höddinghaus. Gedreht wurde der Film in mehreren Fußballstadien. Fans von Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf, FC St. Pauli, 1. FC Köln, Schalke 04, HSV, FC Augsburg, Bayern München und 1. FC Nürnberg sind in dem Video zu sehen. Dennis Dirksen und Björn Lingner setzen als Regisseure das Projekt um, das Drehbuch schrieb Marcus Wiebusch selbst. Das Lied „Der Tag wird kommen“ wird inzwischen z.B. in den Fußballstadien von Fortuna Düsseldorf und des FC St. Pauli präsentiert und auf CSD-Paraden von Fans aufgeführt. Das Musikvideo wurde bislang über 1.300 mal auf Facebook geteilt und erreichte mehr als 1.300.000 Personen.

Ich finde das Musikvideo gut gemacht – und es geht unter die Haut. Immer noch haben es homophile Fußballerinnen und Fußballer schwer, sich in ihren Vereinen, Mannschaften, Teams und unter Freunden zu outen. Eigentlich schade, im Jahr 2014. Oder was meint Ihr?