Ein Silberstreif am Horizont

Kramer_PrzybylkoVermutlich mit gemischten Gefühlen fuhr die Spielvereinigung nach Berlin ins „Stadion an der Alten Försterei“. Obwohl die Bilanz gegen den 1. FC Union Berlin sehr gut aussieht: Sieben Mal hat das Kleeblatt gegen den Berliner Verein gewonnen, sieben Mal war es unentschieden ausgegangen, nur eine Niederlage. Die SpVgg ist seit dem Wiederaufstieg der „Eisernen“ im Jahr 2009 praktisch der Angstgegner, denn seitdem haben die Kleeblätter bei jedem Spiel in der Hauptstadt gesiegt.
Mit „gemischten Gefühlen“ deshalb, weil  die vergangenen Partien dieser Saison für die vermeintlichen Aufstiegsaspiranten aus Fürth ja eher sportliche Katastrophen waren. Am Dienstag mussten sie sich gegen den FC Kaiserslauten aus dem DFB-Pokal verabschieden, am Wochenende davor hatte es eine 2:5-Niederlage gegen den FSV Frankfurt gegeben.

Doch Schluss mit dem Blick auf Vergangenes: Das Spiel gegen Union Berlin startete voller Leidenschaft, und der Druck der Fürther auf das gegnerische Tor war immens. Als Belohnung machte Kacper Przybylko in der 3. Minute ein Kopfballtor: Marco Stiepermann hatte den Ball an die Grundlinie zu Benedikt Röcker gespielt, der nach innen köpfte. Dort stand Przybylko allein auf weiter Flur und köpfte aus sechs Metern mit einem Aufsetzer zum 1:0 ein. Das war für die Mannschaft und vor allem die Kleeblattfans im Stadion und zu Hause am Fernseher wie ein Befreiungsschlag. Und man war gespannt auf die nächsten 87 Minuten und ein schönes Spiel.
Das sollte allerdings ein Trugschluss sein. Durch viele unnötige Fouls wurde der Spielfluss immer wieder unterbrochen. Schon im Mittelfeld stoppten beide Teams ihre Gegner. Vor allem Stephan Schröck zeigte seine körperbetonte Seite und ging seine Kontrahenten immer wieder ruppig an. Das bestrafte der Schiedsrichter – der Akademische Rat Dr. Martin Thomsen – in der 51. Minute  mit einer Gelben Karte.

Das Stadion im Berliner Stadtteil Köpenick war mit über 18. 700 Zuschauern gut besucht, die hatten allerdings nicht viel Freude am Spiel ihrer Profis. Die Defensivleistung unserer Kleeblätter war dafür zu sicher und beinahe undurchlässig. Entsprechend ereignislos verlief die zweite Hälfte nach der Halbzeitpause. Kleeblatt-Keeper Tom Mickel, der gegen den FSV Frankfurt noch fünf Mal hinter sich greifen musste, überzeugte mit sicherem Halten und erstickte die eine oder andere Chance der Berliner schon im Keim. Er war aber als „mitspielender Tormann“ für meinen Geschmack manchmal zu weit aus seinem Kasten draußen. Das kann – Beispiele kennen wir ja – leicht ins Auge gehen.

Am 12. Spieltag hat die SpVgg also ihren ersten Auswärtssieg der laufenden Saison feiern können. Auf jeden Fall sind die drei Punkte für das Kleeblatt wichtig. Vor allem für das Selbstbewusstsein.  Am Sonntag, 9. November, empfängt das Kleeblatt um 13.30 Uhr im Ronhof den Karlsruher SC, der in der Tabelle einen Platz hinter der SpVgg liegt.