Hektik, Fouls, Gelb-Rot für Schröck – und kein Derbysieger

1. FC Nürnberg - SpVgg Greuther Fürth2008 hat der Club zum letzten Mal gegen das Kleeblatt gewonnen. Und dabei bleibt es auch nach dem heutigen 258. Lokalderby. Das letzte Spiel vor der Winterpause endete mit einem vor allem für die Fans unbefriedigenden 0:0.
Schon morgens um 9.30 Uhr war am Fürther Hauptbahnhof die Stimmung auf dem Siedepunkt: Kleeblattfans demonstrierten mit Böllern und Pyro, dass sie auf dem Weg zum Valznerweiher schon mal Duftmarken setzen wollten. Und auch im (mit 47.500 Zuschauern) nicht ganz ausverkauften Grundig-Stadion war dann die Stimmung super: Die Choreographie der Clubfans mit einem riesigen Christknd war gelungen.
Die Partie selbst begann nervös und körperbetont. Beiden Teams war der starke Druck, der beim Lokalderby immer auf ihnen lastet, deutlich anzumerken. Schon in der 15. Minute gab es für die SpVgg eine Schrecksekunde: Stephan Schröck – wie so oft sehr engagiert für sein Team – war verletzt. Der Ex-Fürther Niklas Füllkrug war nach einem Luftduell auf der Ferse von Schröck gelandet, dessen Schuh war weg, und Schröcki wand sich vor Schmerzen auf dem Rasen. Aber: Er rappelte sich wieder auf und kam nach einigen bangen Sekunden zurück aufs Spielfeld.
In der ersten halben Stunde waren die Cluberer eher die stärkere, spielbestimmende Mannschaft. Obwohl beiden Mannschaften die Passgenauigkeit mal wieder komplett abging. Doch in den letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit fanden dann die Kleeblätter zu sich und hatten die eine oder andere gute Chance, die sie allerdings nicht verwerten konnten.
Nach der Halbzeitpause wurden die Karten nicht neu gemischt. Hektik und Zerfahrenheit prägten das Spiel. Und dann in der 52. Minute der zweite „Schröck-Schock“ fürs Kleeblatt: Er war schon wenige Minuten vorher – nach einem Foul an Füllkrug – mit einer Gelben Karte bestraft worden. Jetzt ließ er sein gestrecktes Bein gegen Füllkrug stehen. Damit nimmt er eine mögliche Verletzung des Gegenspielers billigend in Kauf. Und der Schiedsrichter fackelte nicht lange und ahndete das mit Gelb-Rot. Völlig konsterniert ging Schröck vom Platz.
Jetzt hätte der 1. FCN aus der Überzahl  Kapital schlagen müssen – aber mitnichten. Die Nürnberger standen sich oftmals selbst im Weg. Sie versuchten zwar Angriffe der SpVgg zu vereiteln, aber aufgrund  mangelnder Qualität konnten sie die defensiv starken Kleeblätter nicht bezwingen. Auch dank zwei, drei guter Aktionen von Keeper Wolfgang Hesl gelang einfach kein Club-Tor. Für Fürth kam kurz vor dem Abpfiff der gerade eingewechselte George Davies mit einer blitzschnellen Aktion plötzlich aus 15 Metern zum Schuss. Leider ging der am Nürnberger Tor vorbei.

Insgesamt ein enttäuschendes Lokalderby. Die SpVgg war fast 40 Minuten in Unterzahl, der Club machte in vielen Phasen den Eindruck der dominierenden Mannschaft. Aber unter dem Strich eine Partie mit viel Hektik, Ungenauigkeiten, Fouls und unfairen Attacken. Und ohne Tore. Das Kleeblatt ist inzwischen 456 Spielminuten ohne Tor!
Beide Teams gehen jetzt in die wohlverdiente Winterpause. Anfang Februar 2015 geht’s dann weiter. Im ersten Spiel empfängt die Spielvereinigung den Herbstmeister und Tabellenführer FC Ingolstadt im Ronhof. Na, dann!