0:3 – Das Kleeblatt im Abstiegskampf

Hesl_1860Ich war mir heute absolut sicher, dass das Kleeblatt gewinnt und sich für den verpatzten Wiederaufstieg am Ende der letzten Saison bei 1860 München revanchiert. Und die Mannschaft fing auch vielversprechend an: Ruhig und konzentriert, mit Zug nach vorne und einigen guten Chancen in den ersten zehn Minuten. Eine Viertelstunde nach Anpfiff sah es nicht nur für mich, sondern auch für viele Kleeblattfans im Stadion so aus, als ob es mit der Spielvereinigung endlich wieder aufwärtsgehen würde. Alle waren sich sicher, diese Partie zu gewinnen.
Doch wie so oft im Leben kam es ganz anders: Die Fürther verloren das bayerische Derby vernichtend mit 0:3, und damit ist der Abstiegskampf in die Dritte Liga leider eingeläutet.
Ans Herz war der Einlauf der Mannschaften gegangen: Die Kleeblattspieler hatten Kinder mit Handicap an der Hand, so lebt der Verein das Thema „Inklusion“. Seit dem 24. Oktober 2014 sind die Kleeblätter ohne Heimsieg. Heute waren sie oft in Ballbesitz, kamen allerdings einfach nicht zu einem erfolgreichen Abschluss. Das erste Tor der Löwen fiel dann überraschend durch Krisztian Simon in der 34. Minute. Wieder mal war der Fürther Keeper Wolfgang Hesl zu weit aus dem Torraum gelaufen (ähnlich wie im letzten Spiel gegen 1860 im September 2014) , so dass der Löwe eiskalt seinen Angriffsschuss verwandeln konnte.

13 370 Zuschauer mussten dann nach der Pause die Demontage der SpVgg mit anschauen. Obwohl das Team aktiv spielte, fand es keine Lösung, die Münchner in ihre Schranken zu weisen. Benedikt Röcker kam im Laufduell Korbinian Vollmann nicht hinterher und musste völlig konsterniert zusehen, wie der den Ball eiskalt im Tor versenkte – 0:2 in der 65. Minute.
Doch damit nicht genug. Ausgerechnet der Ex-Fürther Daniel Adlung wurde sechs Minuten später vor dem Strafraum nicht attackiert, so schoss er bombensicher von halblinks oben rechts ins Tor – Hesl war machtlos.
Die Spielvereinigung hofft weiterhin auf einen Heimtreffer. Mike Büskens kann einem wirklich leidtun. Er versucht, Gelassenheit und Souveränität in die Mannschaft zu bringen. Und gute Ansätze sind auch da. Aber der Fürther Sturm ist einfach zu schwach und ohne Durchschlagskraft. Mit 28 Punkten kommt man nicht aus dem unteren Mittelfeld der Zweitliga-Tabelle (aktuell Platz 14!) heraus. Im Gegenteil: 1860 München rückt nach dem heutigen Sieg bedrohlich näher.
Die Spielvereinigung ist am Sonntag, 22.März, bei Erzgebirge Aue zu Gast. Die liegen momentan auf dem 16. Tabellenplatz. Also: Für das Kleeblatt geht es um die Wurst!