Das Kleeblatt im Abstiegskampf – und Daisy gähnt

DaisyDer einzige Lichtblick am heutigen Nachmittag war Daisy. Nein, kein Gänseblümchen im Erzgebirgsstadion Aue, sondern unser Gasthund. Wegen Daisy haben wir auf die 500 Kilometer-Fahrt (hin und zurück) verzichtet und sind dafür lieber im sonnigen Fürth geblieben, um uns die wichtige Fußballbegegnung am Bildschirm anzusehen. Daisy, ein schwarzer Mischling, gehört eigentlich einem Clubfan. Allerdings muss man zu dessen Verteidigung sagen: Er war früher beruflich ab und zu im Ronhof und sieht sich auch heute ganz gerne mal ein Kleeblattspiel an. Und Daisy ist ebenfalls flexibel: Wir hatten sie stilecht weiß-grün ausstaffiert. Das Spiel fand sie allerdings (siehe Foto) eher ermüdend.

Als „Abstiegsduell“ zwischen dem 14. und 17. der Zweitliga-Tabelle hatte man die Partie der Spielvereinigung gegen Erzgebirge Aue im Vorfeld angekündigt. Das klingt nach Spannung und erbarmungslosem Fight, was dann allerdings nur zum Teil zutraf. Denn die Aktionen auf dem Spielfeld zeichneten sich in den ersten 45 Minuten primär durch hektisches Hin und Her und zahllose Fehlpässe aus. Wo blieben strategisch kluge Spielzüge oder raffinierte Pässe? Natürlich sind solche Spiele, wo es de facto um den Klassenerhalt geht, immer von Nervosität und Verzweiflung geprägt. Aber: Beide Teams sind die Mannschaften der Zweiten Liga mit der schlechtesten „Chancenverwertung“. Den Beweis dafür erbrachten sie auch heute wieder. Kein Tor in gut 90 Minuten, obwohl sich alle 22 Spieler deutlich sichtbar aufarbeiteten. Aber die Effektivität blieb auf der Strecke. Von den Kleeblättern machte – bis auf Torwart Wolfgang Hesl – keiner eine wirklich gute Figur. Er hielt immerhin drei gefährliche Attacken der Sachsen.
Das Selbstbewusstsein der Fürther ist offenbar auf dem Nullpunkt. Und auch Testspiele wie gegen den SC Eltersdorf, das die SpVgg am Mittwoch nur mit 1:0 gewann, motivieren nicht gerade. Trainer Mike Büskens stand heute am Spielfeldrand und konnte einem wirklich leid tun. Bestimmt versucht er permanant, seine Jungs spielerisch zu mobilisieren. Aber es reicht einfach nicht. Weder gegen gute Mannschaften noch gegen Kellerkinder wie Erzgebirge Aue kann das Kleeblatt richtig punkten. Es spielt einfach zu harmlos. Und einen Stürmer, der auch mal in den gegnerischen Kasten trifft, den kann man nicht aus dem Hut zaubern. Die zirka 800 angereisten Kleeblattfans hatten auf jeden Fall wenig Freude.
Das Spiel endete (für das Kleeblatt glücklich) mit einem 0:0-Unentschieden – nach einer turbulenten Endphase, in der die Sachsen fast noch ihr Tor gemacht hätten. Vorher war nach einem Check sogar der Schiedsrichter Martin Thomsen zu Boden gegangen und hatte sein Freistoßspray verloren.

In einem Freundschaftsspiel empfängt die SpVgg am kommenden Freitag, 27. März, um 15 Uhr zu Hause den Tabellenführer FC Ingolstadt. Und das nächste Pflichtspiel ist dann am Ostersamstag. Der Gegner heißt Eintracht Braunschweig.