Im Epizentrum der Kleeblattfans gehen die Lichter aus

FC Erzgebirge Aue - SpVgg Greuther FürthOrkanähnliche Stürme fegen seit gestern über Fürth hinweg. Nicht nur Sturmtief Niklas beutelt die Stadt. Nein, hier ist Unruhe in vielerlei Hinsicht. Das wichtigste Ereignis für die Spielvereinigung ist der Weggang von Stephan Fürstner. Er wird im Sommer zum 1.FC Union Berlin wechseln und das Kleeblatt nach sechs Jahren verlassen. Der 27-jährige Mittelfeldspieler absolvierte hier 157 Ligaspiele. Mit ihm wird also eine weitere Säule der Mannschaft zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen. Auf der Vereins-Website kommentiert Stephan Fürstner die Gründe für seinen Entschluss:

„Es war für mich die schwierigste sportliche Entscheidung meines Lebens. …Das schwierige Jahr in der Bundesliga, das Scheitern in der Relegation und der aktuelle Kampf um den Klassenerhalt haben mich viel Kraft gekostet. Auch wegen der weiteren Entwicklung meiner Persönlichkeit möchte ich noch einmal etwas Neues beginnen. …Ich möchte mich bei allen im Verein und bei den Fans für die tolle Zeit bedanken, und ich kann nur jedem versprechen, dass ich bis zum Ende der Saison mein letztes Hemd für die Spielvereinigung geben werde.“

SpVgg Greuther Fürth - AufstiegsfeierDer nächste echte Umbruch für Kleeblattfans ist die Schließung des Wirtshauses „Zum Gelben Löwen“ in der Gustavstraße. Genau vier Jahre nach dessen Eröffnung machen die beiden Wirte Susi Dresel und Peter Heßler den Laden dicht. Hier habe ich gemeinsam mit begeisterten Kleeblattanhängern im April 2012 und Spielern wie Gerald Asamoah, Stephan Schröck, Thomas Kleine und Trainer Mike Büskens glücklich den Aufstieg in die Bundesliga gefeiert. Hier traf man sich nach verlorenen und gewonnenen Begegnungen, um in Gesprächen alles noch mal Revue passieren zu lassen, was vorher auf dem Spielfeld im Ronhof geschehen war. Im „Gelben Löwen“ hat das inzwischen zum Kultgetränk gewordene Grüner-Bier seine Wiederauferstehung gefeiert. Für viele Kleeblätter ist das Lokal praktisch das emotionale Epizentrum der Gustavstraße.

Schade, aber es wird weitergehen. Mit neuen Treffpunkten und neuen vielversprechenden Spielern. Hoffentlich bringt das Kleeblatt die letzten acht Begegnungen mit Siegen und vielen Punkten möglichst gut über die Bühne, um am 24. Mai dann auf einem guten Mittelfeldplatz der Zweiten Liga die Spielzeit 2014/15 zu beenden. Und im August startet eine neue Mannschaft in die nächste Saison – und wird wieder positiv von sich reden machen.