Gegen die Roten Bullen wäre mehr drin gewesen

SpVgg_RBLeipzig_8_2015Haushoch hätte die Spielvereinigung heute beim haushohen Favoriten RB Leipzig gewinnen können. Und das sage ich nicht, weil ich das Kleeblatt völlig unkritisch nur mit den Augen der Liebe sehe. Aber der 2:2-Endstand beim ersten Auswärtsspiel ist schade, es wäre heute viel mehr drin gewesen.

Von Anfang an überraschte die SpVgg mit gut organisierten und strukturierten Aktionen. Das kennt man aus der letzten Saison schon gar nicht mehr. Offenbar versteht es der neue Coach Stefan Ruthenbeck, die etablierten Fürther Spieler mit den Neuzugängen zu einem harmonischen und effektiven Team zu zusammenzuschweißen. So kam es folgerichtig schon nach 12 Minuten zum ersten Tor des Kleeblatts: Nach einer Ecke landete der Ball bei Robert Zulj, der von links an die Fünfmetergrenze flankte, wo der ungedeckte Sebastian Freis beherzt aufs Tor köpfte. Der Leipziger Torwart Fabio Coltorti war zwar mit dem Fuß dran, doch das Tor war nicht zu verhindern. Riesenfreude bei den angereisten Kleeblattfans. Doch die Leipziger Antwort kam postwendend: Klostermann nutzte eine kurze Irritation in der Fürther Mannschaft und gab die Kugel an Selke in den Sechzehnmeterraum. Der Stürmer ließ sich nicht zwei Mal bitten und traf nur 81 Sekunden nach dem Führungstor am schlecht aussehenden Fürther Keeper Sebastian Mielitz vorbei zum 1:1. Fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff gelang Veton Berisha, der eine hervorragende Vorstellung abgab, dann souverän das 2:1 für die SpVgg.

Nach der Pause hatte das Kleeblatt dann Chancen über Chancen: Freis, Berisha, Zulj – jeder hätte ein weiteres Tor machen können, machen müssen. Aber die tollen Chancen konnte keiner von ihnen verwerten. Im Gegenteil: Der gerade eingewechselte Nils Quaschner bediente den Schweden Forsberg mit der Hacke, der es sich nicht nehmen ließ, aus zehn Metern zum 2:2 ins Kleeblatt-Tor zu schießen. Gegen Ende der Partie wäre die SpVgg beinahe doch noch als Sieger vom Platz gegangen: Joker Tom Weilandt flankte in der Nachspielzeit flach vors Tor, wo Berisha den Ball denkbar knapp neben den linken Pfosten setzte (90.+3). So sollte es bei einem für RB Leipzig schmeichelhaften 2:2 bleiben. Beide Mannschaften liegen nach dem zweiten Spieltagen mit jeweils vier Punkten und gleichem Torverhältnis auf dem vierten Platz der Zweiten Liga.

Fazit: Trainer Stefan Ruthenbeck gelingt vielleicht das, was weder Frank Kramer noch Mike Büskens in der verkorksten Spielzeit 2014/15 schafften: Den Kleeblättern Selbstvertrauen zu geben, sie in geordnete Strukturen zu bringen. Außerdem hat er mit dem Neuzugang Veton Berisha aus Norwegen einen wirklich talentierten mutigen Stürmer. Und das ist doch eine vielversprechede Perspektive für die nächsten 32 Begegnungen.