Kleeblatt verliert beim Fußballkrimi in St. Pauli

Langweilig war es heute Nachmittag keine Minute. Am Millerntor fand ein richtiger Fußball-Krimi statt. Leider gewann der FC St. Pauli das spannende Spiel mit 3:2. Beide Mannschaften zeigten sich von einer guten Seite und bewiesen, dass mit ihnen in dieser Saison zu rechnen ist.

Vor über 28 000 Zuschauern kam das Kleeblatt erst mal gut in Fahrt. Aber es war Marc Rzatkowski, der in der 19. Minute für St. Pauli das Führungstor erzielte. Doch die Kleeblätter ließen sich nicht frustrieren und hatten durchaus gute Aktionen. Dann das 2:0 in der 34. Minute. Lange Gesichter bei den zahlreichen angereisten Fürther Fans. Völlig unerwartet der Anschlusstreffer für die SpVgg drei Minuten vor der Halbzeitpause durch Sebastian Freis. Nach dem Anpfiff für die zweiten 45 Minuten hatte die SpVgg erst mal mehr Glück als Verstand, dass die Hamburger nicht noch höher in Führung gingen. Kuriose Situationen für beide Teams, in denen mal St.Pauli, mal wieder das Kleeblatt Tore hätten machen können. „Was machd eichendlich der Wunderschdürmer Kumbela? Hodd den edz amol jemand aus seim Luuch rauszuung?“, war eine halbe Stunde vor Spielende auf Facebook zu lesen. Stimmt, dachte ich mir, der sitzt auf der Reservebank und kommt nicht aufs Feld. Wenige Minuten später hatte Trainer Stefan Ruthenbeck offenbar ein Einsehen mit uns und wechselte Domi Kumbela gegen Freis aus. Das nächste Tor fiel dann zwei Minuten später für das Kleeblatt durch Robert Zulj (Foto). Es wurde nicht gewertet – Abseits. Dafür gelang den Hamburgern postwendend der Konter: Marc Rzatkowski lochte zum zweiten Mal ins Tor von Sebastian Mielitz ein – 3:1! Aber die Kleeblätter ließen sich nicht unterbuttern. Und prompt schoss Zulj nach einer guten Vorlage von Kapitän Marco Caligiuri in der 79.Spielminute ins lange Eck. Erneut der Anschlusstreffer! Die Spannung am Millerntor eskalierte. Beide Teams kämpften hart und hatten gute Chancen, der Ausgleich für das Kleeblatt lag förmlich in der Luft. Doch auch in den drei Minuten Nachspielzeit war für die Fürther nichts mehr drin. Die 2:3-Niederlage war gleichzeitig der erste Heimerfolg der Kiezkicker über die SpVgg seit 17 Jahren.

Nachtrag: Unser Tierorakel Daisy war heute bei ihrem Tipp schnurgerade auf den St.Pauli-Fressnapf zugesteuert, überlegte es sich dann nach einigen Bissen doch wieder anders und fraß erst mal den Kleeblatt-Teller leer. Was sagt uns das? Daisy hat eindeutig Fußballverstand: Das Unentschieden lag in der Luft – aber dann haben doch die Hamburger gesiegt.

Die SpVgg ist kommenden Freitag schon wieder dran. Sie empfängt den FSV Frankfurt im Ronhof, der nach drei Spielen noch keinen Sieg erzielen konnte und aktuell auf dem 15. Tabellenplatz liegt.