Das „Wunder für Fürth“ in der letzten Sekunde

MSV Duisburg - SpVgg Greuther FürthBuchstäblich in der allerletzten Sekunde der Nachspielzeit hat Marco Stiepermann dem Kleeblatt das Unentschieden in Duisburg gerettet. Bis zu diesem Moment war der Frust bei Kleeblattanhängern groß, obwohl die Mannschaft nach meinem Geschmack recht passabel gespielt hatte.

Der Anfang der Partie gegen den Tabellenletzten, den Aufsteiger MSV Duisburg, war aus Fürther Sicht wenig attraktiv. Beide Teams plänkelten vor sich hin und das Spiel wirkte zerfahren. Dann traf ein guter Schuss des Duisburgers Dasch das Aluminum von Sebastian Mielitz‘ Tor – und ab diesem Moment gewann man den Eindruck, alle 22 Fußballer hätten Hallo-Wach-Tropfen getrunken. Die Partei wurde lebendig und spannend, Torchancen auf beiden Seiten. Die Spielvereinigung wies mehr Ballbesitz auf, leider unterliefen ihr aber unverzeihliche Fehler. So verlor z. B. Niko Gießelmann in der 35. Minute den Ball, der Duisburger Scheidhauer spielte ins Zentrum auf Rolf Feltscher, der zwar im ersten Anlauf an Mielitz scheiterte, dann aber erfolgreich ins linke Eck schoss. Die zirka 400 angereisten Fürther Fans konnten es kaum glauben.
Weiter dann bis zu Halbzeitpause wenig Erwähnenswertes. Dafür verwandelte Jurgen Gjasula, der selber mal ein Duisburger „Zebra“ war, nach einem Foul an ihm souverän den verhängten Elfmeter und traf in den Kasten des MSV-Keepers Michael Ratajczak. Eine gute Viertelstunde vor Abpfiff fiel erneut ein Tor für die Duisburger – zum 2:1. Und damit schienen den Kleeblättern in einer vermeintlich machbaren Begegnung die Felle endgültig davon zu schwimmen. Die SpVgg wartet von allen Teams in der Zweiten Liga bekanntlich am längsten auf einen Auswärtssieg. Und jetzt sollte es sogar wieder eine Niederlage geben? Eigentlich hatten auch die Zuschauer in der Schauinsland-Reisen-Arena mit dem Spiel innerlich abgeschlossen, die Duisburger Fans feierten quasi schon ihren ersten Saisonsieg, da passierte das „Wunder für Fürth“: Marco Stiepermann traf in der dreiminütigen Nachspielzeit nach einer Kopfballvorlage des eingewechselten Ex-Duisburgers Goran Sukalo in der allerletzten Sekunde zum glücklichen 2:2-Unentschieden. Nach dem Spiel ließ sich der Torschütze feiern (Foto).

Tja, so kann’s gehen: Die Kleeblätter haben im Vergleich zur letzten Saison strukturierter und besser gespielt. Aber es fehlen das Quäntchen Draufgängertum und Überraschungseffekte. Das Spiel der Kleeblätter ist oft zu vorhersehbar. Und dann werden gute Fürther Aktionen noch vor dem Strafraum vom Gegner im Keim erstickt.
Aber: Ein Unentschieden ist auch ein Punkt. Ab sofort heißt es trainieren und sich sportlich und mental gut auf den 13. September vorbereiten. Denn da empfängt die Spielvereinigung – nach der Länderspielpause am kommenden Wochenende – den 1. FC Nürnberg zum Franken-Derby im Ronhof. Und das wird mit Sicherheit ein Tanz auf dem Vulkan!

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