Blitztor von Zulj rettet dem Kleeblatt drei Punkte

1860 München - SpVgg Greuther FürthWenn es einen Fußballgott gibt, dann trug er heute mit Sicherheit eine weiß-grüne Brille. Die Spielvereinigung hat in der Allianz-Arena mehr als glücklich gegen den „Erzfeind“ 1860 München mit 1:0 gewonnen. Wie mir wird es vielen Zuschauern gegangen sein: Nach der Riesenfreude in der zweiten Minute über das frühe Tor von Robert Zulj (Foto) musste man dann 91 Minuten zittern, ob das Kleeblatt den Vorsprung halten und die drei Punkte auch wirklich einsacken kann. Denn – machen wir uns nichts vor – die Löwen waren spätestens nach der Halbzeitpause die dominierende, bessere Mannschaft. Sie haben nach vorne gespielt und hatten viele Chancen. Aber letztlich einfach nicht das nötige Quäntchen Glück, das Spielergebnis zu ihren Gunsten zu drehen.

1860 München hatte einen bescheidenen Start. Nach nur 105 Sekunden köpfte Robert Zulj die Flanke von Veton Berisha locker ins Tor von Stefan Ortega. Das Tor fiel also nur vier Sekunden später als das Führungstor des SC Freiburg am vergangenen Montag. Was sagt uns das? Dass man sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren kann, dass der eine oder andere Spieler erst mal Zeit braucht, um mental ins Spiel zu kommen. Das kann fatale Folgen haben.

Egal, heute war in der zweiten Minute das Tor von Zulj gemacht und ließ zunächst auf mehr hoffen. Die erste Halbzeit war dann von viel Druck und Kampfgeist auf beiden Seiten geprägt, eine sehenswerte Partie. Die Spielvereinigung ist das zweikampfstärkste Team in der Zweiten Liga.  Enttäuschend war aus Fürther Sicht dann leider die zweite Halbzeit. Die Sechziger hatten das Spiel voll in der Hand und stürmten ohne Unterlass aufs Tor von Sebastian Mielitz. Dass keine Gegentreffer fielen, lag in erster Linie an der tollen Abwehrarbeit von Marco Caligiuri: Er stand immer goldrichtig, der gefährlichste Löwenspieler – Sascha Mölders – kam seinetwegen einfach nicht zum Zug. Wie schwach das Kleeblatt heute agierte, beweist die 0:12-Eckball-Bilanz.

Nach dem guten Spiel gegen den (vermutlichen) Wieder-Aufsteiger SC Freiburg war die heutige Kleeblattleistung alles andere als berauschend. Von den zirka 18 300 Zuschauern im Stadion waren nur 500 Kleeblattfans. Nach den schlechten Erfahrungen mit den Sicherheitskräften in der Allianz-Arena hatten sich heute wohl viele Anhänger der Spielvereinigung entschieden, zu Hause zu bleiben. Und so ein Zeichen zu setzen.

Fazit: Drei Punkte wurden auf das Kleeblattkonto verbucht. Die Schallmauer von 40 Punkten reicht, einen direkten Abstieg unmöglich zu machen. Die Spielvereinigung rangiert momentan auf dem 8. Tabellenplatz. Für den TSV 1860 München wird die Situation allerdings immer brenzliger.
Am Sonntag, 17. April, empfängt das Kleeblatt zu Hause im Ronhof Fortuna Düsseldorf.