0:2 – Ein Spiel zum Vergessen

SpVgg Greuther Fürth - FC HeidenheimDas war  heute nicht der Tag der beiden fränkischen Zweitliga-Mannschaften: Der 1. FC Nürnberg verlor auswärts gegen Eintracht Braunschweig mit 1:3. Und die Spielvereinigung  musste sich nach der 4:2-Klatsche bei Arminia Bielefeld heute mit einem 0:2 im heimischen Sportpark Ronhof geschlagen geben.
Das erste Tor des Aufsteigers 2014/15 1. FC Heidenheim fiel schon in der 6. Minute. Kapitän Marc Schnatterer, der zu einem der besten Akteure des Spieles werden sollte, hatte praktisch Narrenfreiheit. So war er auch der Initiator der frühen Führung: Nach einer pfeilgenauen Schnatterer-Flanke von rechts wirkte der Kleeblatt-Keeper Sebastian Mielitz wie ein aufgeschrecktes Huhn im Fünfmeterraum. Und Sebastian Heidinger stand auf der Leitung, so dass Robert Leipertz aus geringer Entfernung locker zum 0:1 für die Gäste einköpfte.
Trotz einiger mittelguter Chancen hatte das Kleeblatt heute Glück, dass auch die Heidenheimer nur mit Wasser kochten. Keine der beiden Mannschaften zeigte echte fußballerische Qualitäten im Abschluss. Der nach seiner Sperre (vier Spiele) heute wieder eingesetzte Jurgen Gjasula war aus dem Mittelfeld als Stratege unterwegs. Er gab dem Fürther Angriff ab und zu Drive, aber ohne Erfolg. Vielmehr machte das Team aus Heidenheim das zweite Tor: Nach einem Freistoß in der 57. Minute flog der Ball ans linke Fünfereck, Denis Thomalla war schneller als Heidinger (schon wieder!) und köpfte anschließend ein.
Was ist seit zwei Spielen mit dem Kleeblatt eigentlich los? Die Defensive um Marco Caligiuri glänzt durch Phlegma und wenig Initiative. Da stehen mehrere Kleeblattspieler im eigenen Strafraum, die Gegner schießen sich seelenruhig Pässe zu und bauen ihren Angriff auf. Da wird nicht interveniert, man geht nicht dazwischen. Pressing scheint für die Spielvereinigung zum Fremdwort geworden zu sein. Und dann schimpft ein manchmal überforderter Sebastian Mielitz wie in Rohrspatz mit seinen Kollegen, für deren Laschheit er die Kohlen aus dem Feuer holen muss. Und dann eben auch nicht immer alles halten kann.
Der Angriff mit Robert Zulj und Jurgen Gjasula ließ heute szenenweise erahnen, was die zwei drauf haben. Hoffentlich legen sich die beiden nicht nur deshalb so ins Zeug, weil sie im Hinblick auf einen Vereinswechsel mit guten Leistungen glänzen wollen. Aber wer könnte ihnen das verdenken?
Die Spielvereinigung rangiert zwei Spiele vor Saisonende auf dem zehnten Tabellenplatz. Mit Tendenz nach unten? Die beiden letzten Begegnungen – am 8. Mai gegen den 1. FC Kaiserslautern und am 15. Mai zu Hause gegen Sandhausen – wird das Kleeblatt wohl noch hinter sich bringen. Die Fans im Ronhof waren so positiv bei bestem Wetter in die Partie gestartet (Foto: Fankurve mit Spielball vor dem Anpfiff), aber dann pfiffen sie die Spieler gnadenlos aus. Trainer Stefan Ruthenbeck hat in dieser Spielzeit gute Arbeit geleistet und zwischenzeitlich zeigte das Kleeblatt auch, was es alles kann. Aber die letzten beiden Spiele waren – einfach zum Vergessen!