Das Kleeblatt geht gegen Liga-Neuling Würzburg baden

SpVgg Greuther Fürth - Würzburger Kickers„Frankenderby“, darunter verstand man bislang immer Fußballspiele zwischen Fürth und Nürnberg. Seit dieser Spielzeit müssen wir umdenken. Denn jetzt kommen die Partien gegen den Liga-Neuling, die aus der 3. Liga aufgestiegenen Würzburger Kickers, hinzu. Und das erste Frankenderby der Saison 2016/17 haben die Newcomer aus Unterfranken mit 3:0 im Ronhof gegen das Kleeblatt für sich entschieden – ihre Fans jubelten zu Recht (Foto). Ein rabenschwarzer Tag für Fürth!

„Hurra, hurra, die Würzburger sind da!“, mit diesem Schlachtruf zogen die Fans des FWK am späten Nachmittag vom Fürther Hauptbahnhof durch die Innenstadt zum Ronhof. Da ernteten sie noch so manch herablassendes Lächeln bei den Fürthern. Doch was die Kickers dann im Sportpark zeigen sollten, war von Anfang an durchdacht und überzeugend – leider, muss man aus Kleeblatt-Sicht sagen. Schon in der 11. Minute gelang David Pisot das Führungstor. Er konnte damit den ersten ernst zu nehmenden Angriff der Gäste effektiv umsetzen. Und in der zweiten Halbzeit (79. Minute) noch einen zweiten Treffer im Fürther Kasten versenken, nachdem Rama äußerst clever einen Eckball für die Würzburger herausgeholt hatte. Ausgerechnet Tobias Schröck – der Namensvetter des früheren Fürther Publikums-Lieblings – erhöhte in der 84. Minute auf 3:0.

Für das Kleeblatt war es heute natürlich eine mehr als schwierige Aufgabe, denn Trainer Stefan Ruthenbeck musste auf seine routiniertesten und erfolgreichsten Spieler verzichten. Gleich fünf Mann fehlten: Robert Zulj wurde aufgrund einer Tätlichkeit in der Partie gegen Fortuna Düsseldorf nachträglich für drei Spiele gesperrt, außerdem sind Sercan Sararer, Jurgen Gjasula, Veton Berisha und Mathis Bolly verletzt. So kamen junge Spieler wie Benedikt Kirsch, Daniel Steininger und George Davies zum Zuge. Aber die schafften es einfach nicht, das kluge Würzburger System zu knacken. Obwohl die SpVgg in der ersten Halbzeit mehr Ballbesitz als die Würzbuger vorzuweisen hatte – in ein Tor konnte sie diese Leistung nicht ummünzen. Da nützte es auch nichts, dass Ruthenbeck in der zweiten Spielhälfte Serdar Dursun für Nicolai Rapp und Ilir Azemi für Benedikt Kirsch einwechselte und mit zwei Stürmern in der Spitze operierte. Der Auftritt der Unterfranken wirkte insgesamt routinierter als der der Gastgeber, die eigentlich die Routiniers hätten sein müssen.

So bleibt für Kleeblatt-Fans heute nur ein schwacher Trost: Der Club aus der Ost-Vorstadt hat in Bochum eine 4:5-Niederlage eingesteckt und belegt damit – zumindest vorläufig – den letzten Platz in der Tabelle der 2. Bundesliga. Und der FCN ist ja bekanntlich unser nächster Gegner, und zwar schon am kommenden Dienstag, 20. September. Da kommt es dann zum „echten“ Frankenderby, in dem unser Kleeblatt hoffentlich erfolgreicher sein wird als im heutigen Derby zwischen Mittel- und Unterfranken.