Unsanfte Bauchlandung nach dem Höhenflug

Das Kleeblatt im Höhenflug – so sah es noch am vergangenen Sonntagnachmittag aus, als die Spielvereinigung im Ronhof Tabellenführer Fortuna Düsseldorf mit 3:1 besiegt hatte. (Es wäre eigentlich sogar ein 4:1-Sieg gewesen, wenn der Schiedsrichter das vierte Tor gegeben hätte!) Auch Fürths neuer Trainer Damir Buric, so steht zu vermuten, hat den Fürthern Auftrieb gegeben und sozusagen Flügel verliehen.

Mit berechtigtem Selbstbewusstsein reiste die Mannschaft deshalb nach Braunschweig. Das merkte man der Elf während der ersten 20 Spielminuten auch an: Das Kleeblatt bestimmte das Spielgeschehen, während Braunschweig – bisher in dieser Saison noch ungeschlagen, aber mit sechs Unentschieden nicht wirklich richtig erfolgreich – eher verhalten auftrat. Zur Sicherheit der Gastgeber trugen auch die Braunschweiger Fans wenig bei, die anfangs ihrer Mannschaft teiweise die sonst gewohnte Unterstützung versagten. Es war eigentümlich still im Stadion an der Hamburger Straße, geradezu gespenstisches Schweigen in Block 9. Während Fürth das Spiel gut 20 Minuten lang machte, ohne allerdings einen Treffer zu erzielen, landete Braunschweig den Ball schon nach dem ersten richtigen Angriff im Fürther Kasten und zeigte sich damit extrem effektiv, was die Chancenverwertung anbelangt. (Das Sportfoto Zink-Bild zeigt Fürths Tolcay Cigerci nach dem 2:0 durch Braunschweigs Baffo.)

In der 23. Minute gelingt Nyman das 1:0-Führungstor für die Norddeutschen, bereits fünf Minuten später rappelt es erneut in Balazs Megyeris Kiste – 2:0 durch Baffo! Jetzt hat Braunschweig endgültig Oberwasser, das Kleeblatt erst einmal in Schockstarre. Der Fürther Keeper wird vor der Halbzeitpause noch ein paarmal stark gefordert, reagiert aber sicher und routiniert. Braunschweig hat das Spiel nun in der Hand, das Kleeblatt kann seine Stärken nicht ausspielen und hat immer weniger von der Begegnung. Die 18 700 Zuschauer sehen einen immer stärker triumphierenden Gastgeber. Auch für die knapp 250 Fans, die aus Fürth angereist waren, hat die Partie übrigens unter schlechtem Vorzeichen begonnen: Wegen einer Autopanne ist ein Großteil von ihnen erst geraume Zeit nach dem Anpfiff an der Hamburger Straße eingetroffen.

Nach dem Seitenwechsel ist das anfängliche Selbstbewusstsein der Spielvereinigung komplett dahin. Gegen das meist perfekt funktionierende Umschaltspiel der Gastgeber findet die Fürther Elf kaum ein geeignetes Gegenmittel und gibt das Spiel mehr und mehr aus der Hand. Braunschweig reizt seine Stärken eiskalt aus, während beim Kleeblatt rein gar nichts mehr klappt. So kommt es, wie es kommen muss:  Ausgerechnet der eingewechselte Ex-Fürther Domi Kumbela schießt in der 79. Minute das 3:0. Zwar lassen die Fürther bis zuletzt den Kopf nicht hängen und geben sich nicht auf – aber ihnen gelingt nicht einmal der Ehrentreffer.

Braunschweig kann das Vertrauen seiner Fans an diesem Mittwoch endlich zurückgewinnen, während das Kleeblatt die am vergangenen Sonntag aufgeblitzte Begeisterung gleich wieder verspielt. Aus dieser misslichen Lage heraus muss die Mannschaft nun am kommenden Sonntag das Frankenderby gegen den Erzfeind aus Nürnberg bestreiten – wahrlich keine leichte Aufgabe!