Narey – du Retter in der Not!

Morgen ist es auf den Tag genau drei Wochen her, dass unsere Kleeblattspieler beim beliebten Fürther Kärwazug mitgemacht haben – und das war auch gut so! Der Beifall für die Profispieler hielt sich allerdings zumindest dort, wo wir das Geschehen beobachtet haben, in Grenzen. Schließlich sah es nicht gerade rosig aus für die Spielvereinigung, die sich zu diesem Zeitpunkt mit dem letzten Tabellenplatz  begnügen musste. Deshalb sind wir gern als Claqueure aktiv geworden, als die Mannschaft an uns vorbeizog. Die Leute um uns herum wunderten sich erst ein wenig, dann aber klatschten sie zumindest kurz mit. Und als wir uns den „Khaled, Khaled!“-Rufen einer Narey-Verehrerin anschlossen, da schaute der so Angefeuerte tatsächlich für ein paar Sekunden direkt zu uns herüber. Er wirkte fast ein bisschen erstaunt ob so viel Begeisterung beim sonst eher fränkisch kühl-zurückhaltenden Publikum.
Aber man muss eines sagen: Die Frau hatte recht! Khaled Narey gehört nämlich fast immer zu den Besten auf dem Platz – wenn ihm auch einige Zeit trotz guter Leistung keine Tore glücken wollten. Diese Phase hat er, mittlerweile überwunden. Auch heute ist in erster Linie ihm der Sieg gegen den SV Sandhausen zu verdanken (Narey beim Abklatschen mit den Fans, Foto: Sportfoto Zink). Denn wie schon gegen die Auer Veilchen hat Narey auch heute gegen die Kurpfälzer für das so wahnsinnig wichtige Führungstor gesorgt (28. Minute).
Wir zählen die 28. Spielminute. Narey gelingt ein Traumtor, richtig schön anzuschauen, nach hervorragendem Zuspiel von Patrick Sontheimer – auch das soll nicht verschwiegen werden. Von da an läuft es rund fürs Kleeblatt, das allerdings heute wieder keinen Schnellstart hingelegt hat und wie so oft eher zögerlich ins Spiel gekommen ist. Der Narey-Treffer liegt schon ungefähr seit zehn Minuten in der Luft, bis Khaled das Leder dann tatsächlich in den gegnerischen Kasten versenkt, und das mit Eleganz! Mit der 1:0-Führung im Rücken vergisst man sofort die unangenehm kühlen acht Grad und den nicht minder kühlen Wind, der durch den Ronhof weht, ebenso wie die sinkende Spielqualität der Partie, als es Richtung Abpfiff der ersten Halbzeit geht.

Die gute Stimmung hält über die Pause hinweg an und setzt sich nach dem Seitenwechsel fort. Das Kleeblatt braucht erneut einige Zeit, um in die Pötte zu kommen, doch dann ist es wiederum Narey, der sich eine Gelegenheit zum Ausbau der Führung nur knapp entgehen lässt. Die unschönen Angriffe von Sandhausens Tim Knipping gegen David Raum sind zu diesem Zeitpunkt eigentlich das einzige, was es an der Partie auszusetzen gibt. Abgesehen von der Tatsache, dass Schiedsrichter Christian Dingert zu lange braucht, bis er sich ein Herz und anschließend in die Tasche fasst, um die Gelbe Karte gegen Knipping zu ziehen.
Dann wird das Ganze auf einmal ziemlich konfus. Trainer Damir Buric hat gerade Serdan Dursun als zweites Ass aus dem Ärmel gezogen und gegen Levent Aycicek ausgetauscht (76.), Sandhausens Coach Kenan Kocak hat den dritten Wechsel mit Sahin Aygünes für Leart Paqarada vollzogen (77.) – da passiert´s: Die Kurpfälzer schaffen durch den gerade ins Spiel gekommenen Aygünes den Ausgleich zum 1:1 (78.). Und es geht Schlag auf Schlag weiter. Schon drei Minuten später heißt es 2:1 für die Fürther. Mario Maloca hat das Ding gemacht – und das aus einer Standardsituation heraus, nämlich einer Ecke (was bei der SpVgg sonst praktisch nie klappt): Zunächst donnert Wittek den Ball gegen den Pfosten, dann kommt Richard Magyar dran, der die Kugel nach hinten auf Maloca spielt. Den haben die Kurpfälzer anscheinend nicht auf dem Schirm, so dass er das Kleeblat fast ungehindert erneut in Führung schießt.
Der Rest ist reiner Nervenkrieg. Vor allem, weil der „Unparteiische“ vier Minuten nachspielen lässt. Wahrscheinlich weiß nicht mal Gott, warum. In der 92. Minute kann Narey fast  auf 3:1 erhöhen – aber eben nur fast. Bis zur allerletzten Sekunde stellt er heute sein Können unter Beweis. Damit ist ihm die Rettung des Kleeblatts aus allerhöchster Not gelungen. Denn zuletzt war die Stimmung beim Verein, aber auch bei den Fans, schon ganz tief unten im Keller. Narey hat dafür gesorgt, dass wir nun wieder hoffnungsvoll nach vorne schauen können.

Einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt nur die Gelbe Karte, die Maximilian Wittek kurz vor Schluss noch gesehen hat. Damit darf er leider kommenden Samstag gegen Jahn Regensburg nicht eingesetzt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um zu überprüfen, dass Sie eine reale Person und kein Spam-Roboter sind, lösen Sie bitte vor dem EINTRAGEN die nachfolgende kleine Rechenaufgabe, das sogenannte CAPTCHA *