Komplett verrückte Zweite Liga

Auch der 28. Spieltag hat in der Zweiten Liga für wenig Klarheit gesorgt: Tabellenführer Düsseldorf unterlag unerwartet beim Abstiegskandidaten SV Darmstadt 98. Der 1. FC Nürnberg schwächelte bei Dynamo Dresden und konnte mit dem 1:1-Unentschieden seinen Aufstieg noch lange nicht klar machen. Gewinner des 28. Spieltags waren der 1. FC Kaiserslautern, Erzgebirge Aue und VfL Bochum. Nennen wir das Kind beim Namen: 15 Teams können auch jetzt – sechs Spieltage vor dem Saisonende am 13. Mai – noch absteigen. Und das Kleeblatt ist mittendrin.

Diese Saison 2017/18 verläuft wirklich crazy: Der Kampf um den Klassenerhalt wird immer dramatischer und fängt bereits bei Platz vier an: FC Ingolstadt mit 40 Punkten. Auf Platz 16 rangiert der FC Heidenheim mit 34 Punkten. Nach 28 Spielen beträgt der Abstand zwischen dem Relegationsplatz und Rang vier also nur sechs Punkte. Und: Ingolstadts Abstand auf den Tabellendritten Holstein Kiel ist nach dem 2:1-Sieg beim 1. FC Heidenheim mit fünf Zählern ähnlich. Allenfalls Tabellenführer Fortuna Düsseldorf kann sich seines Aufstiegs relativ sicher sein. Relativ! In dieser Liga hangeln sich fast alle Mannschaften von Spiel zu Spiel, jeder Punkt wird hart erkämpft und ist extrem wichtig. Aber: Für alle Fans in den Stadien ist es natürlich ein herrlicher Nervenkitzel, wenn sich bei den letzten Begegnungen die Teams nichts schenken dürfen.

Sogar ein ungeschriebenes Gesetz könnte dieses Jahr außer Kraft gesetzt werden: nämlich der Abstieg trotz 40 gesammelter Punkte. In der 2. Liga passierte das bisher dreimal: 1996 traf es den Chemnitzer FC, ein Jahr später den SV Waldhof Mannheim und 2006 schließlich Dynamo Dresden – allerdings gab es da noch vier Abstiegsplätze. In der Ersten Bundesliga ist dieser Fall dagegen noch nie eingetreten; am härtesten traf es in der Saison 1997/98 den Karlsruher SC, der mit 38 Punkten den Gang ins Unterhaus antreten musste.

Am Ostersonntag hielt das Kleeblatt gegen Union Berlin dem immensen Druck stand. Die Berliner wurden mit Leidenschaft, Engagement und auch Glück besiegt (Foto: Sportfoto Zink). Das 2:1 erhöhte das Punktekonto auf 36 – in gewöhnlichen Zeiten bräuchte man aus den verbleibenden sechs Partien vielleicht noch drei bis vier Zähler zum Klassenerhalt. Aber das wird 2017/18 nicht reichen. Denn die Konkurrenz liegt hauchdünn beieinander. Also muss das Kleeblatt weiter kämpfen, um jedes Tor, um jeden Punkt.

In der Heimtabelle des kicker liegt das Kleeblatt direkt hinter Fortuna Düsseldorf auf Platz zwei. Eigentlich bewegt man sich mit solchen Werten im vorderen Tabellenbereich, doch der schwache Saisonstart begleitet die Spielvereinigung bis zum Ende. Und: Bei der Auswärtstabelle rangiert die SpVgg mit sieben Punkten weit abgeschlagen auf dem letzten Rang. Am kommenden Freitag, 6. April, wird um 18.30 Uhr die Auswärtspartie gegen den SV Sandhausen angepfiffen. Sandhausen, das für kompakte Defensive und Zweikampfstärke steht, wird das Kleeblatt also mit ganz ähnlichen Mitteln besiegen wollen, wie das die Erzgebirgler aus Aue vor zwei Wochen erfolgreich getan haben. Also: Kleeblatt, mach‘ das Beste aus den verbleibenden sechs Spielen. Es geht um die Wurst. Und jeder Fehler wird vielleicht mit dem Abstieg bestraft.

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