Wird das Spiel gegen St. Pauli zur Zerreißprobe?

Wie soll ein echter Kleeblattfan die Zeit bis morgen Nachmittag verbringen? Abwarten und ein Grüner-Bier trinken? Auf der Terrazza in der Neuen Mitte einen Sundowner schlürfen? Zum Felsenkeller radeln und dort die (vermeintliche) Ruhe genießen? Wie auch immer: Die Zeit bis zum Abpfiff des morgigen Kellerduells in der Zweiten Liga zwischen dem FC St. Pauli und der Spielvereinigung wird nur im Schneckentempo vergehen.

Natürlich weiß inzwischen jeder Fußballinteressierte und Fürther, dass das morgige Spiel fürs Kleeblatt entscheidend sein wird. Wer wird einen oder drei Punkte einfahren? Der Hamburger Kiezverein, der mit 37 Punkten auf dem Relegationsplatz liegt? Oder die Spielvereinigung, die mit nur einem Punkt Vorsprung direkt vor St. Pauli rangiert? Der SV Darmstadt und der 1. FC Kaiserslautern können am 32. Spieltag dem Kleeblatt im Abstiegskampf nicht gefährlich werden. Von dort droht (noch) keine Gefahr. Aber diese Hamburger…

Eigentlich sind die Kleeblattfans und die Paulianer befreundet – Spieler (Aziz Bouhaddouz, Robert Zulj und Jurgen Gjasula im Gespräch nach dem Spielende im Mai 2017, Foto: Sportfoto Zink) genauso wie Anhänger. Da kam es schon mehrfach nach – von wem auch immer – gewonnenen Spielen in der Fürther Gustavstraße oder auf der Hamburger Reeperbahn zu gemeinsamen Feiern. Aber morgen? Die eleganteste Lösung wäre ja ein Unentschieden. Das tut erst mal keiner der beiden Mannschaften weh. Aber im Hinblick auf die beiden letzten Spiele in dieser Saison wäre die Entscheidung nur aufgeschoben. Das Zittern geht dann wohl bis zum letzten Spieltag am 13. Mai weiter. Und auf schwache Momente anderer Clubs, allen voran des FC Heidenheim, zu hoffen, um den eigenen Hals aus der Schlinge zu ziehen, ist auch nicht ideal.
Also: Morgen nach Spieleende gegen 15 Uhr wissen wir mehr. Ob das Kleeblatt es schafft, in der Zweiten Liga zu bleiben, ob der Relegationsplatz droht. Oder ob der blamable Abstieg in die Dritte Liga unaufhaltsam ist.