Zwei Punkte einfach so verschenkt

Es hätte ein so schöner Fußball-Nachmittag im Ronhof werden können. Und lange Zeit sah es auch ganz danach aus. Doch dann verschenkt das Kleeblatt einen schon sicher geglaubten 2:0-Sieg gegen Paderborn und muss den 3. Spieltag mit einem 2:2-Unentschieden abhaken. Mehr als ärgerlich!

Dabei hatte alles so schön begonnen. Die Spielvereinigung spielte von der ersten Minute an äußerst aggressiv und selbstbewusst. Der starke Auftritt im Pokalspiel gegen Borussia Dortmund vom vergangenen Montag wirkte wohl noch nach. Durch konsequentes Angriffs-Pressing der Fürther schon am Strafraum des Gegners brachte der SC Paderborn zunächst keinen Fuß auf den Boden. Die Gäste hatten wohl mit diesem Auftreten des Kleeblatts nicht gerechnet und taten sich schwer damit. Doch nach einer gewissen Eingewöhnungszeit kamen sie immer besser ins Spiel. Das gestaltete sich in der ersten Hälfte sehr temporeich. Für die (leider nur knapp 7500) Zuschauer äußerst unterhaltsam anzusehen – auch wenn in 45 Minuten kein Tor fiel. Kurz vor der Pause dann der Paukenschlag: Mohamed Dräger vom SC Paderborn sieht Gelb-Rot nach zwei deutlichen Fouls fast im Minutentakt und muss vom Platz.
Für Paderborn bedeutet das: Unterzahl im gesamten zweiten Durchgang. Das wirkt sich zunächst allerdings nur bedingt aus, wohl auch, weil mit Lukas Boeder ein starker Verteidiger eingewechselt wurde. Doch dann häufen sich die Torchancen für Fürth, und in der 55. Minute trifft Tobias Mohr (der diesmal zur Startelf gehört, Foto: Sportfoto Zink) mit voller Wucht in den gegnerischen Kasten. Paderborn lässt sich trotzdem nicht unterkriegen, selbst dann nicht, als in der 84. Minute Daniel Keita-Ruel nach einer wunderbaren Flanke von David Raum zum 2:0 erhöht. Wieder steht der Kleeblatt-Neuling goldrichtig und macht bereits sein drittes Saisontor.

Wie man sich bei diesem Vorsprung und mit einem Mann mehr auf dem Feld den Sieg noch nehmen lassen kann, bleibt ein Fürther Geheimnis. Die Mannschaft lässt sich vom alles auf eine Karte setzenden Gegner zu früh nach hinten drängen und gerät zu stark in Passivität. Innerhalb von zwei Minuten schafft Paderborn durch Philipp Klement und Lukas Boeder den Ausgleich – das 2:2 fällt in der 90. Minute! Auch vier Minuten Nachspielzeit nützen dem Kleeblatt nichts mehr. – Zwei Punkte sind durch eigenes Verschulden flöten gegangen, und das auch noch zu Hause im Ronhof. Einfach nur schade.