Kleeblatt bleibt in der Erfolgsspur

„Hält die Glückssträhne des Kleeblatts an?“, hatte meine Greuther-Weiber-Kollegin kiki gestern in ihrem Beitrag gefragt. Heute kann man antworten: jaaaa! Wobei: Es ist eigentlich mehr als Glück, was den Lauf der Fürther derzeit prägt. Es ist vor allem auch schön anzuschauender, nie langweiliger Fußball, was die Spielvereinigung uns Fans im Augenblick bietet – etwas, das wir letzte Saison leider zu selten gesehen haben. Dafür werden wir jetzt mehr als entschädigt.
Ein 3:2-Auswärtssieg bei einem Gegner wie der Arminia, wer hätte den vor ein paar Wochen für möglich gehalten? Das Spiel heute auf der Alm in Bielefeld hat aber eine weitere, aus meiner Sicht noch wichtigere Erkenntnis geliefert: Die Mannschaft kann nicht nur gewinnen. Sie ist auch imstande, ein fast schon verloren geglaubtes Spiel zu drehen, den Ausgleich zu schaffen, in Führung zu gehen und diese dann zu halten. Eine Erfahrung für die Jungs, die ihnen – hoffentlich! – Selbstvertrauen und Sicherheit in den kommenden Begegnungen geben wird.

Selbstsicher kann nun auch Fabian Reese in die nähere Zukunft blicken: Endlich, endlich hat er sein erstes Saisontor geschafft! Das hatte er in den vergangenen Wochen unbedingt erzwingen wollen – ohne Erfolg, wie wir wissen. Er musste teils hämische Bemerkungen gefallen lassen, weil er immer wieder selbst beste Chancen nicht in ein zählbares Ergebnis ummünzen konnte. Dass ihm das heute kurz nach der Halbzeitpause (51. Minute) in einer durchaus prekären Situation gelang – Bielefeld war mit einer 2:0-Führung nach Toren von Jóan Símun Edmundsson (31.) und Stephan Salger (35.) in die Kabinen gegangen -, ist umso erfreulicher. Als sich die Arminia schon auf der sicheren Seite wähnte, eine hervorragende Möglichkeit zum 3:0 versäumte und es dadurch kurz an Aufmerksamkeit mangeln ließ, ergriff  Reese die Gelegenheit beim Schopf – 2:1 (Foto: Sportfoto Zink).

Von da an gehörte die Alm den Gästen aus Fürth. Denn nur drei Minuten später konnte Tobias Mohr zum 2:2 aufschließen, und zwar nach einem gut platzierten Zuspiel wiederum von Reese, der zu Hochform auflief. Kein Wunder, dass er etwas verblüfft dreinschaute, als Trainer Damir Buric ihn vom Platz nahm (69.) und durch Daniel Steininger ersetzte. Nicht allerdings, ohne Reese mit strahlendem Gesicht zu umarmen und ihn für seinen ersten Treffer zu beglückwünschen. Für Steininger sollte es jedoch nur ein kurzes Gastspiel auf dem Bielefelder Rasen werden: Nach gut sechs Minuten musste er verletzungsbedingt vom Feld; Buric brachte Paul Jaeckel für ihn. Das Spiel blieb hochspannend, schließlich krönte Mohr seine heutige Erfolgsstrecke durch den Treffer zum 2:3 (82.).

Da der heute mehrmals komplett überfordert wirkende Schiedsrichter Johann Pfeifer – was für ein Name für einen Unparteiischen 😉 –  sechs Minuten nachspielen ließ, musste das Kleeblatt doch noch eine Zeitlang zittern. Denn die Arminia wollte partout noch zum 3:3 anschließen und bot dafür alle Kraft auf. Ihr Keeper Ortega überzog dabei eindeutig: Bei einer Abwehraktion gegen Mohr brachte er sein Bein so hoch, dass er den Kleeblatt-Stürmer voll mit seinen Stollen traf. Ein anderer Unpartischer hätte da wohl die Rote Karte gegen den Bielefelder Torwart gezogen – nicht so Pfeifer. Ortega bestrafte sich dafür selbst: Er tat sich bei diesem Einsatz ebenfalls ziemlich weh.

Nach 97 Minuten (auch in der ersten Hälfte hatte es eine Minute obendrauf gegeben) konnte das Kleeblatt schließlich jubeln. Durch den heutigen Sieg liegt es – zumindest vorübergehend – auf Platz zwei der Tabelle. Einziger Wermutstropfen: Der Fürther Wirbelwind David Atanga hat sich in der 25. Minute verletzt und musste zehn Minuten später aufgeben. Für einen hatte aber sogar das etwas Gutes: Der für Atanga eingewechselte Marco Caligiuri, den Buric in den letzten Wochen auf die Reservebank verbannte, konnte auf diese Weise sein Comeback feiern und machte dabei wirklich keine schlechte Figur.

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