Unschöner Ausflug nach Berlin

Die Begegnung der Spielvereinigung gegen Union Berlin stand heute wahrlich unter keinem guten Stern. Bei Regen mussten die Kleeblätter an der Alten Försterei auflaufen, viele Fürther Fans hatten vor und während des Spiels Ärger mit dem Ordnungsdienst, im Fürther Block gab es einen Polizeieinsatz. Dann startete die Partie um den möglichen dritten Tabellenplatz aus weiß-grüner Sicht katastrophal: Nach einem Zusammenprall mit seinem Gegenspieler Suleiman Abdullahi verletzte sich Maximilian Wittek in der 3.Spielminute schwer am Kopf (Foto: Sportfoto Zink). Wie sich später herausstellen sollte, musste Wittek mit einer Augenverletzung ins Krankenhaus gebracht werden. Coach Damir Buric  schickte David Raum für den Verletzten auf den Platz. Mittlere Konfusion im Kleeblatt-Team, die Berliner nutzten die Unruhe, und Joshua Mees erzielte nach Vorlage von Marcel Hartel in der 5. Minute das 1:0. Allerdings  – und damit begann die aus Fürther Sicht ungerechte Schiedsrichter-Leistung – ging dem Tor eine Abseitsposition von Hartel voraus. Trainer Damir Buric diskutierte noch hitzig mit den Unparteiischen, da schlugen die Köpenicker gleich wieder zu: Nach einer gezielten Flanke köpfte Joshua Mees aus zehn Metern ein. Das Kleeblatt lag also schon nach zehn Minuten mit 0:2 zurück. Zu diesem Zeitpunkt musste sich Angreifer Daniel Keita-Ruel außerhalb des Feldes behandeln lassen, Fürth agierte also in Unterzahl. Der Frust bei den angereisten Fans wurde immer größer.
Aber es sollte noch bitterer kommen: Nach einem Freistoß köpfte Mario Maloca unglücklich genau auf die Füße von Mees. Sein Kollege Sebastian Polter fälschte daraufhin dessen Schuss ab – und ab ging’s ins Tor von Sascha Burchert. 3:0!
Für das Kleeblatt spricht ja, dass es auch in negativen Situationen nicht den Kopf hängen lässt, sondern vielmehr weiter kämpft. So auch heute. Kurz vor der Halbzeitpause gab es durch David Atanga und Sebastian Ernst zwei vielversprechende Aktionen. Allerdings ohne sicht- und zählbares Ergebnis.

„Kann das Kleeblatt das Spiel nach der Pause noch drehen?“, diskutierte man in der Halbzeitpause hitzig auf Facebook. Viele waren eher skeptisch, da der Rückstand zu hoch schien. Sie sollten Recht behalten: Die Spielvereinigung machte einen weiteren verhängnisvollen Fehler in der 56. Minute. David Raum verlor im Strafraum einen Zweikampf gegen Abdullahi, das nutzte Polter eiskalt aus und traf aus kurzer Distanz zum 4:0. Jetzt setzte Fürth nur noch auf Schadensbegrenzung und versuchte, Schlimmeres zu vermeiden. Trainer Buric nutzte den Rückstand zur Einwechslung der Neulinge Maximilian Bauer und Elias Abouchabaka, die ihre Sache heute mehr als gut machten. Beide brachten frischen Wind und neue Impulse ins Spiel, das leider nicht mehr zu gewinnen war.

Nach 90 Minuten endete das Spiel an der Alten Försterei vor 21.785 Zuschauern mit 0:4. Ein harter Nachmittag fürs Kleeblatt: Maxi Wittek wurde (hoffentlich nicht nachhaltig) schwer verletzt, Keita-Ruel musste relativ früh am Kopf behandelt werden und ging ab diesem Moment nicht mehr ins volle Risiko. Hauptkritikpunkt heute sind allerdings die umstrittenen Entscheidungen des Schiedsrichters Daniel Schlager aus Hügelsheim, die – höflich ausgedrückt – unterirdisch waren. Hätte er das Abseitstor in der 5. Minute nicht gegeben, wäre der schnelle zweite Treffer vermutlich nicht passiert. Mal sehen, was genauere Informationen über die Vorkommnisse im Zuschauerblock noch ans Tageslicht bringen. Nach den Auseinandersetzungen zwischen dem Ordnungsdienst und Kleeblatt-Anhängern setzte ein Einsatzkommando der Polizei im Gästeblock offenbar Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Insgesamt hat der 13. Spieltag für alle Kleeblätter – Spieler wie Zuschauer – einen mehr als bitteren Nachgeschmack.