Geißbock frisst Kleeblatt

Der Geißbock frisst das Kleeblatt mit Haut und Haaren auf – dieses bitterböse Bild drängt sich mir nach der 0:4-Klatsche der Spielvereinigung gegen den 1.FC Köln unwillkürlich auf. Nun habe ich als Tierfreundin eigentlich überhaupt nichts gegen den Hennes (Foto: dpa) – ich habe ihm ja hier sogar schon mal zum Geburtstag gratuliert. Trotzdem: Eine Niederlage in dieser Höhe hätte es nicht sein müssen. Schließlich haben die Fürther ihre Sache in der ersten Halbzeit gar nicht schlecht gemacht. Das 1:0 für den Effzeh in der 17. Spielminute, erzielt ausgerechnet vom Ex-Kleeblatt Dominick Drexler, war erstens Pech und zweitens kein regulärer Treffer, weil ihm gleich zwei Abseits-Pässe vorausgegangen waren. Doch das Schiedsrichter-Gespann schien auf beiden Augen blind zu sein. Umso mehr ist es der Kleeblatt-Elf anzurechnen, dass sie sich nicht ins Bockshorn 😉 jagen ließ. Mund abwischen, weiterkämpfen, lautete die Devise, die während der letzten zehn Minuten in Durchgang eins auch aufging. Fürth erspielte sich die eine oder andere Chance – das ließ für die zweite Halbzeit hoffen. Zumal man ja weiß, dass das Kleeblatt fast immer erst nach dem Wechsel so richtig loslegt.

Kleeblatt-Keeper Sascha Burchert hatte schon vor dem Pausenpfiff eine Menge dazu beigetragen, dass die Kölner nicht das bekamen, was sie wollten – nämlich einen höheren Vorsprung, bevor es in die Kabinen ging. Auch zu Beginn der zweiten Hälfte zeigt der Fürther Kapitän wieder Spitzenparaden. Einmal rettet auch Abwehrmann Mario Maloca direkt von der Torlinie weg (48.) Doch dann gibt es für Köln Chancen beinahe im Minutentakt. Und so lässt das 2:0 nicht lange auf sich warten – wobei es in der 52. Minute nicht aus dem Spiel heraus fällt, sondern durch eine Standardsituation. Maximilian Bauer sieht nach einem Foul Gelb-Rot (51.) und muss vom Feld, und Simon Terodde trifft beim Elfmeter bombensicher in Burcherts Kasten.

In Unterzahl und vor der mehr als beeindruckenden Kulisse im ausverkauften Stadion (49.700 Zuschauer) schafft es Fürth nicht mehr in die Partie zurück. Stattdessen macht Jhon Cordoba das 3:0 (60.). Im Rhein-Energie-Stadion brodelt es. Von einer Sekunde auf die andere bricht dort an diesem ersten Adventswochenende der Karneval aus, mit Schunkelliedern und Kölsch in Strömen. Kleeblatt-Trainer Damir Buric versucht, seiner Mannschaft durch einen doppelten Spielerwechsel (64.) wenigstens etwas Mut zurückzugeben: David Raum kommt für Maxi Wittek, Fabian Reese für David Atanga. Aber in der 78. Minute versetzt Terodde dem Kleeblatt durch sein 4:0 den Todesstoß. Ein weiterer Spielertausch auf Fürther Seite (81.) – Julian Green für Sebastian Ernst – kann an dem heutigen Debakel auch nichts mehr ändern.

Köln liegt nach dem 15. Spieltag trotz des heutigen Kantersiegs nur auf dem zweiten Tabellenplatz, der Hamburger SV an der Spitze. Das Kleeblatt rangiert vorläufig weiterhin auf Platz sechs, könnte aber von Holstein Kiel überholt werden, wenn die Nordlichter morgen in Duisburg gewinnen. Und sogar Heidenheim kann an Fürth vorbeiziehen: durch einen Sieg gegen Sandhausen und das bessere Torverhältnis. Jetzt heißt es also: hoffen auf die Heimstärke der Spielvereinigung, die nächsten Samstag die Veilchen aus Aue im Ronhof empfängt.

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