Kleeblatt in der Krise

Fußballspiele gegen den FC St. Pauli sind für Kleeblattfans meistens Highlights. Es gibt sogar einige engagierte und fußball-vernarrte Fürther, die es sich nicht nehmen lassen, ein verlängertes Wochenende in Hamburg zu verbringen und im (gestern mit fast 30 000 Zuschauern ausverkauften) Millerntor-Stadion „ihrem“ Team zuzujubeln.
Zum Jubeln war beim 17. Spieltag allerdings nicht viel Anlass. Der norddeutsche Kiezverein hat ja derzeit eine sehr gute sportliche Phase und gewann mit 2:0 (Foto: Sportfoto Zink). Wobei es sogar immer wieder Chancen aufseiten der Spielvereinigung gab, die das Kleeblatt jedoch nicht erfolgreich umsetzen konnte. Im Hamburger Netz landete der Ball z. B. in der 51. Minute, aber das Tor hatte Daniel Keita-Ruel ohne Zweifel im Abseits erzielt. Sieben Minuten später kam Maximilian Sauers Flanke im Strafraum der Gastgeber bei Sebastian Ernst an, der mit einem Drehschuss knapp am Tor vorbei schoss. Und Mario Maloca hätte beinahe doch noch für einen Anschlusstreffer gesorgt, als sein Kopfball an die Latte knallte (87.). Insgesamt waren die Kleeblätter allerdings zu harmlos und in der Offensive nicht konsequent genug. Dabei sieht die Statistik gar nicht schlecht aus: 12 Torschüsse und 12 Ecken, Spieler wie Atanga, Mohr, Ernst und Sauer liefen jeder mehr als elf Kilometer. Aber die Effektivität blieb leider auf der Strecke. Und Maxi Wittek fehlte an allen Ecken und Enden!

Steckt das Kleeblatt in einer ernsten Krise? Nein, so hoch will ich es nicht hängen, so dramatisch ist die Situation (noch) nicht. Aber der negative Trend der Fürther ging gestern weiter: drei verlorene Spiele in Serie, aus den letzten sechs Spielen gab es nur vier Punkte, man kassierte 19 (!) Gegentreffer.

Am kommenden Freitag, 21. Dezember, findet die letzte Begegnung vor der Winterpause statt (Anstoß ist um 18.30 Uhr beim SV Sandhausen). Die Spielvereinigung liegt aktuell mit 23 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz. Sandhausen rangiert im Keller der Zweiten Liga – dort drei wichtige Punkte zu holen, ist auf jeden Fall machbar. So würde das Kleeblatt den Anschluss ans obere Drittel der Tabelle nicht verlieren. Und dann muss sich die Mannschaft während der gut vierwöchigen Winterpause neu definieren und zur alten Stärke zurückfinden.