Wenn Fans auf die Barrikaden gehen

Die Winterpause ist für viele Fans der Spielvereinigung eine willkommene Zeit zum Durchschnaufen und Relaxen. Das Kleeblatt ist derzeit im türkischen Belek, um sich im Trainingslager neu zu definieren. Heute wurde ich allerdings unfreiwillig daran erinnert, dass sich dort was tut: Die Kleeblatt-App auf meinem iPad hat mich mehrfach LAUTSTARK darauf aufmerksam gemacht, dass die SpVgg gerade ein Testspiel absolvierte: Beim An- und Abpfiff und den drei Treffern durch Julian Green (17. und 58. Minute) und Patrick Sontheimer. Pech nur, dass ich beim Tor von Sontheimer gerade ein wichtiges Telefonat führte, und die Jubelschreie des Kommentators meine Gesprächspartnerin zum Lachen brachten. Nachdem der Test gegen Besiktas Istanbul wegen des starken Regens und unbespielbaren Platzes ausgefallen war, hatte das Kleeblatt kurzfristig ein Testspiel gegen einen Drittligisten – VfR Aalen – vereinbart. Bevor es in gut zwei Wochen mit dem Zweitligabetrieb weitergeht (29. Januar), trifft die Spielvereinigung am kommenden Sonntag auf den Liga-Konkurrenten SV Sandhausen.

Welche Macht Anhänger eines Fußballsvereins haben, haben am Wochenende die turbulenten Vorkommnisse beim Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf bewiesen. Der Vorstand des Vereins, Robert Schäfer, hatte vergangene Woche entschieden, den auslaufenden Vertrag mit Trainer Friedhelm Funkel nicht zu verlängern. Als die ersten Meldungen dazu erschienen, gab es u.a. wütende Fanproteste und eine Online-Petition für den Verbleib Funkels. Fans beim Trainingslager der Fortunen in Spanien verweigerten das traditionelle Abschiedsfoto mit Mannschaft und Vorstand, die daheimgebliebenen Düsseldorf-Anhänger verabredeten sich, am nächsten Tag zum Flughafen zu fahren, um für den Trainer und gegen den Vorstand zu demonstrieren. Das zeigte dann Wirkung: Eventuell morgen, aber bis spätestens zum Spiel gegen den FC Augsburg am 19. Januar, wird Friedhelm Funkel nun also doch einen neuen Vertrag erhalten. (Das Foto zeigt Friedhelm Funkel und Damir Buric im Fürther Ronhof im Februar 2018. Foto: Sportfoto Zink)
Jetzt stellt sich nur noch die Frage, ob nach diesem Theater die Mannschaft, das Trainerteam und die Fans von Fortuna Düsseldorf noch enger zusammenrücken. Oder ob der Verein im drohenden Abstiegskampf unter diesem blamablen Hin und Her leiden wird.

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