Verlustreiches Unentschieden im Ronhof

Marco Caligiuris Jubel nach seinem dritten Saisontreffer (Foto: Sportfoto Zink)

Die Greuther-Weiber mussten letzte Woche zwangsweise eine kleine Pause einlegen – das Spiel gegen den VfL Bochum konnten wir nicht sehen. Aber jetzt ist die Blogwelt (für uns) wieder in Ordnung.

Kurios war das heutige Heimspiel gegen den Aufstiegsaspiranten 1. FC Union Berlin. Und vor allem in der ersten Halbzeit eine Aneinanderreihung von Fouls, Verletzungen und Ausrastern. Schon in der zweiten Minute grätscht Sebastian Polter unnötig brutal in den gerade wieder fitten Maxi Wittek, der liegt am Boden, man musste bangen, ob er sich Schlimmeres getan hat. Gott sei Dank nicht. Dann kurz darauf eine tolle Chance fürs Kleeblatt: Daniel Keita-Ruel verlängert einen weiten Einwurf, Julian Green steht frei vor dem Berliner Tor und schießt den Ball volley dem Keeper der Eisernen, Rafal Gikiewicz, aus drei Metern Entfernung voll ins Gesicht. Der ist benommen, kann aber weiter spielen.

Im weiteren Verlauf gelingen der Spielvereinigung gute Aktionen, aber unnötige Fouls der Berliner lassen keinen echten Spielfluss aufkommen. Dann in der 35. Minute das (unverdiente) Tor für Union: Mehrere Fehler in der Fürther Abwehr nutzt Joshua Mees gnadenlos aus, Union Berlin geht damit in Führung. Die Stimmung bei den Weiß-Grünen war aufgeheizt, die Folge eine Tätlichkeit von Daniel Keita-Ruel: Nach einem harten Foulspiel von Felix Kroos an David Atanga stürmt Keita-Ruel auf ihn zu und stößt ihn mit beiden Händen um. Mit einer Hand trifft er ihn am Hals. Rudelbildung vor den Trainerbänken. Und Schiedsrichter Dr. Martin Thomsen zeigt Keita-Ruel die Rote Karte. Ein herber Verlust, nicht nur im heutigen Spiel, sondern auch (aufgrund der Sperre) für die nächsten Begegnungen.

Wer befürchtet hatte, dass die Kleeblätter in Unterzahl schwächeln, der irrte gewaltig! Mit viel Schwung und Angriffslust kommen sie aus der Pause auf den Rasen. Viele Szenen spielen sich im Berliner Stafraum ab. Und der Einsatz wird belohnt: Kapitän Marco Caligiuri läuft bei einer punktgenauen Ecke von Julian Green mit vollem Tempo auf das Tor zu und köpft den Ball in die Maschen. Ausgleich im Ronhof.
Turbulent geht’s weiter. Nicolai Rapp säbelt Green an der Strafraumkante rücksichtslos um – und sieht auch die Rote Karte. Damit haben beide Teams nur noch zehn Mann auf dem Feld. Die letzte Viertelstunde verläuft wild und bleibt für die 9650 Zuschauer (davon rund 1000 Gäste aus Berlin) spannend. Fabian Reese – heute (neben Green) sicherlich eines der besten Kleeblätter – ackert und hat gute Möglichkeiten, die aber leider nicht zum Siegtor führen. Reese ist inzwischen deutlich entschlossener und hat sich bei den Kleeblattfans zur beliebten Figur entwickelt.

Das Spiel gegen Union Berlin endet unentschieden mit 1:1. Es war kurzweilig, wie auch schon beim Hinspiel im November (die SpVgg verlor in Berlin mit 0:4) teilweise äußerst ruppig und verlustreich (Rote Karte an Keita-Ruel, die jedoch berechtigt gegeben wurde). Das Kleeblatt steht mit 38 Punkten aktuell auf dem 11. Rang. Es folgen noch vier Spiele, dann ist die Spielzeit 2018/19 in der Zweiten Liga Geschichte.