Torfestival fürs Kleeblatt beim FC St. Pauli

Für richtige Kleeblattfans ist der heutige Samstag – trotz der Regengüsse – wie ein gefühlter Feiertag. Die SpVgg hat gestern das zweite Spiel in der noch frischen Saison 2019/20 beim FC St. Pauli mit 3:1 gewonnen. Der letzte Auswärtssieg (2:0) war im März gegen Jahn Regensburg. Ansonsten hat sich das Kleeblatt in der vergangenen Rückrunde mit vielen Unentschieden über Wasser gehalten und war am Ende nur auf dem 13. Platz gelandet.

Die gestrige Stimmung im – mit fast 30.00 Zuschauern komplett ausverkauften – Millerntor-Stadion stand einem Premier League Spiel in England in nichts nach. Die personell angeschlagenen Paulianer hatten nach einem guten Start dann noch Pech, als sich ihr Kapitän Christopher Avevor in der 17. Minute schwerer verletzte und ausfiel. Unmittelbar darauf machte Daniel Keita-Ruel nach einer Flanke von Tobias Mohr das 1:0 für Fürth (Jubel nach dem Treffer, Foto: Sportfoto Zink). Die Paulifans protestierten laut, sie hatten zu Unrecht ein Foul von Keita-Ruel an Avevor gesehen. Ab diesem Moment wurde jede Aktion der Kleeblätter mit einem Pfeifkonzert quittiert.

Die SpVgg ließ sich nicht einschüchtern: Aus einer weiteren Mohr-Flanke erzielte Sebastian Ernst (Comeback nach Mittelfußbruch) in der 29. Minute das vermeintliche 2:0. Es dauerte (gefühlt) endlos, bis der Video-Assistent den Treffer wegen einer vorausgegangen Abseitsposition von Keita-Ruel für ungültig erklärte. Wer jetzt glaubte, das Kleeblatt wäre frustriert, hatte sich getäuscht. Eine Flanke von Newcomer Marvin Stefaniak köpfte Keita-Ruel ins Hamburger Tor (35. Spielminute). Den Kiezspielern schienen dann – trotz der Gegentore – Flügel zu wachsen. Miyaichi flankte auf Dimitris Diamantakos, der die Fürther Abwehr schlecht aussehen ließ und zum 1:2 einköpfte (45.).

Hochmotiviert kamen beide Teams nach der Halbzeitpause zurück auf den Platz. St. Pauli erarbeitete sich viele Chancen, aber Fürths Keeper Sascha Burchert parierte sicher. Dann wurde der Abend weiß-grün: Julian Green – in der ersten Halbzeit noch eher zurückhaltend – knallte in der 70. Minute den Ball aus 22 Metern wunderbar zum 3:1 ins Tor.

Drei Punkte sind eine Bilanz, die nach dem guten, aber verlorenen Auftaktspiel gegen Erzgebirge Aue Labsal auf die Kleeblatt-Seelen ist. Fazit: Die SpVgg spielt strukturiert und konzentriert, das Team Mohr/Keita-Ruel ist (nach Mohrs langer Verletzungspause) wieder effektiv. Und ob Neuzugang Havard Nielsen die Mannschaft noch weiter optimieren kann, darauf sind wir in den nächsten Begegnungen gespannt.