Heimsieg auf den letzten Drücker

Heute war bei warmem Herbstwetter der berühmte Grafflmarkt in Fürth. Und wie so oft fand am gleichen Tag im Sportpark Ronhof ein Spiel der Spielvereinigung statt. Der heutige Gegner hieß SV Wehen Wiesbaden. Vor dem Anpfiff lagen die Aufsteiger aus der Dritten Liga auf dem letzten Tabellenplatz der Zweiten Liga. Die Geschichte des hessischen Vereins ist interessant: In der Spielzeit 2006/07 gelang nach 81 Jahren Vereinsbestehen der erstmalige Aufstieg in die 2. Bundesliga. Seit der Saison 2007/08 trägt die Mannschaft ihre Heimspiele nicht mehr im Wehener Stadion am Halberg aus, da es nicht den Anforderungen der Deutschen Fußballliga (DFL) entsprach. Man entschied sich gegen eine Erweiterung und für einen Stadion-Neubau in Wiesbaden (Wehen ist der drittgrößte Stadtteil von Taunusstein und liegt nur zehn Kilometer von Wiesbaden entfernt). Seit der Umsiedlung nach Wiesbaden nennt sich der Verein SV Wehen Wiesbaden.

Das Spiel startete so, wie einige Skeptiker es befürchtet hatten: Das Kleeblatt ließ sich von den Wiesbadenern einschüchtern und kam nicht in den Fluss. Im Gegenteil: Die Mannschaft wirkte oftmals wenig aktiv und lief dem Geschehen hinterher. Havard Nielsen, Maximilian Wittek, Julian Green: Heute waren sie alle nur unscheinbare Akteure. Richtig gut war heute Branimir Hrgota, die Enttäuschung des Tages heißt Mergim Mavraj, dem viel misslang.

Die zweite Halbzeit startete dann mit dem Paukenschlag von Wehen Wiesbaden. Denn in der 46. Minute schoss Manuel Schäffler das 1:0 für die Hessen. Waren die Fürther geistig noch gar nicht wieder auf dem Platz? Schwer zu sagen. Zehn Minuten später wechselte Trainer Stefan Leitl Daniel Keita-Ruel für Marvin Stefaniak ein. Und eine Viertelstunde später zeitgleich David Raum für Wittek und Tobias Mohr für Nielsen. Und diese Veränderung gab dem Kleeblatt dann sofort neue Impulse: In der 81. Minute arbeitet das kongeniale „Dreamteam“ Mohr mit Keita-Ruel zusammen, und Keita-Ruel schießt Mohrs gute Flanke ins Wiesbadener Tor. Ausgleich! Dann kurz vor Spielende noch ein Foulelfmeter für die Spielvereinigung. Moritz Kuhn drängt Raum mit Wucht im Sechzehnmeterraum aus der Gefahrenzone. Der Schiedsrichter zögert erst und gibt dann doch den Elfer. Julian Green läuft an und schiebt die Kugel links unten in die Maschen. Entsprechend groß war der Jubel bei den Spielern (Foto: Sortfoto Zink) und den Anhängern im Ronhof. 2:1 ist der Endstand. Dieser glückliche Heimsieg  am Freitag, den 13., bringt das Kleeblatt vorläufig auf den dritten Tabellenplatz. Und die Kleeblattfans machten sich hörbar auf den Weg zum Grafflmarkt in Richtung Gustavstraße.