Super gespielt, aber leider verloren!

Was für ein tragischer Verlauf dieses heutigen Spitzenspiels gegen den Bundesliga-Absteiger und Tabellenersten VfB Stuttgart! Da macht die Spielvereingung vor über 50.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena ein richtig gutes Spiel (Teamkreis nach dem Abpfiff, Foto: Sportfoto Zink), hat mehrere verdammt sichere Torchancen. Und verliert dann doch unglücklich mit 0:2.

Pech hatte das Kleeblatt gleich zum Start der Begegnung: Nach knapp zwei Minuten brachte der Stuttgarter Nicolas Gonzalez  den Ball von rechts an den Pfosten, Silas Wamangituka gewann das Kopfballduell, und Daniel Didavi schiebt den Ball ins Tor von Fürths Keeper Sascha Burchert. Aber die Kleeblätter ließen sich durch den schnellen Rückstand nicht frustrieren. Sie attackierten die vermeintlich bessere Mannschaft und gingen permanent ins Pressing. Havard Nielsen scheiterte in der 8. Minute am Stuttgarter Tormann Gregor Kobel (8.), Tobias Mohrs wunderbare Aktion prallte von der Unterkante der Latte ab (29.). Und so wurde die SpVgg in der ersten Halbzeit leider nicht mit einem Ausgleichstor belohnt.

Nach dem Seitenwechsel handelte sich der gerade auf den Platz gekommene Paul Jäckel nach wenigen Sekunden schon eine Gelbe Karte ein – wobei Jäckel im folgenden Spielverlauf ein sehr gutes Spiel machte und zum Beispiel mit einer akrobatischen Aktion einen Ball eroberte. Aber dem Kleeblatt war das Glück heute nicht hold. Wieder war es Tobias Mohr, der einen sicheren Torschuss nur an den Pfosten setzte. Meinem Geschmack nach zu spät wechselte Fürths Trainer Stefan Leitl Daniel Keita-Ruel erst in der 74. Minute für den ziemlich ausgepowerten Branimir Hrgota ein. Keita-Ruel brachte richtige Unruhe in den Stuttgarter Strafraum und versuchte unermüdlich, endlich den Anschlusstreffer zu landen. Ohne Erfolg! Dafür wäre Julian Green in der 78. Minute beinahe der Treffer gelungen, er scheiterte allerdings am Ex-Nürnberger Keeper Fabian Bredlow (der in der 28. Minute für den verletzten Kobel eingewechselt worden war).
Während die angereisten 600 Kleeblattfans noch immer auf ein weiß-grünes Tor hofften, gelangten die Stuttgarter wieder stärker ins Spiel. Nach einem Fehler im Fürther Angriffsspiel kam der Ball zurück in den Gäste-Strafraum, Burchert lief weit aus dem Tor heraus, konnte die Kugel jedoch nicht in seinen Besitz bekommen. Stuttgarts Philipp Förster läuft an Burchert vorbei und trifft ins leere Fürther Tor. Ein nicht dem Spielverlauf entsprechendes 2:0 für die Gastgeber in der 82. Minute. Beim Kleeblatt war jetzt aufgrund der starken Laufleistung die Luft raus, trotzdem versuchte es noch, einen Anschlusstreffer zu machen. Was beinahe geklappt hätte, aber Marvin Stefaniak schoss in der Nachspielzeit den Ball erneut nur an die Latte. Und Keita-Ruel scheiterte Sekunden später aus kurzer Distanz an Bredlow. 
Fazit: Die Spielvereingung hat heute bewiesen, dass sie wirklich gut Fußball spielen kann und sich gerade bei starken Gegnern sportlich nicht verstecken muss. Die Moral stimmt, ein Konzept ist da, und die Spielzüge sind durchdacht. Schade, dass die starke Leistung heute nicht mit einem oder sogar drei Punkten belohnt wurde. Es wäre dem Kleeblatt zu gönnen gewesen! Und so hat das schlechtere Team glücklich mit 2:0 gewonnen. Aber leider zählt beim Fußball nicht das gute Spiel, sondern nur die erzielten Tore.
Nächsten Sonntag, 29. September, empfängt die Spielvereinigung beim „Kärwaspiel“ zu Hause im Ronhof Holstein Kiel. Dann sieht die Sache bestimmt wieder anders aus, und das Kleeblatt wird nach der heutigen ersten Auswärtsniederlage einen Heimsieg einfahren, wetten?